Teslas Fernsteuerungsfunktion: US-Aufsichtsbehörde stellt Untersuchung ein
Nach Software-Updates hat die NHTSA ihre Untersuchung zu Teslas Fernsteuerungsfunktion beendet. Untersuchungen zu Teslas Full Self-Driving-System laufen weiter.
(Bild: Jonathan Weiss/Shutterstock.com)
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hat ihre Untersuchung zu fast 2,6 Millionen Fahrzeugen des Elektroautobauers Tesla wegen einer Fernsteuerungsfunktion eingestellt. Das gab die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit am Montag bekannt.
Bei der Untersuchung ging es um Teslas „Actually Smart Summon“-Funktion. Das System ermöglicht es Nutzern, die Tesla-Fahrzeuge mithilfe einer Smartphone-App fernzusteuern und so über kurze Strecken, beispielsweise auf Parkplätzen oder Privatgrundstücken, zu bewegen. Die NHTSA leitete die Überprüfung Anfang vergangenen Jahres nach mehreren gemeldeten Unfällen ein. Es lagen Berichte über etwa einhundert Unfälle vor.
Zahlreiche Unfälle, kaum Schäden
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, kam die Behörde aber zu dem Schluss, dass die Fernsteuerungsfunktion hauptsächlich mit Unfällen bei niedrigen Geschwindigkeiten und geringfügigen Sachschäden in Verbindung stand. Die meisten gemeldeten Vorfälle betrafen demnach Fahrzeuge, die gegen Hindernisse wie geparkte Autos, Garagentore oder Einfahrten geprallt sind, oft geschah dies bei eingeschränkter Sicht oder Wahrnehmung der Umgebung, befand die NHTSA. Vorfälle, die einen schweren Unfall, das Auslösen von Airbags oder das Abschleppen eines Fahrzeugs zur Folge hatten, wurden dagegen nicht gemeldet. Ebenso wenig waren Verletzte oder gar Todesopfer zu beklagen.
Die geringe Häufigkeit und Schwere der Vorfälle rechtfertigten keine weiteren Maßnahmen, erklärte die Behörde nun. Auch habe Tesla die Probleme durch eine Reihe von Software-Updates behoben. Die Softwareverbesserungen betreffen laut NHTSA die Hinderniserkennung, die Identifizierung von Kamerablockaden und die Fahrzeugreaktion auf dynamische Objekte wie Tore. Die Updates zielten zudem darauf ab, durch Umwelteinflüsse wie Schnee oder Kondensation an den Kameras verursachte Fehler zu reduzieren.
Videos by heise
„Full Self-Driving“-System weiter im Visier
Während die NHTSA ihre Untersuchungen zu Teslas „Actually Smart Summon“-Funktion also einstellt, stufte sie vor gut zwei Wochen eine Untersuchung der „Full Self-Driving“-Software des Elektroautobauers zu einer „technischen Analyse“ hoch und weitete die Überprüfung auf etwa 3,2 Millionen Fahrzeuge aus. Die „technische Analyse“ gehe typischerweise einem möglichen Rückruf voraus, so Reuters.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hat Bedenken wegen Unfällen, eingeschränkter Sicht und der Frage, ob die FSD-Systeme von Tesla die Fahrer unter realen Bedingungen ausreichend warnen. Die NHTSA leitete die Ermittlungen wegen Teslas Autopilot im Oktober ein. Die Behörde untersucht unter anderem Fälle, in denen die Software Tesla-Modelle auf die Gegenfahrbahn lenkte oder an roten Ampeln vorbei auf Kreuzungen steuerte. Dabei geht es um 58 Zwischenfälle, bei denen 23 Menschen verletzt wurden. Zu Todesfällen kam es nicht.
Im August nahm die US-Verkehrsaufsicht Unfallberichte von Tesla unter der Lupe. Das Unternehmen soll Unfälle, die sich im Zusammenhang mit seinen Fahrassistenz- und Selbstfahrfunktionen ereigneten, viel zu spät gemeldet haben. Und auch zuvor gab es immer wieder Untersuchungen der NHTSA gegen Tesla, etwa wegen möglicher Probleme mit dem Autopilot-System bei schlechter Sicht.
(akn)