Erstes landesweites Verbot für den Bau von Rechenzentren in einem US-Bundesstaat

Im nordöstlichsten US-Bundesstaat soll jetzt das erste Bauverbot für neue Rechenzentren in Kraft treten. Noch fehlt aber die Unterschrift der Gouverneurin.

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(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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Maine soll als erster US-Bundesstaat ein vollständiges Verbot für die Errichtung von Rechenzentren bekommen, die mehr als 20 MW an Strom verbrauchen. Das soll bis November 2027 gelten. Das Gesetz (LD 307) haben das dortige Ober- und Unterhaus mit jeweils großer Mehrheit beschlossen, berichtet die Lokalzeitung Portland Press Herald. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung von Gouverneurin Janet Mills (Demokraten). Die hatte die aber an eine Ausnahme für ein vorgeschlagenes Rechenzentrum in dem Örtchen Jay geknüpft, für die es im Parlament keine Mehrheit gab. Sollte sie das Gesetz jetzt trotzdem unterzeichnen, wäre der nordöstlichste US-Bundesstaat der Erste, in dem der Neubau von Rechenzentren komplett untersagt würde.

Während des Bauverbots soll eine mit dem Gesetz ins Leben gerufene Arbeitsgruppe potenzielle Folgen des Baus von Rechenzentren überprüfen, fasst die Zeitung zusammen. Dem sollen nicht nur verschiedene Vertreter oder Vertreterinnen von Behörden, sondern auch von Arbeitnehmern, Unternehmen und Umweltschutzgruppen angehören. Überprüfen soll sie beispielsweise, welche Folgen der Bau für die Stabilität der Stromversorgung hat und wie sich die Folgen für die Umwelt minimieren lassen. Ein Abschlussbericht soll demnach bis Februar 2027 vorliegen, mehr als ein halbes Jahr, bevor das Moratorium ausläuft.

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Die Gesetzesinitiative ist Teil einer breiteren Bewegung gegen den Bauboom bei KI-Rechenzentren, der in den USA für wachsende Beunruhigung sorgt. Vor allem der immense Strombedarf der Einrichtungen steht dabei im Fokus, dürften die Anlagen damit doch die Strompreise für alle in die Höhe treiben. Auch deshalb gibt es längst einen Trend, neue Rechenzentren überhaupt nicht ans Stromnetz anzuschließen und mit direkt erzeugtem Strom selbst zu versorgen. Weil dafür primär auf Erdgas gesetzt wird, hat das potenziell weitreichende Folgen nicht nur für den Umwelt- und den Klimaschutz. In zahlreichen US-Bundesstaaten hat sich der Widerstand deshalb längst formiert, ähnliche Gesetze wie das in Maine sind auch anderswo in Vorbereitung.

(mho)