TikTok baut weiteres Rechenzentrum in Finnland - fĂĽr eine Milliarde Euro
TikTok investiert noch eine Milliarde Euro in Rechenzentren in Finnland. Die EU-Datensouveränität soll durch eine externe Sicherheitsfirma gewährleistet sein.
(Bild: whiteMocca/Shutterstock.com)
TikTok hat die Investition von einer Milliarde Euro für den Bau eines zweiten Rechenzentrums in Finnland angekündigt. Der chinesische Kurzvideo-Dienst lässt bereits ein Datacenter in Kouvola errichten, das bis Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen soll. Nächstes Jahr soll dann das neue TikTok-Rechenzentrum in Lahti anlaufen. Damit will TikTok die Datensouveränität Europas andienen, was durch unabhängige Sicherheitsexperten garantiert werden soll.
Schon 2023 hatte TikTok erklärt, wegen Datenschutzbedenken mehr Rechenzentren in Europa einzurichten. Das läuft bei TikTok als „Project Clover für Datensouveränität in Europa“. Der chinesische ByteDance-Konzern, zu dem TikTok gehört, will damit den politischen Druck mindern, der wegen der Sicherheit von Nutzerdaten regelmäßig ausgeübt wird. Zudem reagiert das Unternehmen aber auch auf den Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union.
Rechenzentrum für EU-Daten mit 128 Megawatt Kapazität
Mit dem zweiten Rechenzentrum in Finnland, der zweiten Milliarden-Euro-Investition TikToks in dem skandinavischen Land, soll dies erneut unterstrichen werden. „Finnland bietet eine einzigartige Kombination aus einer starken digitalen Infrastruktur, Zugang zu sauberer und zuverlässiger Energie sowie hochqualifizierten Arbeitskräften“, erklärt TikTok-Manager Christian Hannibal. „Das macht das Land zu einer naheliegenden Wahl, während wir unsere europäische Infrastruktur weiter ausbauen und den lokalen Schutz und die lokale Speicherung von Daten verstärken.“
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Das neue Rechenzentrum in Lahti wird zu Beginn eine Leistung von 50 Megawatt besitzen, die auf bis zu 128 Megawatt Gesamtkapazität ausgebaut werden kann, berichtet Reuters. Die Investition ist Teil des 12 Milliarden Euro schweren Project Clover, um „Daten der über 200 Millionen europäischen Nutzer*innen“ zu schützen, so TikTok.
Externe SicherheitsprĂĽfer fĂĽr Datenschutz
Doch die Datenspeicherung in Europa garantiert keinen Datenschutz. Deshalb hat TikTok externe Sicherheitsexperten der britischen NCC Group beauftragt, „die Datenkontrollen und Schutzmaßnahmen unabhängig zu überwachen, zu prüfen und zu verifizieren, Datenflüsse zu kontrollieren und Unregelmäßigkeiten zu melden“. Das soll offenbar gewährleisten, dass kein Datenabfluss Richtung China erfolgt.
In den USA war TikTok ähnlich vorgegangen. Dort wurde die App von dem Software-Konzern Oracle geprüft, in deren Rechenzentren auch die Daten der US-Nutzer gespeichert werden. 2022 hatte TikTok allerdings bestätigt, dass Mitarbeiter in China auf US-Nutzerdaten zugreifen können. Zwar bekräftigt TikTok stets, man habe nie Datenanfragen von der chinesischen Regierung bekommen und würde diesen auch nicht nachkommen. Doch letztlich führten die Zweifel dazu, dass TikTok in den USA verkauft wurde und neue Eigentümer erhalten hat.
(fds)