SpaceX vor Börsengang: Nur Starlink bringt Geld, xAI und X mit hohen Verlusten
SpaceX will an die Börse, es soll der größte Börsengang der Geschichte werden. Die Geschäftszahlen wecken aber Zweifel an der angestrebten Bewertung.
(Bild: JHVEPhoto / Shutterstock.com)
Das Weltraum-, KI- und Social-Media-Unternehmen SpaceX von Elon Musk macht einen Großteil seines Umsatzes und sogar mehr als seinen gesamten bereinigten Gewinn mit dem Satelliteninternet Starlink. Das berichtet das US-Magazin The Information unter Berufung auf bislang nicht öffentlich gemachte Geschäftszahlen des Unternehmens, das gegenwärtig einen Rekordbörsengang vorbereitet. Demnach hat das aus mehreren Übernahmen entstandene Unternehmen 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar gemacht, 11,4 Milliarden seien auf Starlink entfallen. Mit dem Start von Raketen und dem Transport von Nutzlasten ins All hat SpaceX demnach weitere 4,1 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, die restlichen 3,2 Milliarden entfallen auf xAI und das KI-Geschäft sowie den Kurznachrichtendienst X.
SpaceX-Erfolg hängt an Starlink
Die internen Zahlen würden deutlich machen, dass der Erfolg des geplanten Börsengangs von SpaceX am Wachstum von Starlink hängt, schreibt das Branchenmagazin weiter. Sowohl mit den Raketenstarts als auch mit dem KI-Geschäft – und X – würde SpaceX aktuell „Geld verbrennen“ und nicht Art von Wachstum erreichen, die die „atemberaubende Bewertung“ von SpaceX rechtfertigen würde, die Elon Musk anstrebt. Mit einem jährlichen Umsatzwachstum von zuletzt 50 Prozent sei Starlink der einzige Geschäftsbereich, der einen Cashflow erwirtschaftet, derweil würden die Margen der anderen Bereiche schrumpfen. Das liegt demnach primär an den massiven Investitionen in die Entwicklung der Riesenrakete Starship und in Rechenzentren für xAI.
SpaceX baut Starlink seit 2019 auf, inzwischen mehr als 10.000 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn ermöglichen auf allen Kontinenten schnelle Internetverbindungen – unabhängig von der dortigen Netzinfrastruktur. SpaceX darf auch tausende weitere Satelliten ins All bringen. Während die Technik angeblich hauptsächlich schlecht vernetzte Regionen online bringen soll, hat sie zuletzt vor allem auch im Krieg in der Ukraine einen enormen strategischen Wert bewiesen. Vor gut zwei Wochen hat die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der Dienst inzwischen mehr als neun Millionen Nutzer und Nutzerinnen in aller Welt hat.
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The Information weist jetzt auch noch einmal darauf hin, dass SpaceX zwar immer mehr Raketen startet, damit aber größtenteils nur Starlink-Satelliten ins All bringt. Zwar lassen auch Weltraumagenturen, Regierungen und andere Unternehmen ihre Nutzlasten von SpaceX ins All schießen, dieser Markt ist aber weiterhin begrenzt. Elon Musk hatte zur Bekanntmachung der Fusion und des geplanten Börsengangs mehrfach davon geredet, dass SpaceX als Nächstes in großem Umfang KI-Rechenzentren im Weltraum aufbauen soll. An der Tragfähigkeit des Konzepts gibt es aber Zweifel und die entstehenden Kosten wären enorm. Der Börsengang ist aktuell für Juni geplant.
(mho)