Rust rutsch überraschend ab – Python bleibt vorn: Tiobe-Index für April
Rust rutscht im Tiobe-Index von Platz 13 auf 16 ab und beendet damit eine längere Aufstiegsphase. An der Spitze verbleibt Python.
(Bild: Artit Wongpradu/Shutterstock.com)
Im Tiobe-Index für April 2026 ist Rust von seinem Höchststand von Platz 13 Anfang des Jahres auf Rang 16 zurückgefallen. Die Herausgeber des monatlichen Index sehen das als Anzeichen dafür, dass sich der seit 2020 bestehende Aufstieg der Sprache insgesamt verlangsamt.
Python führt das Ranking mit 20,97 Prozent an Suchtreffern weiterhin an, gefolgt von C (12,34 Prozent), C++ (8,03 Prozent), Java (7,79 Prozent) und C# (5,98 Prozent) – diese Sprache hatte Tiobe erst im Januar zur Programmiersprache des Jahres 2025 gekürt.
Rust erreicht im aktuellen Ranking einen Anteil von 1,09 Prozent. Tiobe-Chef Paul Jansen sieht die Ursache für den Abstieg vor allem in der hohen Einstiegshürde: „Rust bleibt für Nicht-Experten schwierig zu erlernen". Konzepte wie Ownership und Borrowing erfordern für Umsteiger ein grundlegendes Umdenken.
(Bild: Screenshot Tiobe)
C zeigt eine gegenläufige Tendenz, da die Sprache mit einem Plus von 2,39 Prozentpunkten deutlich zulegen konnte. Das ist verwunderlich, denn C gilt als unsichere Variante für hardwarenahe Programmierung im Vergleich zu Rust, und immer mehr Entwicklerinnen und Entwickler wenden sich davon ab, gerade auch in den großen Organisationen wie Google, Microsoft oder dem Linux-Kernel-Team.
Rust als typsichere Programmiersprache bildet auch im Umgang mit KI einen Vorteil gegenüber vielen anderen Sprachen, da sie zu mehr Eindeutigkeit und weniger Fehlern führt. Der Verlauf der letzten Monate lässt sich auch als normale Schwankung interpretieren.
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Die Methodik des Tiobe-Index gilt in der Branche als zweifelhaft, denn sie misst nicht die tatsächliche Verwendung von Sprachen durch Entwickler, sondern deren Interesse daran – gemessen an Suchtreffern im Web. Die Quote steht für den Anteil von Suchtreffern einer Programmiersprache gegenüber allen Programmiersprachen. Tiobe wertet dazu die Ergebnisse von 25 Suchmaschinen aus, darunter Google, Wikipedia oder Amazon.
Der Herausgeber muss künftig zeigen, wie tragfähig diese Methode im KI-Zeitalter noch ist, in dem die meisten Programmiererinnen und Programmierer eher ihren Coding-Assistenten befragen als Google.
(who)