Deutsche Telekom bietet Starlink-Satelliteninternet für Großkunden an

Die Deutsche Telekom kooperiert mit Starlink, um Großkunden und Behörden satellitengestütztes Breitbandinternet als verwalteten Service anzubieten.

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Der in Pink angestrahlte Antennenturm "Telemax" der Deutschen Telekom in Hannover bei Nacht mit dem Gebäude des International Neuroscience Institute im Vordergrung.

(Bild: Igor Marx / Shutterstock.com)

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Die Deutsche Telekom bietet nach eigenen Aussagen als bundesweit einziger Netzbetreiber satellitengestütztes Starlink-Breitbandinternet von Elon Musk für Großkunden und Organisationen als vollständig verwalteten Service an.

Laut dem Bonner Telekommunikationsriesen soll der neue Service „Satellite Internet Access by Starlink“ (SIA) die Ausfallsicherheit der Breitbandanbindungen für Großkunden und Organisationen des öffentlichen Sektors stärken. SIA soll „die Konnektivität an Standorten, wo Glasfaser und Mobilfunk noch nicht vollständig verfügbar sind oder zusätzliche Redundanz gefragt ist“, gewährleisten, erklärt das Unternehmen.

Im Unterschied zur lokalen Netzinfrastruktur bleibe eine Satellitenverbindung stabil, auch wenn terrestrische Leitungen wie Mobilfunk, DSL oder Glasfaser ausfallen. „Fällt die Primärversorgung aus, kann mithilfe von SIA eine nahtlose Versorgung hergestellt werden,“ hebt die Telekom den Vorteil hervor. Davon würden besonders zeit- und geschäftskritische Prozesse profitieren, „für die jede Minute Ausfall zählt“.

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„Mit Starlink wird der Himmel zur Backup-Leitung“, sagt Klaus Werner, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland. „Das Angebot sichert Erreichbarkeit genau dort, wo sie für den Betrieb unerlässlich ist: auf Großbaustellen, in abgelegenen Regionen oder im Krisenfall“, hält er weiter fest.

Zwar können Unternehmen Starlink-Antennen auch ohne die Telekom selbst beschaffen und betreiben. Die Telekom bietet mit ihrem Angebot ein „schlüsselfertiges Gesamtpaket aus einer Hand“. Der Netzbetreiber fungiere dabei als zentraler Ansprechpartner und übernehme Montage, Netzanbindung und Service. Überdies soll mittels priorisierter Business-Kapazitäten eine stabile Verbindung auch bei hoher Auslastung gewährleistet sein. Diese bietet Starlink aber auch bei Direktbuchung eines Businesszugangs.

Zudem würden auf Wunsch auch Systemspezialisten den laufenden Betrieb begleiten und bei Bedarf direkt vor Ort zur Verfügung stehen. Die Abrechnung laufe dabei nicht über Starlink, sondern über die Telekom-Rechnung. Dass das System funktioniere, zeige ein Pilotprojekt: Eine Brauereikette hat in Ostdeutschland einen neuen Standort angebunden, während der Glasfaserausbau dort noch laufe.

Datenflatrates bietet die Telekom für SIA nicht an: Stattdessen können Unternehmen Datenpakete von 50 GByte bis 10 TByte kaufen. Abhängig von der Netzlast bietet das Starlink-Netzwerk bis zu 400 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload bei einer Latenz von 20 bis 60 Millisekunden. Preise nennt die Telekom nicht, direkt bei Starlink geht es bei 46 Euro im Monat für 50 GByte los – dieses Angebot richtet sich laut Unternehmen primär an kleine Unternehmen für „Back-up-Konnektivität“.

Abseits der Anbindung für Großkunden arbeitet die Telekom mit Starlink auch zusammen, um künftig die Lücken in der Mobilfunkabdeckung in zehn europäischen Ländern zu schließen – auch in Deutschland. Mithilfe der Satellitenkommunikation sollen geeignete Smartphones künftig auch in klassischen Funklöchern eine Verbindung halten. Die Dienste sollen ab 2028 verfügbar sein.

(afl)