GoPro unter Druck: Hersteller streicht rund ein Viertel der Stellen
Sinkende Umsätze und steigende Betriebskosten machen GoPro zu schaffen. Rund ein Viertel der Arbeitsplätze soll im Zuge einer Restrukturierung wegfallen.
GoPro hat seit Längerem mit Schwierigkeiten zu kämpfen, jetzt folgt eine neue Entlassungswelle.
(Bild: In Green/Shutterstock.com)
GoPro hat einen Restrukturierungsplan angekündigt, um Kosten zu senken und wieder profitabel zu werden. Im Zuge des Plans sollen 23 Prozent der Belegschaft entlassen werden, was laut GoPro etwa 145 von 631 Beschäftigten entspricht.
Der Personalabbau wird im zweiten Quartal 2026 umgesetzt und soll bis Ende 2026 weitgehend abgeschlossen sein. Die Restrukturierung wird einmalige Kosten von 11,5 bis 15 Millionen US-Dollar verursachen, vor allem für Abfindungen und Sozialleistungen. Das geht aus einem Bericht hervor, den GoPro bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.
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GoPro kämpft sowohl mit sinkenden Umsätzen als auch mit rückläufigen Verkaufszahlen und einer schwächelnden Abosparte. 2025 setzte das Unternehmen mit 652 Millionen Dollar rund 19 Prozent weniger um als im Vorjahr, während der Abverkauf von Kameras im Jahresvergleich um 20 Prozent auf rund 2 Millionen Geräte sank. Die Zahl der Abonnenten lag zum Jahresende bei 2,36 Millionen und damit rund 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz um 26 Prozent gesenkter Betriebskosten schrieb GoPro im vergangenen Jahr einen Verlust von 93 Millionen Dollar, wie aus dem jüngsten Finanzbericht hervorgeht.
KI-Technik soll die Wende bringen
GoPro-Chef Nick Woodman verwies in der Analystenkonferenz auf „makroökonomische Belastungen“ im Konsumsektor, darunter Zölle, steigende Speicherkosten und Lieferengpässe, die das Geschäft derzeit belasten. Mit Schwierigkeiten hat das Unternehmen aber schon länger zu kämpfen: GoPro reduzierte seine Belegschaft bereits 2024 um rund 25 Prozent, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht.
Dieser Trend dürfte auf wachsenden Wettbewerb und den Verlust von Marktanteilen an Konkurrenten wie DJI und Insta360 zurückzuführen sein, während der Actioncam-Markt zugleich als zunehmend gesättigt gilt. Drohnen mit automatischen Tracking-Funktionen übernehmen zudem zunehmend klassische Einsatzbereiche von Actioncams. GoPro versuchte mit der Karma-Drohne selbst in diesen Markt einzusteigen, zog sich nach technischen Problemen und starkem Wettbewerbsdruck jedoch wieder zurück. Zusätzlicher Druck könnte künftig auch von Smart Glasses wie der Oakley Meta ausgehen, die Aufnahmen aus der Ich-Perspektive vereinfachen und damit in einzelnen Anwendungsfällen mit Actioncams konkurrieren.
Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, setzt GoPro auf KI-Technik. Ab dem zweiten Quartal 2026 will GoPro mit dem Bildprozessor „GP3“, einem speziell für KI-Anwendungen entwickelten Chip, eine neue Generation von Premium-Kameras einführen. Der Chip soll laut GoPro sowohl die Bildqualität als auch die Verarbeitungsleistung deutlich steigern.
(tobe)