Teilweise um über 1000 Euro: Microsoft erhöht die Preise für Surface-Geräte
Vor der erwarteten Vorstellung von neuen Surface-Geräten hat Microsoft die Preise für das aktuelle Portfolio merklich angehoben. Die UVP wird nun übertroffen.
(Bild: Microsoft)
Wegen der Speicherkrise erhöht Microsoft nun auch die Preise für die hauseigenen Surface-Geräte – und zwar teilweise recht deutlich. War der Preis für das Surface Pro 12 Zoll mit 256-GByte-SSD seit seiner Vorstellung von 979 auf zuletzt 759 Euro gesunken, will Microsoft dafür jetzt stolze 1149 Euro – fast 200 Euro mehr als vor einem Jahr. Beim Surface Laptop mit 15-Zoll-Display und der besten Ausstattung ist der Preis von zwischenzeitlich 1875 Euro jetzt sogar auf 3119 Euro gestiegen, 550 Euro mehr als die unverbindliche Preisvorstellung von vor einem Jahr. Gegenüber US-Medien hat Microsoft die teils drastischen Preiserhöhungen auf die jüngsten Kostensteigerungen beim Speicher und anderen Komponenten zurückgeführt.
Preiskrise setzt den ganzen Markt unter Druck
Grund für die Krise auf dem Markt für Speicher ist die gewaltige Nachfrage durch Hyperscaler für ihre KI-Rechenzentren. Das Konzept Angebot und Nachfrage wird dabei praktisch ausgehebelt: Normalerweise würde die Nachfrage nach den Komponenten durch die hohen Preise längst sinken, wodurch sich die Preise wieder einpendeln müssten. Derzeit kaufen Hyperscaler jedoch alles auf, was verfügbar ist, unabhängig von den Kosten. Zugleich dauert es Jahre, bis Speicherhersteller den Bau neuer Werke abschließen und die Serienproduktion beginnen können. Darunter leidet inzwischen der komplette PC- und Smartphonemarkt, besonders betroffen sind aber vergleichsweise günstige Geräte mit geringen Margen.
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Mit der Preiserhöhung für die Surface-Geräte bietet Microsoft in seinem eigenen Portal jetzt nur noch das Surface Go 4 für Business für weniger als 1000 Euro an, ansonsten fallen lediglich einige wiederaufbereitete („refurbished“) Surface unter diese Grenze. Derweil hat Apple erst vor wenigen Wochen das MacBook Neo für rund 700 Euro freigegeben und den Markt damit enorm unter Druck gesetzt. Die Konkurrenz wurde davon offenbar kalt erwischt und hat sich zuletzt Zeit für eine Reaktion erbeten. Die teils massive Preiserhöhung von Microsoft war damit sicher nicht gemeint, könnte den Markt laut Bloomberg aber auf anstehende Nachfolger vorbereiten, die für vergleichbare Preise eingeführt werden dürften. Microsofts Surface-Geräte gibt es bei verschiedenen Händlern aktuell günstiger als beim Hersteller.
(mho)