Babyboomer suchen Sinn, Gen Z sucht Chancen – alle wollen Sicherheit

Die Wechselbereitschaft in Deutschland sinkt, während Jobsicherheit in den Vordergrund rückt. Eine aktuelle Studie zeigt die Gründe.

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Ein Mann sitzt auf einem WĂĽrfel und arbeitet an einem Laptop unter einem Sonnenschirm.

(Bild: heise medien)

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Die Wechselbereitschaft von Beschäftigten in Deutschland sinkt leicht, dafür rückt die Jobsicherheit in den Vordergrund. Das zeigt die Xing-Wechselwilligkeitsstudie 2026: Zwischen 58 und 75 Prozent der Befragten stufen einen sicheren Arbeitsplatz als wichtiges Kriterium ein – quer durch alle Generationen. Jüngere Beschäftigte stehen einem Jobwechsel zwar weiterhin offener gegenüber, agieren aber vorsichtiger als noch vor ein oder zwei Jahren. Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl führt die Entwicklung auf die anhaltende Wirtschaftsflaute, technologische Umbrüche und geopolitische Spannungen zurück.

Am wechselfreudigsten bleibt die Generation Z: 44 Prozent können sich einen Jobwechsel vorstellen. Gleichzeitig nennen 73 Prozent einen langfristig sicheren Arbeitsplatz als wichtig. 70 Prozent würden mehr Freizeit einem höheren Gehalt vorziehen. Da in vielen Unternehmen die Aufstiegsmöglichkeiten knapper werden, entscheiden viele Jüngere situativ und wechseln dorthin, wo sie Entwicklungschancen sehen.

Auch Millennials sind überdurchschnittlich wechselbereit, der Anteil sinkt aber von 47 Prozent im Jahr 2024 auf jetzt 40 Prozent. Die häufigsten Gründe für einen Wechsel: fehlende Aufstiegschancen (47 Prozent) und zu niedriges Gehalt (44 Prozent). Einzelne Faktoren geben selten den Ausschlag – meist ist es die Kombination aus Vergütung, Perspektive und Planbarkeit.

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Bei der Generation X fällt die Wechselneigung deutlich geringer aus. Dafür spielt die Arbeitsbelastung eine größere Rolle: 41 Prozent nennen ein zu hohes Stresslevel als Hauptgrund, den Arbeitgeber verlassen zu wollen. Jobsicherheit erreicht hier mit 75 Prozent den höchsten Wert aller Generationen. Gute Führung und realistische Workloads zählen ebenfalls zu den zentralen Erwartungen.

Die Babyboomer wechseln als älteste Generation im Beruf am seltensten – nur 17 Prozent ziehen es in Betracht. Wenn sie es tun, dann gezielt. Deutlich an Gewicht gewonnen hat der Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit: 65 Prozent messen diesem Punkt hohe Bedeutung bei, ein spürbarer Anstieg gegenüber 51 Prozent im Vorjahr.

Trotz aller Unterschiede zeigen sich generationenübergreifend gemeinsame Muster: Ein sicherer Arbeitsplatz, verlässliche Rahmenbedingungen und gute Führung stehen bei der Mehrheit der Beschäftigten oben auf der Liste. Die konkreten Schwerpunkte verschieben sich allerdings mit der Lebensphase – von Karriere und Flexibilität bei Jüngeren hin zu Stabilität und Sinn bei Älteren.

Die Studie basiert auf einer forsa-Befragung von 3.418 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland zwischen Dezember 2025 und Januar 2026. Die Erhebung läuft seit 2012 als Langzeitstudie. Details zu den Ergebnissen finden sich in einem Blogbeitrag von Xing.

(fo)