10-kWp-Solaranlage ohne Elektriker: So geht's
Die neue Anschlussnorm fĂĽr Kleinsterzeuger sieht keine Begrenzung der DC-Leistung vor, wohl aber maximal 800 W Erzeugungsleistung. Aber da geht mehr ...
(Bild: Indielux)
Auf Youtube (vor allem „Der Kanal“, aber auch Urgestein Holger Laudeley und der Akkudoktor posteten hier früh) und in Foren über Balkonkraftwerke diskutieren viele User gerade über die im März verabschiedete Norm VDE-AR-N 4105:2026-03. In letzterer legt der VDE fest, wie Stromerzeugungsanlagen an das Niederspannungsnetz angeschlossen werden sollen. Für uns interessant: Steckersolargeräte (Alltagsmund: „Balkonkraftwerke“) werden hier wie lange versprochen definiert, und es gibt ein Anmeldeformular, mit dem Laien selbst „Kleinsterzeugungsanlagen“ bis 800 VA (wir gehen ab hier vereinfachend von W aus) Erzeugungsleistung anmelden können. Bei den wichtigsten Kleinsterzeugungsanlagen (Steckersolargeräte mit und ohne Speicher) gibt der VDE keine Grenze der Modulleistung vor.
Einige Websites betitelten diesen Umstand als „Schlupfloch“ der neuen Norm. Laut Frank Borchardt vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE ist dieser Begriff jedoch unpassend. Im Interview mit dem pv magazine betonte er, dass die 800-Watt-Regelung recht gut die Grenzen des Sinnvollen setze. Außerdem sind laut Gerätenorm VDE V 0126-95 ohne Leitungsüberlastschutz ohnehin nur 960 Wp mit Schuko-Stecker und 2000 Wp mit Wieland-Steckdose zulässig. Eine größere Eigenverbrauchs-Solaranlage ohne Elektriker schien damit kaum machbar. Mit einem technischen Leitungsschutz gibt es aber eine Möglichkeit, eine mittelgroße Eigenverbrauchs-Solaranlage ohne Elektriker zu bauen, deren Legalität bisher noch niemand angefochten hat.
- Der VDE hat spezifiziert, wie Erzeugeranlagen angemeldet werden sollen.
- Für „Kleinsterzeugungsanlagen“ gilt dabei eine Grenze von in Summe 800 VA Wechselstrom-Erzeugungsleistung.
- Modul-seitig gibt der VDE keine Begrenzung vor.
- Das stiftet ĂĽberall Verwirrung.
- Wir stiften noch mehr Verwirrung mit einem zu 90 Prozent wahrscheinlich legalen Alternativvorschlag zum Aufbau von Solaranlagen bis 10 kW Modulleistung und bis 2 kW Solarstromentnahme im Haus.
Diese Möglichkeit besteht bereits seit 2023. Marcus Vietzke brachte sie mit seiner Firma Indielux und dem intelligenten Leitungsüberlastschutz „ready2plugin“ anlässlich des Norm-Updates wieder ins Gespräch. Die Technik regelt dynamisch auf 800 W durchschnittliche Leistung ein, schützt die Leitungen vor Überlast und erlaubt im Haus die kurzzeitige Entnahme höherer Leistungen bis 2,3 kW. Damit erreichen solche Anlagen ähnliche Eigenbedarfsdeckungen wie herkömmliche fest installierte Solaranlagen gleicher Größe, brauchen aber keinen Elektriker und kosten daher rund 40 Prozent weniger.
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