Stratosphärenluftschiff Sceye HAPS SE2 stellt Flugrekord auf

Das solarbetriebene Stratosphärenluftschiff HAPS SE2 hat einen Ausdauertest bestanden. Nach Auswertung der Flugdaten soll ein vorkommerzieller Test beginnen.

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Stratosphärenluftschiff startet aus einem Hangar.

Die HAPS SE2 bei ihrem Start zum Testflug am 25. März von einem Hangar in New Mexiko.

(Bild: Sceye)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrt-Start-up Sceye hat mit seiner HAPS SE2 (High-Altitude Platform Systems – HAPS) mehr als 10.300 km von New Mexiko aus bis zur Küste Brasiliens zurückgelegt. Das solarbetriebene Stratosphärenluftschiff stellte dabei mit insgesamt zwölf Tagen Flugzeit einen neuen Flugrekord auf. Das Luftschiff soll später kommerziell für Telekommunikations- und Umweltüberwachungsausgaben eingesetzt werden.

Die HAPS SE2 ist rund 82 m lang und besteht aus einer mit Helium befüllten Konstruktion. Die Außenhülle besteht aus Sceye Skin, einem extrem reiß-, UV- und Ozon-festem und leichtem Material, das von Sceye selbst entwickelt wurde. Angetrieben wird das Stratosphärenluftschiff, das in einem Höhenbereich von etwa 20 km an einer festen Position ausharren können soll, von einem Elektromotor mit einer Luftschraube am Heck. Auf der Oberseite des Luftschiffs sind Solarzellen angebracht. Genaue Angaben zu den Solarmodulen macht Sceye nicht, verrät aber, dass die verwendeten Lithium-Schwefel-Batterien zur Speicherung der Solarenergie ein Leistungsgewicht von 425 Wh/kg haben sollen.

Der zwölftägige Testflug begann bereits am 25. März im Rahmen eines Ausdauerprogramms, wie Sceye am Montag mitteilte. Die Landung erfolgte kontrolliert und planmäßig am 6. April in internationalen Gewässern vor der brasilianischen Küste.

In dieser Zeit legte das Stratosphärenluftschiff etwa 10.300 km zurück und überquerte unter anderem in Höhen von mehr als 15.850 m das Gebiet zwischen New Mexico und der brasilianischen Küste. Die HAPS SE2 verharrte mehrfach an bestimmten Punkten über ausgewählte Gebiete in der Stratosphäre mit einer Gesamtzeit von 88 Stunden. Dabei blieb das Luftschiff etwa einen kompletten Tag-Nacht-Zyklus über New Mexico sowie drei Tage hintereinander vor der brasilianischen Küste an einer festen Position stehen.

Während dieser Zeit hielt das Luftschiff seine Flughöhe und Position allein über seine Solar-Stromversorgung konstant. Die Batterien der HAPS SE2 wurden tagsüber nachgeladen, um in der Nacht über genügend Energie für den konstanten Flugbetrieb zu verfügen. Der Druckkreislauf des Flugsystems konnte über die gesamte Dauer konstant gehalten werden, schreibt Sceye.

Während des Ausdauerflugs zeichnete Sceye Daten auf. Mit der Auswertung der Daten will das Unternehmen nun weitere Erkenntnisse gewinnen, um das Stratosphärenluftschiff schnellstmöglich kommerziell einsetzen zu können. Geplant ist bereits ein erster vorkommerzieller Test noch im Sommer 2026. Die HAPS SE2 soll dann in Japan eine Backhaul-Verbindung zum Kernnetz der japanischen Investment-Holding Softbank herstellen.

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Eingesetzt werden soll die HAPS SE2 hauptsächlich im Kommunikationsbereich. Das solarbetriebene Luftschiff soll in der Stratosphäre über eine längere Zeit, Sceye spricht von Monaten bis zu einem Jahr, an einer Position verharren und ein Gebiet etwa mit Breitband-Internet versorgen. So können Bereiche, in denen keine terrestrischen Kommunikationsstrukturen vorhanden oder etwa durch Katastrophen beschädigt worden sind, mit breitbandiger Kommunikation versorgt werden. Zudem könne die HAPS SE2 mit entsprechenden Sensoren auch aus großer Höhe Umweltbeobachtungen durchführen.

(olb)