KI-Update: 122 Milliarden fĂĽr OpenAI, Regulierung, KI in der Musik, KI-Drohnen

Das "KI-Update" liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

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Inhaltsverzeichnis

OpenAI hat seine bislang größte Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar abgeschlossen. Das Unternehmen wird nun mit 852 Milliarden Dollar bewertet. Zu den Geldgebern zählen Amazon, Nvidia und SoftBank. Allein Amazon beteiligt sich mit 50 Milliarden, wovon rund 35 Milliarden laut Bloomberg an einen Börsengang oder das Erreichen einer allgemeinen künstlichen Intelligenz geknüpft sind.

OpenAI erzielt inzwischen rund zwei Milliarden Dollar Umsatz pro Monat, zählt über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer und mehr als 50 Millionen zahlende Abonnenten. Profitabel ist das Unternehmen dennoch nicht: Rechenleistung, Infrastruktur und Entwicklung verschlingen enorme Summen. Zwei jüngste Schritte deuten darauf hin, dass OpenAI gegensteuert: die Einführung von Werbung und die Einstellung der Video-App Sora, deren Betrieb als besonders kostenintensiv galt.

Mistral AI, Europas führender KI-Anbieter, hat 830 Millionen Dollar an Krediten aufgenommen, um 13.800 Nvidia-Chips für ein Rechenzentrum nahe Paris zu kaufen. Die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Bereits im Vormonat kündigte Mistral eine weitere Anlage in Schweden an, die 2027 ans Netz gehen soll. Bis Ende 2027 strebt das Unternehmen eine KI-Rechenkapazität von 200 Megawatt an.

Mistral gehört zu den wenigen europäischen Unternehmen, die Sprachmodelle auf dem Niveau der fortschrittlichsten Systeme entwickeln. Vor drei Wochen sorgte zudem AMI Labs, ein von KI-Pionier Yann LeCun gegründetes Pariser Start-up, für Aufsehen: Es sammelte rund 890 Millionen Euro ein, um sogenannte „Weltmodelle“ als Alternative zu klassischen Sprachmodellen zu entwickeln.

Nebius Group, ein niederländisches KI-Infrastrukturunternehmen, errichtet in der finnischen Stadt Lappeenranta ein Rechenzentrum mit einem geschätzten Wert von über zehn Milliarden Dollar und einer Leistung von 310 Megawatt. Damit wäre es eines der größten KI-Rechenzentren Europas. Profitieren dürften vor allem US-Konzerne: Nebius hat Verträge mit Microsoft und Meta geschlossen, um für sie KI-Infrastruktur bereitzustellen.

Die Wahl fiel auf Finnland wegen niedriger Energiepreise, eines hohen Anteils erneuerbarer Energien und des kĂĽhlen Klimas, das die KĂĽhlkosten senkt.

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Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar in Marvell Technology, einen Entwickler maĂźgeschneiderter Chips fĂĽr KI-Anwendungen. Marvell arbeitet eng mit Amazon, Google und Microsoft zusammen. Nvidia will Marvells Expertise in Netzwerkinfrastruktur und kundenspezifischen Chips nutzen, um seine Dominanz im Markt fĂĽr KI-Rechenzentren auszubauen.

Konkret sollen Marvell-Komponenten in Nvidias „NVLink Fusion“-Plattform integriert werden, um die Vernetzung tausender GPUs zu beschleunigen.

Podcast: KI-Update
KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom hat ein Dekret unterzeichnet, das strenge Sicherheitsvorkehrungen für KI-Unternehmen vorsieht. In dem Bundesstaat sitzen 33 der weltweit 50 führenden KI-Firmen. Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen mit Kalifornien pflegen, müssen künftig nachweisen, dass sie den Missbrauch ihrer Technologien verhindern, Bürgerrechte schützen und gegen illegale Inhalte wie Darstellungen von Kindesmissbrauch oder sexualisierende Deepfakes vorgehen. Die Behörden haben vier Monate Zeit, konkrete Maßnahmen vorzulegen.

Das Dekret dürfte US-Präsident Trump verärgern, der eine Regulierung auf Ebene der Bundesstaaten verhindern will. Erst im Dezember hatte Trump ein eigenes Dekret erlassen, das ein nationales Rahmenwerk für den Umgang mit KI formuliert und das Justizministerium anwies, eine Taskforce für KI-Rechtsstreitigkeiten einzurichten. Ob diese nun gegen Kaliforniens Pläne vorgeht, bleibt offen.

