Mittwoch: Warnung vor deutscher Superbehörde, gespeicherte KI-Prompts in Chrome
Risiko durch zentralisierte Kontrolle + Google-Skills für Chrome + Copilot statt ChatGPT in Norwegen + Linux 7.0 mit Neuheiten + Unitree-Roboter als Sprinter
(Bild: Gorodenkoff/shutterstock.com)
Die Bundesregierung will die Kontrolle von BND und Verfassungsschutz zentralisieren, indem das bisherige Kontrollgremium der G10-Kommission durch den Unabhängigen Kontrollrat (UKRat) abgelöst wird. Kritiker warnen vor einem riskanten Datenpool für gegnerische Dienste, wenn der UKRat über die sensibelsten Operationen der Republik entscheidet. Derweil erlaubt Chrome künftig das Speichern oft genutzter KI-Prompts im Browser, um Nutzern das erneute Eintippen der Befehle zu ersparen. Google nennt dies „Skills“, die aber zunächst nur in den USA und in englischer Browser-Sprache verfügbar sind. Voraussetzung ist ohnehin die Integration von Gemini in Chrome, was bislang nicht weltweit umgesetzt ist. Auf zusätzliche Ressourcen für KI muss Google-Konkurrent OpenAI weiter verzichten. Denn nach Stargate UK in Großbritannien pausiert OpenAI auch sein Stargate-Projekt am norwegischen Polarkreis. Microsoft springt in die Bresche und mietet stattdessen die für die ChatGPT-Entwickler geplanten Rechenzentrumskapazität im norwegischen Narvik – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Geheimdienste arbeiten am liebsten im Verborgenen. Über praktische Grenzen ihrer Befugnisse entscheidet hierzulande ein Gremium, das selbst ebenfalls kaum im Licht der Öffentlichkeit steht. Die fünf Mitglieder der G10-Kommission entscheiden über sensibelste Eingriffe in die Privatsphäre und genehmigen etwa, ob Behörden Telefone abhören, E-Mails mitlesen oder Briefe öffnen dürfen. Damit setzen sie das grundgesetzlich geschützte Post- und Fernmeldegeheimnis außer Kraft. Dieses angestammte Kontrollmodell soll vom Unabhängigen Kontrollrat (UKRat) abgelöst werden, wenn es nach der Bundesregierung geht. Doch die geplante Reform ruft auch Skeptiker auf den Plan, die vor einer Zentralisierung warnen: Geplante Superbehörde für geheimdienstliche Überwachung schürt Spionageängste.
Google führt mit „Skills“ eine neue Browser-Funktion für KI-Nutzer in Chrome ein. Anwender können damit oft genutzte KI-Anfragen direkt im Browser speichern, um diese schnell und einfach erneut abzurufen, statt sie nochmals eintippen zu müssen. Damit werden nützliche KI-Befehle in Chrome zu 1-Klick-Tools, wie Google es nennt. Ein Beispiel ist ein per KI durchgeführter Vergleich von Produktdaten beim Shopping in mehreren Tabs. Voraussetzung dafür ist allerdings die Integration des KI-Modells Gemini in Chrome, was Google bislang nicht weltweit umgesetzt hat. Deshalb wird diese Funktion zunächst auch nur im englischsprachigen Chrome in den USA eingeführt, weitere Sprachen und Länder dürften folgen: Nutzer können KI-Anfragen bald in Chrome speichern für schnelle erneute Nutzung.
Während Google offenbar genug Rechenkapazitäten für neue KI-Funktionen zur Verfügung steht, drückt OpenAI auf die Bremse. Denn statt des ChatGPT-Entwicklers hat Microsoft die Anmietung von Rechenzentrumskapazität im norwegischen Narvik, nördlich des Polarkreises, vereinbart. Das Rechenzentrum war ursprünglich für OpenAI als Teil von dessen Stargate-Projekt geplant, doch die KI-Entwickler konnten sich laut Insidern nicht mit dem Betreiber Nscale einigen. Die Aufgabe der Rechenzentrumspläne in Norwegen ist der zweite Dämpfer für OpenAI innerhalb kurzer Zeit, nachdem vergangene Woche das vergleichbare Rechenzentrumsprojekt Stargate UK in Großbritannien auf Eis gelegt wurde. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen von Nscale entwickelten Standort: Microsoft übernimmt Rechenzentrum von OpenAI in Norwegen.
Die neue Versionsnummer des Linux-Kernels wirkt wie ein kleiner Paukenschlag. Wir schreiben nun eine 7.0. Das hat jedoch weniger mit einem großen architekturellen Wurf oder den neuen Features zu tun. Linus Torvalds ist dafür bekannt, große Zahlen hinter dem Punkt einer Versionsnummer nicht sonderlich zu mögen. Daher erfolgt dieses Mal wieder ein Sprung auf ein neues Major-Release, nur der besseren Nummerierung wegen. Wüsste man es jedoch nicht besser, ließen einige Features in Linux 7.0 durchaus an einen Major-Release-würdigen Sprung glauben. Immerhin verspricht der Neue im Kernel-Reigen selbstheilende Dateisysteme, robusten Code beim Allokieren von Speicher und Rust als offizielles – nicht experimentelles – Feature: Linux 7.0 erschienen – mehr als ein Nummernsprung.
Das chinesische Robotikunternehmen Unitree Robotics hat mit seinem humanoiden, menschengroßen Roboter H1 im 100-m-Sprint eine Geschwindigkeit von bis zu 10,1 m/s erreicht. Das geht aus einem Video von Unitree hervor. Unitree nennt allerdings nicht, welche Gesamtzeit der Roboter für die 100-m-Strecke benötigte. Die Firma führte den Sprint auf einer herkömmlichen Leichtathletikbahn durch. Der rund 1,78 m große und etwa 62 kg schwere humanoide H1-Roboter erreichte dabei laut Unitree eine Geschwindigkeit von 10,1 m/s. Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Durchschnittsgeschwindigkeit, sondern die maximale Spitzengeschwindigkeit, die der Roboter auf der Strecke erreicht hat. Zudem schließt Unitree Messfehler nicht aus: Unitrees humanoider H1-Roboter erreicht im 100-m-Sprint 10,1 m/s.
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(fds)