In Abwesenheit: Spotify gewinnt vor Gericht gegen Anna's Archive

Spotify soll 300 Millionen US-Dollar von der Schattenbibliothek Anna's Archive bekommen, entschied ein Gericht. Die Betreiber erschienen nicht zur Verhandlung.

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(Bild: norazaminayob/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein US-Gericht in New York hat einem von Spotify beantragten Versäumnnisurteil gegen die Schattenbibliothek Anna’s Archive zugestimmt. Richter Jed Rakoff folgte laut TorrentFreak den Forderungen von Spotify und mehreren Musiklabels, die Anna’s Archive gemeinsam verklagt hatten. Den Klägern stehen wegen Urheberrechtsverletzungen und der Umgehung von Schutzmaßnahmen über 300 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu.

Die Betreiber der Schattenbibliothek Anna’s Archive sind unbekannt und haben sich an dem Gerichtsverfahren nicht beteiligt. Solange die Betreiber nicht identifiziert werden können, wird auch kein Geld fließen. Teil des Versäumnisurteils sind neben den Schadensersatzzahlungen aber auch Verfügungen gegen verschiedene Domains von Anna’s Archive. Laut TorrentFreak sollen die Domains annas-archive.org, .li, .se, .in, .pm, .gl, .ch, .pk, .gd und .vg weltweit gesperrt werden. Nun liegt es an den Domain-Registraren, dem Urteil Folge zu leisten und den Zugang zu sperren. Dass alle Anbieter dieser Aufforderung nachkommen, ist jedoch nicht garantiert.

Anna’s Archive hatte über 300 Terabyte an Dateien von Spotify heruntergeladen. Im Februar hatte Anna’s Archive mit der Veröffentlichung der Spotify-Dateien begonnen, die gerichtlich durch eine einstweilige Verfügung untersagt war. In einem Reddit-Thread schrieben die Betreiber später, es habe sich dabei um ein Versehen gehandelt. Man habe die Veröffentlichung vorerst gestoppt, weil sie den zusätzlichen Ärger durch die Anwälte der Musiklabels nicht wert sei.

Im vergangenen Dezember hatte das Archiv-Projekt bekannt gegeben, insgesamt 86 Millionen Musikstücke von Spotify heruntergeladen zu haben. Dabei handele es sich um 37 Prozent der gehosteten Aufnahmen, die zusammen aber 99,6 Prozent aller tatsächlichen Streams ausmachten. Zusätzlich hat Anna’s Archive eigenen Angaben zufolge Metadaten von 256 Millionen Aufnahmen gesichert.

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Die von Spotify und den Musiklabels Sony, Warner und Universal geforderte Summe von insgesamt 322 Millionen US-Dollar setzt sich aus zahlreichen Urheberrechtsverstößen sowie Umgehungen von Kopierschutzmaßnahmen zusammen. In einem Gerichtsdokument beschrieben die Kläger das als „extrem konservativ“: Der Satz für Urheberrechtsverletzungen berechne sich nur aus einer knapp 150 Songs umfassenden kleinen Auswahl der von Anna’s Archive heruntergeladenen Titel, die bereits identifiziert wurden.

Bei Bedarf könne man weitere Songs identifizieren, wodurch sich die Schadenersatzsumme bei insgesamt 86 Millionen heruntergeladenen Musikstücken rein rechnerisch auf eine Billionensumme belaufen könnte.

(dahe)