Samsung Galaxy XR verleiht 2D-Inhalten räumliche Tiefe

Googles räumliches Betriebssystem Android XR erhält ein Update. Zu den neuen Funktionen gehört die Möglichkeit, flachen Inhalten räumliche Tiefe zu verleihen.

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Virtuelles Video schwebt im Raum vor Wohnzimmerkulisse und zeigt Kletterer an Felswand mit Tiefeneffekt.

Das zweite größere Update für die Samsung Galaxy XR bringt eine automatische 3D-Konvertierung von Inhalten wie Videos, Webseiten und Spielen.

(Bild: Google)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Android XR unterstützt bislang nur die VR-Brille Samsung Galaxy XR. Rund ein halbes Jahr nach deren Markteinführung erhält das Betriebssystem ein zweites großes Update, das mehrere neue Funktionen mit sich bringt. Zudem sind laut Google inzwischen mehr als 100 immersive Apps verfügbar, mehr als doppelt so viele wie zum Launch.

Die wichtigste neue Funktion heißt „Auto-Spatialization“. Mit diesem experimentellen Feature lassen sich laut Google beliebige flache Inhalte per Knopfdruck in eine räumliche Darstellung überführen. Dazu zählen Apps, Spiele, Webseiten sowie Fotos und Videos. Ziel ist es, diese Inhalte stärker an die räumlichen Darstellungsfähigkeiten immersiver Computerbrillen anzupassen.

Die Umwandlung erfolgt systemseitig und greift jeweils nur auf das aktive Fenster zu, nicht auf mehrere Inhalte gleichzeitig. Zu den technischen Einschränkungen gehört, dass die Darstellung aktuell auf etwa 1080p und 30 Bilder pro Sekunde begrenzt ist und den Energieverbrauch erhöhen kann.

Android XR ist das erste VR-Betriebssystem, das eine systemweite 3D-Konvertierung über viele verschiedene Medienformen hinweg bietet. Ob die Funktion über einen stereoskopischen Tiefeneffekt hinausgeht, wie gut sie tatsächlich funktioniert und welchen Mehrwert sie bietet, muss ein Praxistest zeigen. Neben Google experimentieren die Display-Brillenhersteller Xreal und Viture mit automatischer 3D-Konvertierung.

Ebenfalls neu ist eine Pinning-Funktion, mit der sich Apps direkt an Oberflächen wie Wände anheften lassen. Einmal platziert, bleiben sie an ihrer Position verankert und dienen als feste Elemente eines virtuellen Arbeits- oder Unterhaltungsbereichs. Apple Vision Pro unterstützt ein ähnliches Feature seit visionOS 26, Meta Quest seit HorizonOS 2.1.

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Weitere Neuerungen zielen auf Bedienkomfort und Alltagstauglichkeit. Nutzer können nun ihre Hände statt wie bisher nur deren Umrisse sehen, während sie in der Home-Umgebung mit virtuellen Elementen interagieren. Außerdem führt Google eine automatische Sitzungsfortsetzung ein, die nach dem Aufsetzen des VR-Headsets zuvor genutzte Apps automatisch wieder öffnet. Android XR unterstützt jetzt zudem Android Enterprise und zielt damit auf den großflächigen Einsatz in Unternehmen, etwa für Schulungen oder virtuelle Zusammenarbeit.

Zu den neuen immersiven Apps für Android XR gehören eine Portierung der Angelsimulation Real VR Fishing sowie eine Fußball-App von Paris Saint-Germain, mit der sich Spiele aus einer virtuellen Tabletop-Perspektive analysieren lassen.

Bereits im Dezember hatte Google ein erstes größeres Update für Android XR veröffentlicht. Seitdem gab es keine konkreten Ankündigungen zur weiteren Hardware-Strategie. Die rund 1.800 Dollar teure Samsung Galaxy XR ist weiterhin nur in den USA und Südkorea erhältlich. Ob und wann weitere VR-Headsets auf Basis von Android XR erscheinen, ist unklar. Bekannt ist lediglich, dass mit Project Aura noch in diesem Jahr eine Display-Brille mit kabelgebundenem Taschencomputer geplant ist. Zudem sollen erste Smart Glasses mit Gemini-Integrierung erscheinen.

(tobe)