Squire: Elektrische Bodeneffektdrohne hebt erstmals ab
Das unbemannte Bodeneffektfahrzeug Squire ist erstmals geflogen. Die Drohne ist in erster Line für das Militär gedacht.
Bodeneffektdrohne Squire im Flug.
(Bild: Regent Craft)
Das US-Unternehmen Regent Craft hat das unbemannte Bodeneffektfahrzeug Squire in der Narragansett Bay im US-Bundesstaat Rhode Island getestet. Dabei sei das Bodeneffektfahrzeug erstmals geflogen, teilte der Hersteller mit.
Die Drohne kann sich auf drei Arten auf und über dem Wasser fortbewegen: Sie kann schwimmen, auf Hydrofoils auf dem Wasser schweben und schließlich mittels Bodeneffekt fliegen. Im Flugmodus schwebt Squire dicht über der Wasseroberfläche und gleitet dabei auf einem Luftpolster. Dabei entsteht keine Reibung mit dem Wasser, der Auftrieb wird erhöht. Fliegen per Bodeneffekt hat zudem den Vorteil, dass die Drohne unter dem Radar bleibt.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Auf dem Wasser kann sich Squire effizient auf Tragflügeln, sogenannten Hydrofoils, fortbewegen. Werden diese angeströmt, heben sie Squire aus dem Wasser. Damit muss der Motor nicht mehr gegen den Widerstand des Wassers ankämpfen, wodurch er deutlich schneller wird. So erreicht er rascher die für den Tragflächenflug benötigte Startgeschwindigkeit.
Squire wird elektrisch angetrieben
Squire ist knapp 4 Meter lang und hat eine Spannweite von knapp 5,5 Meter. Angetrieben wird die Drohne von acht Elektropropellern. Sie fliegt bis zu 70 Knoten (130 km/h) schnell und hat eine Reichweite von mehr als 100 Seemeilen (185 Kilometer). Sie kann Nutzlasten von knapp 23 Kilogramm tragen.
Squire ist in erster Linie für den militärischen Einsatz gedacht: Die Drohne kann als Transporter eingesetzt werden und beispielsweise Munition oder medizinische Hilfsgüter transportieren. Vor allem aber soll sie als Aufklärer sowie zum Aufspüren von U-Booten eingesetzt werden. Schließlich sieht Regent noch eine Anwendung bei der Küstenwache für Such- und Rettungsmissionen.
Regent Craft baut neben dem unbemannten, militärischen noch das zivile Bodeneffektfahrzeug Viceroy, das Platz für zwölf Passagiere und eine zweiköpfige Crew bietet. Regent Craft testet es seit dem vergangenen Jahr. Im zivilen Bereich hat das Unternehmen Aufträge im Wert von über 10 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt ein 15-Millionen-US-Dollar-Vertrag mit dem US-Marinekorps.
Videos by heise
Es gab früher schon Bodeneffektfahrzeuge: In der Sowjetunion wurden in den 1960er-Jahren Ekranoplane für amphibische Missionen und die Küstenverteidigung gebaut, die sogenannte Lun-Klasse. Das größte Ekranoplan war das Korabl Maket (KM), auch Kaspisches Seemonster genannt. Es war etwa 100 Meter lang und hatte ein Gewicht von 240 Tonnen. Es konnte mit rund 300 Tonnen Nutzlast beladen werden und raste mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h über das Kaspische Meer.
(wpl)