OpenAI sichert sich 122 Milliarden in einer der größten Finanzierungsrunden

Mit 122 Milliarden US-Dollar schließt OpenAI eine der größten Finanzierungsrunden der Geschichte ab und verschafft sich finanziellen Spielraum im KI-Wettlauf.

vorlesen Druckansicht 4 Kommentare lesen
Sam Altman vor Leinwand mit OpenAI-Schriftzug.

Sam Altman, CEO von OpenAI.

(Bild: FotoField / Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

OpenAI hat seine bislang größte Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar abgeschlossen und wird nun mit 852 Milliarden Dollar bewertet.

Die Finanzierung wird von einer breiten Allianz aus Tech-Konzernen und Finanzinvestoren getragen. Laut Bloomberg hat Amazon 50 Milliarden Dollar investiert, während Nvidia und SoftBank jeweils 30 Milliarden beigetragen haben. Rund 35 Milliarden Dollar von Amazons Beteiligung sind daran geknüpft, dass OpenAI an die Börse geht oder das Ziel einer allgemeinen künstlichen Intelligenz erreicht, berichtet Bloomberg. Die restlichen 12 Milliarden stammen von Investmentfirmen sowie vermögenden Privatanlegern, die über Banken beteiligt wurden.

Parallel sollen Anteile des Unternehmens in börsengehandelte Fonds aufgenommen werden. Zudem hat OpenAI seine bestehende Kreditlinie auf rund 4,7 Milliarden Dollar ausgeweitet. Sie wird von einem internationalen Bankenkonsortium getragen und war zum Abschlusszeitpunkt noch ungenutzt. Damit diversifiziert OpenAI seine Finanzierungsquellen und verbreitert den Zugang zu Kapital über klassische Risikokapitalgeber hinaus.

Die Mittel sollen laut OpenAI vor allem in Rechenzentren und Chips, die Weiterentwicklung der KI-Modelle sowie den Ausbau von Produkten und der Plattform für Unternehmen und Entwickler fließen. Hierfür arbeitet OpenAI mit einem breiten Netzwerk an Partnern zusammen: Während Nvidia weiterhin die Grundlage der Infrastruktur bilden soll, setzt das Unternehmen auf mehrere große Cloud-Anbieter, Chipplattformen und Betreiber von Rechenzentren.

Videos by heise

Die Finanzierungsrunde wird als möglicher Schritt in Richtung Börsengang interpretiert, ohne dass OpenAI selbst konkrete Pläne oder einen Zeitrahmen bestätigt hat.

Anlässlich der Ankündigung hat OpenAI auch neue Geschäftszahlen veröffentlicht. Demnach erzielt das Unternehmen inzwischen rund 2 Milliarden Dollar Umsatz pro Monat und verweist dabei auf mehr als 900 Millionen wöchentlich aktive ChatGPT-Nutzer sowie über 50 Millionen zahlende Abonnenten. Das Unternehmensgeschäft ist laut OpenAI ebenfalls gewachsen: Es macht inzwischen mehr als 40 Prozent der Einnahmen aus und soll sich bis Ende 2026 dem Endkundengeschäft annähern.

Trotz monatlicher Milliardenumsätze ist OpenAI aber weiterhin weit von Profitabilität entfernt. Die hohen Kosten für Rechenleistung, Infrastruktur und Entwicklung dürften einen Großteil der Einnahmen aufzehren. Gleichzeitig mehren sich in der Branche Stimmen, die vor überzogenen Erwartungen und einer möglichen KI-Blase warnen, sollte sich das Wachstum nicht nachhaltig in Gewinne übersetzen lassen.

Dass sich OpenAI der finanziellen Herausforderungen bewusst ist, zeigen zwei jüngste strategische Schritte: die Einführung von Werbung und die Einstellung der Video-App Sora, deren Betrieb als besonders kostenintensiv galt und deren Monetarisierung unklar blieb.

Die aktuelle Strategie zielt laut OpenAI darauf ab, Anwendungen für Unternehmen und Entwickler stärker auszubauen. ChatGPT soll dabei als zentraler Zugangspunkt und Verbreitungskanal dienen, über den neue Funktionen direkt in Alltagsnutzung und den Unternehmenseinsatz überführt werden. Ziel sei es, die verschiedenen Funktionen in einer einheitlichen Anwendung zu bündeln, die ChatGPT, das Coding-Tool Codex, Browsing und agentische Funktionen zu einer „Super-App“ zusammenführt.

(tobe)