Lithografie-Systeme: Speicherhersteller machen den meisten ASML-Umsatz aus

ASML erwartet eine anhaltend hohe Nachfrage durch Chiphersteller. Zu den Buchungen schweigt sich die Firma neuerdings jedoch aus.

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ASMLs EUV-Belichter NXE:3400 von innen

ASMLs EUV-Belichter NXE:3400 von innen.

(Bild: ASML)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der niederländische Hersteller ASML bestätigt die Entwicklungen der vergangenen Wochen: „Die Nachfrage nach Chips übersteigt das Angebot. Als Reaktion darauf treiben unsere Kunden ihre Kapazitätsausbaupläne für 2026 und darüber hinaus voran.“

Ausgerechnet die Auswirkungen verheimlicht ASML jedoch ab sofort: Im Geschäftsbericht stehen nicht mehr die Buchungen neuer Lithografie-Systeme zur Belichtung von Silizium-Wafern. Zuvor war der Buchungswert maßgeblich für Ausschläge der ASML-Aktie an der Börse verantwortlich.

Stattdessen legt ASML jetzt lieber den Fokus auf den technischen Fortschritt. Neu in der eigenen Präsentation ist eine Roadmap mit kommenden Geräten, die etwa die Belichtungszeit verkürzen oder die Ausrichtungsgenauigkeit erhöhen.

ASMLs Roadmap der nächsten Jahre. WPH also Wafer per Hour beziehungsweise Wafer pro Stunde ist eine der wichtigsten Kenngrößen bei Lithografie-Systemen.

(Bild: ASML)

Im ersten Quartal 2026 hat ASML knapp 8,8 Milliarden Euro umgesetzt. Der rund 10-prozentige RĂĽckgang gegenĂĽber dem vierten Quartal 2025 hat Tradition; ASML verbucht zum Jahresende immer die meisten verkauften Lithografie-Systeme. Im abgelaufenen Quartal hat ASML 67 neue und 12 wieder aufbereitete Systeme fĂĽr 6,3 Milliarden Euro verkauft. Zwei Drittel des Umsatzes kommen von modernen Lithografie-Systemen mit extrem-ultravioletter (EUV-)Lichtquelle.

2,5 Milliarden Euro stammen von der Wartung der Systeme bei den Kunden sowie von Upgrades, etwa um den Wafer-Durchsatz zu erhöhen. Unterm Strich bleiben knapp 2,8 Milliarden Nettogewinn übrig.

Südkorea ist aktuell das größte Abnehmerland mit einem Umsatzanteil von 45 Prozent. Dort sind die beiden Speicherhersteller Samsung und SK Hynix angesiedelt. So überrascht auch die Verteilung der Endnutzung nicht: Die Hälfte der Einnahmen kommt von Speicherherstellern, die andere Hälfte von Logikchipherstellern (etwa Prozessoren und KI-Beschleuniger).

ASML gibt jetzt nur noch Einblicke in vergangene Verkäufe. Ähnliche Grafiken für neue Buchungen gibt es nicht mehr.

(Bild: ASML)

Im jetzt laufenden Quartal erwartet ASML 8,4 Milliarden bis 9,0 Milliarden Euro Umsatz. Der Jahresumsatz soll zwischen 36 Milliarden und 40 Milliarden Euro landen. 2025 waren es noch 32,7 Milliarden. ASMLs Wachstum ist limitiert, weil die Firma die Produktion von Lithografie-Systemen nur allmählich erhöhen kann. Dafür ist ASML maßgeblich von Zulieferern wie Zeiss und Trumpf abhängig.

Die ASML-Aktie ist seit Veröffentlichung des Geschäftsberichts etwa vier Prozent gefallen, befindet sich seit Jahresbeginn aber noch rund 25 Prozent im Plus.

(mma)