US-Schuhfirma kündigt Wechsel in KI-Branche an – Aktienkurs explodiert

Seit Jahren verkauft Allbirds modische Schuhe, nun wurden Marke und Schuhgeschäft verkauft. Jetzt soll die Firma KI-Technik vermieten, die Börse ist begeistert.

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Steigender Aktienkurs

(Bild: Bigc Studio/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der neue Eigentümer einer kriselnden Schuhfirma aus San Francisco hat einen Weg gefunden, den Aktienkurs innerhalb von Stunden fast zu verzehnfachen: Allbirds will künftig GPUs an die KI-Branche vermieten und anderweitig am KI-Boom teilhaben. Das hat das Unternehmen am Mittwoch angekündigt und erklärt, dass ein institutioneller Investor dafür 50 Millionen US-Dollar bereitstellen will. Im Zuge dessen soll die Firma in „NewBird AI“ umbenannt werden. War eine Aktie von Allbirds vorher für 2,50 US-Dollar gehandelt worden, sprang der Preis nach der Bekanntmachung vorübergehend auf fast 24 US-Dollar. Später hat er sich bei rund 17 US-Dollar eingependelt. Der Vorgang erinnert nicht nur an ähnliche Vorkommnisse aus dem Bitcoin- und Blockchain-Boom.

Allbirds ist gerade einmal 11 Jahre alt, gegenwärtig verkauft das Unternehmen Schuhe – unter anderem auch in Deutschland. Seit dem 3. November 2021 werden Anteile an Allbirds an der Börse gehandelt, zwischenzeitlich lag der Preis für eine Aktie bei mehr als 500 US-Dollar. Seit dem Börsengang geht es aber stetig abwärts, im Spätsommer 2025 wurde die Marke von 10 US-Dollar unterboten. Auch der massive Kurssprung vom gestrigen Mittwoch hat den Kurs also gerade einmal auf den höchsten Stand seit etwa zwei Jahren gebracht. Ob die „bizarre“ (CNBC) Änderung der Geschäftsstrategie nun aber tatsächlich funktionieren kann und die Euphorie der Börse gerechtfertigt ist, ist zumindest zweifelhaft.

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Dass kriselnde Firmen auf ein Boomthema setzen und von den Aktienmärkten für manchmal nicht viel mehr als eine Namensänderung belohnt werden, ist kein neues Phänomen. Als Kodak Anfang 2018 eine eigene Kryptowährung für Fotografen angekündigt hat, verdoppelte sich der Aktienkurs – und liegt zumindest immer noch darüber. Bekannter ist noch der Fall der „Long Island Iced Tea Corp.“, die sich wenige Monate zuvor in „Long Blockchain Corp.“ umbenannt hat und dafür mit einer Verdreifachung des Aktienkurses belohnt wurde. Seit Anfang 2021 dürfen die Anteile nicht mehr gehandelt werden. In der Dotcom-Blase vor einem Vierteljahrhundert gab es schon einmal einen ähnlichen Effekt für Unternehmen, die an ihren Namen ein „.com“ angehängt haben.

(mho)