Dienstag: KI-Klon von Mark Zuckerberg, Warnung vor Gesichtserkennung

Meta entwickelt KI-gestützte 3D-Charaktere + Gesichtserkennung bei Smart Glasses + Elektromotor für Flugzeuge + Ausweis digital + 5G-Frequenzen versteigert

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Foto eines Handys mit dem Facebook-Profil von Mark Zuckerberg. Im Hintergrund das Logo von Meta., dazu Text: DIENSTAG Mark Zuckerberg, Meta Smart Glasses, Elektromotor,  EUDI-Wallet & 5G-Frequenzen

(Bild: Algi Febri Sugita / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Der US-Konzern Meta arbeitet laut einem Medienbericht an der Entwicklung fotorealistischer, KI-gestützter 3D-Charaktere, mit denen Nutzer in Echtzeit interagieren können. Meta-Chef Mark Zuckerberg wiederum bastelt an einem KI-Avatar von sich selbst, der ihn in Mitarbeiter-Meetings ersetzt. US-Bürgerrechtsorganisationen schlagen Alarm. Sie sehen durch die Pläne von Meta, bei seinen Smart Glasses Gesichtserkennung einzuführen, das Recht auf Privatsphäre und Freiheit verletzt und fordern eine Einstellung des Vorhabens. Und das Fraunhofer-Institut hat einen leistungsstarken Elektromotor für Flugzeuge entwickelt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Der Social-Media-Konzern investiert Milliardensummen in den Ausbau seiner KI-Kapazitäten. In der vergangenen Woche erwarb das Unternehmen KI-Cloud-Kapazität im Wert 21 Milliarden US-Dollar von CoreWeave. Zuvor präsentierte Meta sein neues Flaggschiff-KI-Modell Muse Spark. Nun berichtet die Financial Times von der Entwicklung KI-gestützter 3D-Charaktere durch Meta. Priorität hat demnach derzeit ein KI-Avatar von Meta-CEO Mark Zuckerberg. Dieser könnte also bald eine KI-Version von sich selbst haben, die anstelle von ihm mit Mitarbeitenden interagiert. Meta entwickelt KI-Version von Mark Zuckerberg

Im Februar waren Pläne bekannt geworden, wonach Metas millionenfach verkaufte Smart Glasses noch dieses Jahr Gesichtserkennung erhalten könnten. Das ruft nun Bürgerrechtler in den USA auf den Plan. Dutzende Nichtregierungsorganisationen unter der Führung der US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) fordern in einem offenen Brief Meta auf, das Vorhaben zur Ausstattung seiner intelligenten Brillen mit Gesichtserkennung unverzüglich zu stoppen. Sie sehen Privatsphäre und Freiheit bedroht; eine „rote Linie“ werde überschritten. Privatsphäre: Bürgerrechtler warnen vor Gesichtserkennung bei Meta Smart Glasses

Ein Antrieb für leichtere, leisere und sauberere Flugzeuge – das war das Ziel des EU-Projektes Innovative Demonstrator for hybrid-Electric Regional Application (AMBER). Die CO₂-Emissionen in der Luftfahrt sollen damit langfristig um mindestens 30 Prozent gesenkt werden. In dem Projekt sollte ein von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle befeuerter Elektromotor entwickelt werden, der in einem propellergetriebenen Passagierflugzeug genutzt werden kann. Ein ambitioniertes Unterfangen. Jetzt hat das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) einen lediglich 94 kg schweren Elektromotor für den Einsatz von Hybrid-Elektro-Passagierflugzeugen im Regionalverkehr vorgestellt. Fraunhofer entwickelt leichten leistungsstarken Elektromotor für Flugzeuge

Ab dem 2. Januar 2027 soll die EUDI-Wallet (European Digital Identity Wallet) EU-Bürgern ermöglichen, Identitätsnachweise und andere Dokumente auf dem Smartphone zu speichern und bei Bedarf vorzulegen. Dazu zählen etwa Personalausweis, Führerschein oder Zeugnisse, aber auch Verträge oder Versicherungsnachweise. Bereits mehr als 100 Unternehmen haben sich einem Memorandum of Understanding des Bundesministeriums für Digitales angeschlossen und möchten die Entwicklung gemeinsam vorantreiben. Die EUDI-Wallet startet in einigen Monaten – doch mehr als die Hälfte der Deutschen weiß laut Digitalverband Bitkom nicht, dass es sie gibt. Digitaler Ausweis kommt 2027 – Mehrheit der Deutschen ahnungslos

Weil in Österreich die im Jahr 2010 versteigerten Funkfrequenzrechte für Mobilfunkdienste im Bereich um 2600 MHz zum Jahresende auslaufen, war eine Neuvergabe nötig. Die Regulierungsbehörde TKK (Telekom-Control-Kommission) hat zusätzlich erstmals den ungepaarten Frequenzblock von 2300 bis 2360 MHz zugeteilt. Gab es vor sechzehn Jahren aber noch vier Bieter, sind inzwischen nur noch drei flächendeckende Mobilfunknetzbetreiber in Österreich übrig. Die zahlen zusammen fast exakt so viel wie bei der Ausschreibung 2010. Allerdings ist dieses Mal mehr Frequenzspektrum unter den Hammer gekommen – der Preis ist also ordentlich gesunken. Neue 5G-Frequenzen in Österreich versteigert

Auch noch wichtig:

  • Frankreich will raus aus der Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen. Der Plan ist ambitioniert, konkret – und überfällig. Ein Kommentar. Europa, schau auf Frankreich!

(akn)