Musikproduzenten und Songwriter nutzen KI-Musikgeneratoren bereits intensiv, sprechen aber kaum öffentlich darüber. Der Chef des KI-Musikgenerators Suno verglich sein Tool mit dem Abnehmmedikament Ozempic: Jeder nutze es, niemand rede darüber. Produzent Young Guru, langjähriger Toningenieur von Jay-Z, schätzt, dass mehr als die Hälfte des sample-basierten Hip-Hops inzwischen auf KI-generierten Retro-Samples basiert statt auf lizenzierten Originalaufnahmen. Eine Umfrage des Audio-Unternehmens Sonarworks unter über 1.100 Produzenten bestätigt den Trend: Sieben von zehn experimentieren mit KI-Tools, jeder Fünfte nutzt sie regelmäßig.

Die Kehrseite trifft vor allem die zweite Reihe der Branche. Session-Musiker, die früher Demos einsangen, und Studio-Assistenten verlieren ihre Aufträge. Auch der Markt für Stock- und Produktionsmusik, etwa für kleinere TV-Produktionen, sei laut Rolling Stone praktisch erledigt. Die großen Plattenlabels verfügen demnach über keine funktionierende Software, um KI-Musik zuverlässig zu erkennen.

Forscher haben eine Aufklärungsdrohne entwickelt, die sich mit zwei winzigen Ultraschallsensoren orientiert, ähnlich einer Fledermaus. Eine per Deep Learning trainierte KI filtert die Echosignale aus dem Propellerlärm und berechnet in Echtzeit eine Flugbahn um Hindernisse herum. Die Technik braucht wenig Energie, erlaubt aber nur fünf Minuten Flugzeit.

In 140 Testflügen im Wald und im Labor erreichte die Drohne eine Erfolgsquote von mindestens 73 Prozent. Bei geringerer Geschwindigkeit stieg die Quote. Schwierigkeiten bereiteten dünne Metallstangen und kleine Äste, die Ultraschall nur schwach reflektieren. Die Forscher wollen die Erkennung verbessern und den Energiebedarf weiter senken, um die Drohne etwa bei Such- und Rettungsaktionen einsetzen zu können.

SES AI, ein Spinoff des MIT, gibt die physische Batterieherstellung auf und setzt stattdessen auf eine KI-Plattform zur Materialforschung. Der stockende Elektroautomarkt und die von der Trump-Regierung gestrichene E-Auto-Förderung zwangen CEO Qichao Hu zum Kurswechsel. Die Plattform soll neue Materialien für Batterien identifizieren und diese lizenzieren oder verkaufen. Laut SES AI hat die Software bereits sechs neue Elektrolytmaterialien gefunden.

Das Unternehmen hofft, sein ĂĽber mehr als ein Jahrzehnt aufgebautes Batteriewissen in einen Vorteil fĂĽr die KI-Plattform umzumĂĽnzen. Branchenexperten sind allerdings skeptisch, ob KI-gestĂĽtzte Materialforschung allein eine ganze Branche wiederbeleben kann.

Der Softwarekonzern Oracle entlässt Berichten zufolge tausende Mitarbeiter, um hohe Investitionen in KI-Infrastruktur zu finanzieren. Im Januar kündigte Oracle Kredite über 50 Milliarden Dollar für neue Rechenzentren an. Seitdem verlor die Aktie rund ein Viertel ihres Wertes. Finanzanalysten schätzen, dass der Abbau von bis zu 30.000 Stellen etwa zehn Milliarden Dollar an freiem Kapital einbringen könnte.

Oracle nennt den betroffenen Mitarbeitern keine konkreten Gründe und verweist lediglich auf aktuelle Geschäftsanforderungen. Im Mai beschäftigte das Unternehmen noch rund 162.000 Menschen. Berichten zufolge plant auch Meta ähnliche Schritte, um seine eigenen KI-Investitionen auszugleichen.

Die Ostsee ist zunehmend Schauplatz hybrider Bedrohungen: manipulierte GPS-Signale, Drohnenspionage und beschädigte Unterseekabel. Die Täter zu identifizieren scheitert bisher oft an starren, lückenhaften Überwachungssystemen. Das Fraunhofer-Center hat deshalb "Kirmes" entwickelt, ein mobiles KI-System aus flexibel einsetzbaren Sensoren, die schnell an verschiedenen Küstenabschnitten aufgebaut werden können.

Die KI wertet Schiffs- und Flugbewegungen sowie Funkverkehr aus, kombiniert sie zu einem Lagebild und erkennt auffällige Muster, etwa abgeschaltete Ortungssysteme oder gefälschte Positionsdaten. Das System wird derzeit auf der Kieler Förde erprobt.

(mali)