Zwischen Mond und Makro: Die Bilder der Woche 15
Von der rauen Mondoberfläche bis zu feinen Tautropfen: Diese Woche zeigt die Fotografie wieder all ihre Facetten.
Viele Gipfel
(Bild: Lightpix84)
Die c’t Foto-Community zeigt in dieser Woche eindrucksvoll, wie vielseitig Fotografie sein kann. Bekannte Motive erscheinen in neuem Licht, während einfache Objekte durch ungewöhnliche Techniken überraschend wirken. Mal stehen klare Formen und starke Kontraste, mal weiche Übergänge und reduzierte Farben im Vordergrund. Licht wird gezielt eingesetzt, um Strukturen sichtbar zu machen oder Stimmungen zu erzeugen.
Auffällig ist das Spiel mit Perspektive und Nähe. Enge Ausschnitte holen Details heran, während grafische Kompositionen den Blick lenken. Auch experimentelle Ansätze finden ihren Platz und erweitern den klassischen fotografischen Blick. So entsteht eine abwechslungsreiche Auswahl, die Technik, Gestaltung und Idee gleichermaßen verbindet.
Der Mond von SonyAlpha380
(Bild:Â SonyAlpha380)
Ein bekanntes Motiv, das hier jedoch ganz neu entdeckt wird. Krater reiht sich an Krater über die Oberfläche des Mondes. Feine Strukturen und helle Ebenen treten klar hervor, während der Rand hart ins schwarze All abfällt. Das seitliche Licht modelliert jede Vertiefung und bringt die raue Landschaft deutlich zur Geltung. Die schräge Aufteilung verstärkt den Kontrast zwischen Licht und Dunkel. Der enge Ausschnitt holt den Mond überraschend nah heran und lenkt den Blick über seine vielen Details.
Aus gegebenem Anlass von der Onkel Werner
(Bild:Â der Onkel Werner)
Ein Bild, das Raum für Gedanken über Glaube, Geschichte und Gegenwart lässt. Eine Christusfigur am Kreuz hebt sich sanft aus einem gelben Hintergrund hervor. Die Konturen verschwimmen und die Arme und der Körper wirken, als seien sie in Bewegung. Feine Linien im Hintergrund setzen klare Kanten und geben dem Bild Halt. Die Mischung aus Unschärfe und klaren Flächen zieht den Blick sofort an. Durch die reduzierte Farbwelt wird die Wirkung noch verstärkt und alles bleibt bewusst schlicht.
Siegel-Ei von vicia-faba
(Bild:Â vicia-faba)
Ein einfaches Motiv wird hier zum visuellen Experiment. Die Aufnahme entsteht als Scan-Art direkt mit dem Scanner. Das Ei zerfließt, wobei die zeilenweise Abtastung die typischen horizontalen Verschiebungen erzeugt. Helles Gelb trifft auf tiefes Schwarz, weiche Verläufe auf harte Kanten.
Fotografin Erika Weber-Lange berichtet ausführlich: „Ich betreibe die Technik, mit dem Flachbett-Scanner Bilder anzufertigen, seit 26 Jahren und habe dabei diverse Vorgehensweisen entwickelt, die ich aber im Detail nicht preisgeben will. Das Bild Siegel-Ei entstand mit einem echten Ei auf der Glasplatte, das ich im Rüttel-Verfahren einscannte. Dies genau zu beschreiben wäre ohnehin kaum machbar, man muss da von Hand experimentieren, bis ein gutes Ergebnis entsteht.“
Bernadette von Thomas Ruppel
(Bild:Â Thomas Ruppel)
Eine Frau blickt ruhig in die Kamera und hat eine Hand locker auf der Stirn. Weiches Licht fällt auf ihr Gesicht und hebt Augen und Haut sanft hervor. Unscharfe Elemente im Vordergrund rahmen das Porträt und lenken den Blick in die Bildmitte. Die enge Perspektive schafft Nähe. Der gezielte Fokus auf das Gesicht sorgt für Klarheit und Ruhe, während Licht und Schatten für Tiefe sorgen.
Viele Gipfel von Lightpix84
(Bild:Â Lightpix84)
Das Foto spielt mit der Idee von Landschaft in der Stadt. Die markante Glasfassade der Elbphilharmonie ragt wie ein Gebirgszug aus Glas und Stahl in den Himmel. Ihre geschwungene Dachlinie bildet mehrere klare Gipfel, die sich gegen den hellen, beinahe leeren Hintergrund abzeichnen. Der minimalistische Eindruck wird durch die reduzierte Farbgebung verstärkt und lenkt den Blick auf Form und Struktur. Die klare Perspektive betont die Höhe und lässt die Architektur fast grafisch wirken.
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bedröppelt von uschi1956
(Bild:Â uschi1956)
Eine noch geschlossene Küchenschelle im Tau. Wassertropfen sitzen auf den feinen Härchen von Knospe und Blättern und heben jede Struktur klar hervor. Die Makroaufnahme zeigt die Pflanze formatfüllend, der ruhige, unscharfe Hintergrund trennt sie deutlich vom Umfeld. Die Mitte bleibt der visuelle Anker, während die Tropfen die Details liefern.
pozdrav suncu, zadar, croatia, 2022 von Marie Himmel
(Bild:Â Marie Himmel)
Sandalen auf Glas, darüber ein leichtes, rosafarbenes Kleid. Die spiegelnde Fläche verdoppelt die Szene und verwandelt einen einfachen Moment in ein grafisches Spiel. Die klaren Linien der Platten treffen auf die weichen Stoffstrukturen. Die tiefe Perspektive zieht den Blick direkt in die Reflexion. So verschmelzen Realität und Spiegelbild zu einer ruhigen, fast schwebenden Szene.
(vat)