Donnerstag: EU fĂĽr Alternativ-KI in WhatsApp, Einsparung mit autonomer Lieferung
Drittanbieter-KI statt Meta AI + Minimierung von Lieferkosten durch Roboter + Entlassungen bei Snapchat wegen KI + Verbot neuer US-Rechenzentren + #heiseshow
(Bild: Lalaka/Shutterstock.com)
Die Gebührenpolitik von Meta Platforms bei KI-Assistenten in WhatsApp verstößt laut EU-Kommission möglicherweise gegen EU-Wettbewerbsregeln. Nach Druck der EU lässt der Facebook-Konzern zwar mittlerweile konkurrierende KI in WhatsApp zu, doch die damit verbundenen Gebühren würden einem Ausschluss von Drittanbietern gleichkommen. Derweil hat eine britische Großbank ermittelt, dass autonome Lebensmittellieferungen billiger sind als mit menschlichen Lieferanten. Dieser Kostenvorteil soll bald deutlich größer werden. Das verspricht Profite, vor allem bei Lieferdiensten, die bereits Roboter und Drohnen testen oder sogar einsetzen. Kosten spart auch Snap und zwar kurzfristig. Denn nach dem Einstieg eines neuen Investors kündigt der Snapchat-Mutterkonzern Stellenstreichungen an, um die Kosten zu senken und die Profitabilität zu verbessern. Rund 1000 Mitarbeiter müssen wegen der Fortschritte im Bereich künstlicher Intelligenz ihre Sachen packen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die Europäische Kommission wird Meta anweisen, konkurrierende KI-Chatbots in seinem Messengerdienst WhatsApp zuzulassen. Nach einer Untersuchung kam die Kommission zu dem Schluss, dass Meta seinen Konkurrenten den Zugang zu WhatsApp-Daten erschwert und damit gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstößt. Die Wettbewerbshüter drohten mit Zwangsmaßnahmen, woraufhin Meta im März konkurrierende KI-Assistenten temporär für ein Jahr und gegen eine Gebühr wieder auf WhatsApp zuließ. Doch das hat offenbar denselben Effekt, nämlich den Ausschluss von KI-Assistenten von Drittanbietern aus WhatsApp, was gegen EU-Wettbewerbsregeln verstößt. Jetzt verlangt die EU-Kommission von Meta die gleichen Bedingungen wie vor dem 15. Oktober 2025: Meta muss konkurrierende KI-Chatbots in WhatsApp zulassen.
Die Kosten für die Lieferung von Lebensmitteln an Besteller sind in Märkten mit hohen Lohnkosten derzeit 3 bis 4 US-Dollar niedriger, wenn das Essen per Roboter oder Drohne transportiert wird. Denn autonome Lieferungen kosten aktuell zwischen 5 und 7 Dollar pro Auftrag. Langfristig könnten Drohnen und Roboter die Lieferkosten sogar auf nur noch 1 Dollar pro Bestellung reduzieren, so Finanzexperten der britischen Großbank Barclays. Das stellt in Hochlohnländern potenzielle Einsparungen von 8 bis 9 Dollar pro Lieferung dar, ein deutlicher Kostenvorteil durch Drohnen und Roboter. Bislang sind autonome Lieferungen noch selten, doch Firmen, die das bereits testen oder probeweise eingeführt haben, dürften profitieren: Roboter und Drohnen könnten Lieferkosten für Lebensmittel auf 1 US-Dollar senken.
Andere Sparmaßnahmen gibt es bei Snapchat. Der US-Social-Media-Konzern Snap entlässt rund 1000 Vollzeitbeschäftigte, darunter 16 Prozent seiner weltweiten Belegschaft. Snap-CEO Evan Spiegel erklärte in einer Mitteilung an die Belegschaft, die Kürzungen seien notwendig, um Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Er verwies dabei auf die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), die es den Snap-Mitarbeitern ermöglichen, schneller zu arbeiten. Spiegel zeigte sich überzeugt, „dass die rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz es unseren Teams ermöglichen, repetitive Aufgaben zu reduzieren, die Geschwindigkeit zu erhöhen und unsere Community, Partner und Werbekunden besser zu unterstützen“: Snap baut 1.000 Stellen ab für Kostensenkung und Profitsteigerung.
Maine soll als erster US-Bundesstaat ein vollständiges Verbot für die Errichtung von Rechenzentren bekommen, die mehr als 20 Megawatt an Strom verbrauchen. Das soll bis November 2027 gelten. Allerdings fehlt noch die Zustimmung von Gouverneurin Janet Mills (Demokraten). Die hatte dies an eine Ausnahme für ein vorgeschlagenes Rechenzentrum in dem Örtchen Jay geknüpft, für das es im Parlament keine Mehrheit gab. Sollte sie das Gesetz jetzt trotzdem unterzeichnen, wäre der nordöstlichste US-Bundesstaat der Erste, in dem der Neubau von Rechenzentren komplett untersagt würde. Die Gesetzesinitiative ist Teil einer breiteren Bewegung gegen den Bauboom bei KI-Rechenzentren, vor allem der immense Strombedarf steht dabei im Fokus: Erstes landesweites Verbot für den Bau von Rechenzentren in einem US-Bundesstaat.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow besprechen wir unter anderem die Speicherkrise bei Microsoft und Apple, die ihre Preise erhöht oder Bestellmöglichkeiten eingeschränkt haben. Werden Geräte langfristig teurer – oder ist das nur ein kurzfristiger Effekt? Derweil plant Europa eigene bemannte Mondmissionen und will unabhängiger von den USA werden. Doch wie realistisch sind diese ambitionierten Ziele? Welche Rolle spielt die ESA dabei? Zudem diskutieren wir die Zulassung von Teslas „Full Self Driving“ (überwacht) in den Niederlanden. Das ist ein wichtiger Schritt für autonomes Fahren in Europa, doch wie sicher ist das System wirklich? Und wann könnten solche Funktionen auch in Deutschland ankommen? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Speicherkrise, Europa und der Mond, Tesla FSD.
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Auch noch wichtig:
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(fds)