Proton Meet: Ende-zu-Ende verschlüsselte Videokonferenzen

Proton hat Meet vorgestellt, einen Videokonferenzdienst, der alle Gespräche Ende-zu-Ende verschlüsselt. Er ist kostenlos für bis zu 50 Teilnehmer.

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Eine Videokonferenz mit vier Teilnehmern und einem geteilten Dokument.

(Bild: Proton AG)

Lesezeit: 2 Min.

Proton hat mit Meet einen Videokonferenzdienst vorgestellt, der alle Gespräche Ende-zu-Ende verschlüsselt. Der Dienst richtet sich an Unternehmensnutzer, die vertraulich kommunizieren wollen, ohne dass der Anbieter oder Dritte auf Inhalte zugreifen können. Meetings lassen sich ohne Konto per Link starten. In der kostenlosen Variante können bis zu 50 Personen maximal eine Stunde lang teilnehmen.

Proton ist ein Schweizer Anbieter datenschutzorientierter Online-Dienste. Zum Portfolio gehören unter anderem Proton Mail, VPN, Drive und Pass. Nach eigenen Angaben nutzen mehr als 100 Millionen Menschen und Unternehmen die Dienste.

Mit Meet reagiert das Unternehmen nach eigener Darstellung auf Datenschutzprobleme gängiger Videokonferenzlösungen. Anbieter wie Zoom, Google und Microsoft könnten auf Metadaten, Chatverläufe und Gesprächsinhalte zugreifen, argumentiert Proton. Hinzu komme, dass Tech-Konzerne zunehmend Audio-, Video- und Chatdaten für das Training von KI-Modellen heranzögen. Auch den US CLOUD Act nennt Proton als Risiko: Er ermögliche US-Behörden den Zugriff auf gespeicherte Daten – selbst wenn die Server außerhalb der USA stehen. Das resultiere in Konflikten mit der DSGVO und ähnlichen Datenschutzgesetzen.

Proton Meet verschlüsselt Audio, Video, Bildschirmfreigaben und Chatnachrichten Ende-zu-Ende. Selbst Proton habe keinen Zugriff auf die Inhalte, heißt es im Proton-Blog. Als kryptografisches Protokoll kommt Messaging Layer Security (MLS) zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um einen offenen Standard für die sichere Gruppenkommunikation, der laut Proton unabhängig geprüft wurde. MLS aktualisiert die Sitzungsschlüssel automatisch, wenn Teilnehmer einem laufenden Meeting beitreten, sodass vorherige Inhalte geschützt bleiben.

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Neben verschlüsselten Video- und Audiogesprächen bietet der Dienst eine Bildschirmfreigabe und einen ebenfalls Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat. Teilnehmer können über Desktop oder Mobilgerät beitreten, eine Anmeldung ist weder für den Gastgeber noch für die Teilnehmer nötig. Meetings lassen sich in Proton Calendar, Google Calendar und Microsoft-Kalender eintragen. Nutzer können Termine auch direkt in Proton Calendar anlegen und einen Meet-Link mit einem Klick einfügen. Zusätzlich bietet Proton eine Buchungsseite an, über die Dritte Termine im Kalender reservieren können.

Der kostenlose Zugang erlaubt Meetings mit bis zu 50 Teilnehmern für maximal eine Stunde. Wer mehr braucht, kann den Tarif „Meet Professional“ ab 7,99 US-Dollar pro Nutzer und Monat buchen oder Proton Meet über die Workspace-Pakete des Anbieters nutzen.

(fo)