Hohe Energiekosten und Regularien: OpenAI pausiert Stargate UK
ChatGPT-Hersteller OpenAI stoppt wegen der Rahmenbedingungen ĂĽberraschend sein Stargate UK-Projekt, will aber mit der Regierung in London weiter verhandeln.
(Bild: Shutterstock/ioda)
OpenAI legt sein Rechenzentrumsprojekt Stargate UK in GroĂźbritannien vorerst auf Eis, da die Rahmenbedingungen fĂĽr die Realisierung nicht gegeben seien. Als GrĂĽnde fĂĽr den ĂĽberraschenden Schritt nannte das Unternehmen regulatorische HĂĽrden und hohe Energiekosten. Das US-amerikanische Nachrichtenportal Politico berichtete am Mittwoch zuerst darĂĽber.
Das Stargate UK-Projekt war von OpenAI erst im September vergangenen Jahre, zeitgleich mit dem Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien, angekündigt worden. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit der britischen Regierung geschlossen.
Die Pläne für Stargate UK sahen laut Politico vor, im ersten Quartal 2026 bis zu 8.000 fortschrittliche Nvidia-Chips vom Londoner Rechenzentrumsbetreiber Nscale an verschiedenen Standorten in Großbritannien anzumieten. Gegenüber dem Nachrichtenportal gab OpenAI an, dass seine Investitionsentscheidungen auf verschiedenen Faktoren basierten, darunter vorhersehbare Regelungen zu Themen wie dem Urheberrecht. Politico verweist darauf, dass die britische Regierung im vergangenen Monat frühere Vorschläge verwarf, KI-Firmen die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zu erlauben, sofern die Rechteinhaber nicht ausdrücklich widersprechen.
RĂĽckschlag fĂĽr die britische Regierung
Nach Einschätzung von Politico ist der Schritt von OpenAI „ein schwerer Schlag für die KI-Ambitionen“ der britischen Regierung. Die Regierung in London hat gezielte Anstrengungen unternommen, um Investitionen von führenden Tech-Unternehmen und Infrastrukturanbietern anzuziehen und ausgewählte Gebiete des Landes zu „KI-Wachstumszonen“ erklärt. Gleichzeitig hat das Land mit die höchsten Energiepreise weltweit, was die Anziehung energieintensiver KI-Rechenzentren erschwert.
„Unser Fokus liegt weiterhin darauf, die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen in die KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur Großbritanniens zu schaffen“, erklärte ein Sprecher des britischen Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Technologie in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wir arbeiten weiterhin mit OpenAI und anderen führenden KI-Unternehmen zusammen, um die Rechenkapazität in Großbritannien zu stärken.“
OpenAI lässt die Tür offen
Auch OpenAI hat die Pläne für Stargate UK noch nicht endgültig begraben. „Wir sehen enormes Potenzial für die KI-Zukunft Großbritanniens“, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in einer E-Mail gegenüber Bloomberg. „KI-Rechenleistung ist die Grundlage für dieses Ziel. Wir prüfen Stargate UK weiterhin und werden die Entwicklung fortsetzen, sobald die Rahmenbedingungen – wie etwa regulatorische Vorgaben und Energiekosten – langfristige Infrastrukturinvestitionen ermöglichen.“
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OpenAI hat seine globalen Investitionen in die Rechenzentrumsinfrastruktur verstärkt. Um die stark steigende Nachfrage nach KI-Rechenleistung zu decken, arbeitet das Unternehmen mit Partnern wie Microsoft, Oracle und Nvidia zusammen. Stargate UK ist der britische Ableger des internationalen Infrastrukturprojekts „Stargate Project“, in dessen Rahmen OpenAI und Partner in den kommenden Jahren mindestens 500 Milliarden US-Dollar in neue KI-Rechenzentren stecken wollen, darunter in Standorte im US-Bundesstaat Texas, in Norwegen oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.
(akn)