Projekte in Gemini: Google integriert „Notebook“-Funktion

Google integriert in Gemini die von NotebookLM bekannten „Notizbücher“. Mit diesen sollen sich Chats und Quellen an einem Ort leichter organisieren lassen.

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Notebooks-Funktion in Gemini

(Bild: Google)

Lesezeit: 3 Min.

Googles KI-Tool Gemini erhält eine neue Funktion namens „Notebooks“ (Notizbücher), mit der Nutzerinnen und Nutzer Informationen zu bestimmten Themen an einem Ort organisieren können, während sie den KI-Chatbot nutzen. Wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab, können Nutzer beispielsweise Dateien, frühere Unterhaltungen und benutzerdefinierte Anweisungen in die Notebooks einfügen, die Gemini dann als Kontext heranziehen kann, während sie mit dem Chatbot sprechen. Im Seitenmenü von Gemini gibt es damit neben „Meine Inhalte“ und „Gems“ die „Notebooks“, die man als Projekte verstehen kann.

Der Einzug von Notebooks in Gemini scheint eine konsequente Fortsetzung von Googles Marschrichtung zu sein, Informationen strukturierter in Gemini bereitzustellen. Denn schon Ende vergangenen Jahres hatte Google NotebookLM als Quelle in die Gemini-App integriert. In NotebookLM ist es schon länger möglich, Texte, Konversationen und weitere Inhalte mithilfe der KI-Plattform zu analysieren und als Wissenssammlung zu organisieren.

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Google ist zudem nicht das einzige Unternehmen, das auf eine organisierte Wissenssammlung in seinem KI-Tool setzt. Denn „Notebooks“ scheinen einen ähnlichen Ansatz wie die im Jahr 2024 von OpenAI in ChatGPT eingeführte „Projects“-Funktion zu verfolgen. Mit dieser können Nutzer ebenso Informationen zu einem bestimmten Thema an einem Ort speichern. Google erklärt Notebooks wie folgt: „Stellen Sie sich Notebooks als persönliche Wissensdatenbanken vor, die über Google-Produkte hinweg geteilt werden, beginnend mit Gemini.“ Die Notebooks von Gemini lassen sich zudem mit Googles KI-Forschungstool NotebookLM synchronisieren. Damit können Quellen, die man in einer der Apps hinzufügt, in beiden angezeigt werden. Das erschließt zudem NotebookLM-exklusive Funktionen wie Video-Overviews und Infografiken – selbst wenn ein Notizbuch ursprünglich in der Gemini-App angelegt wurde.

(Bild: Google)

Das Unternehmen erklärt in seiner Ankündigung, dass man mit den Notebooks Gespräche zu einem bestimmten Thema an einem Ort übersichtlich zusammenfassen kann. Zudem lassen sich bisherige Chats in Notizbücher verschieben, dem Chatbot individuelle Anweisungen geben und relevante Dateien wie Dokumente und PDFs hinzufügen, um Gemini mehr Kontext zu einem Themenkomplex zu liefern. Sobald die vom Nutzer ausgewählten Quellen in einem Notizbuch organisiert sind, nutze „Gemini diese zusammen mit seinen leistungsstarken Tools und der Websuche, um dir besonders hilfreiche Antworten zu liefern“, heißt es weiter.

Die Notebook-Funktion in Gemini soll Google zufolge noch im Laufe dieser Woche in den USA verfügbar sein. Zunächst wird das Feature nur für Abonnenten von Google AI Ultra, Pro und Plus in der Webversion bereitgestellt. Je nach Abo-Plan variiert dabei, wie viele Quellen sich einem Notizbuch hinzufügen lassen. In den folgenden Wochen plant das Unternehmen eine Ausweitung auf Mobilgeräte, weitere Länder (auch Europa) sowie die Bereitstellung für kostenlose Nutzer. Schließlich weist Google in den Fußnoten darauf hin, dass die Notebook-Funktion in Gemini nicht für Nutzer unter 18 Jahren sowie für Workspace- und Education-Konten verfügbar ist.

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(afl)