1500 Watt und 150 Nm: Neuer DJI-Motor verschiebt E-Bike-Grenzen

DJI stellt die zweite Generation des Avinox-Motors vor. Dieser setzt Maßstäbe in Sachen Leistung und wird nicht nur in DJI-Rädern vorfahren.

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DJI-Fahrrad

(Bild: DJI)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Diese Neuvorstellung dürfte für Diskussionen sorgen: DJI legt sein Avinox-Antriebssystem für E-Bikes in zweiter Generation auf. Und dieses verschiebt die Grenzen, was ein E-Bike leisten kann, weiter. Der Motor wird in zwei Varianten erscheinen, die stärkere erzielt laut Hersteller DJI eine maximale Spitzenleistung von 1500 Watt und ein maximales Drehmoment von bis zu 150 Nm. Erstmals wird DJI die Avinox-Motoren auch mit Wechselakku anbieten.

DJI fertigt die zweite Generation der Avinox-Antriebe in zwei Versionen, als M2 und M2S. Letztere ist die stärkere Variante mit bis zu 1500 Watt kurzzeitiger Spitzenleistung – bei einer erlaubten Nenndauerleistung von 250 Watt – und einem maximalen Drehmoment von bis zu 150 Nm. Auch der schwächere Motor leistet stolze 1100 Watt in der Spitze mit bis zu 125 Nm Drehmoment. Die stärksten Motoren vieler anderer Hersteller pendeln sich im Bereich 750 Watt/100 Nm ein.

Das Amflox PX ist mit dem stärkeren Avinox M2S bestückt.

(Bild: DJI)

Schon der DJI-Erstling hatte mit seinen 1000 Watt Spitzenleistung und 120 Nm Drehmoment in der Branche für Diskussionen gesorgt und die Frage nach einer freiwilligen Regulierung aufgeworfen. Der Branchenverband ZIV hatte eine maximale Unterstützungsleistung von 750 Watt vorgeschlagen. Claus Fleischer, Chef der E-Bike-Sparte von Marktführer Bosch, hatte im Interview mit c’t gemahnt, „mit solchen Motoren bewegen wir uns immer weiter weg vom Fahrrad, und so riskieren wir als Branche, dass E-Bikes von der EU reguliert werden.“ DJI wiederum hatte betont, keine Grundlage für eine Leistungsbegrenzung auf 750 Watt zu erkennen. Diese Haltung unterstreicht die zweite Generation der Avinox-Motoren.

Die Motoren baut DJI weiterhin kompakt und leichtgewichtig mit 2,59 respektive 2,65 kg. Trotz der Mehrleistung verspricht der Hersteller einen leisen Antrieb, der einen maximalen Schalldruckpegel von ≤ 45 dBA erzeugen soll. Der M2S ist zudem mit einem Temperatursensor und Kühlrippen bestückt, was laut Hersteller zu einer deutlichen Verbesserung der Wärmeableitung führt und die Energieverluste reduziert.

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Zum Antriebssystem gehören drei verschiedene Akkus. Der FP700 ist eine 3,18 kg schwere fest integrierte 700-Wh-Einheit, die in 76 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen sein soll. Zwei weitere Akkus (600 & 800 Wh) komplettieren das System, beide sind zum Laden entnehmbar. Die kleinere 600-Wh-Einheit lässt sich auch extern am Rahmen als Zweitakku verwenden.

Das Tarok des deutschen Herstellers Raymon gehört zu den ersten Bikes mit dem neuen Avinox-Antrieb.

(Bild: Raymon)

Neben neuem Motor verpasst DJI dem Antrieb auch neue Displays und möbelt die App auf. Sie lässt sich mit einem Herzfrequenzmesser koppeln. So können Fahrer laut Herstellermitteilung einen Zielbereich für die Herzfrequenz festlegen, und die Unterstützungsleistung wird so angepasst, dass die Herzfrequenz innerhalb des definierten Bereichs bleibt. Die neuen Antriebseinheiten, Akkus und Touchscreens sind mit der vorherigen Generation kompatibel und laut DJI untereinander austauschbar. DJI listet 60 Partner, die auf den Avinox-Antrieb zurückgreifen. Darunter neben der eigenen Marke Amflow auch die Hersteller Canyon, Commencal, Pivot, Raymon, Rotwild und Steppenwolf.

DJI selbst wird den neuen Motor zunächst in vier verschiedene Amflow-Mountainbikes einbauen. Den Einstieg bildet das PR Carbon für 4500 Euro, das Topmodell PX Carbon Pro kostet 10.000 Euro.

(rbr)