Gesundheits-IT: Europäischer Gesundheitsdatenraum ein Fokus der DMEA 2026

Auf der diesjährigen DMEA stehen der Europäische Gesundheitsdatenraum und erneut KI und Interoperabilität im Fokus.

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DMEA-Fahnen

(Bild: Messe Berlin GmbH)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die DMEA setzt 2026 verstärkt auf den europäischen Gesundheitsdatenraum, Künstliche Intelligenz und Vernetzung. Nach Angaben der Veranstalter werden rund 900 Aussteller erwartet; im Vorjahr waren es etwa 20.000 Besucher. Die Zahl der beteiligten Institutionen und Unternehmen steigt auf rund 350, davon ist knapp ein Viertel zum ersten Mal dabei.

Themen wie Datenräume, Interoperabilität und Weiterverarbeitung von Gesundheitsdaten ziehen sich durch verschiedene Formate. Ergänzend dazu widmet sich das Programm verstärkt dem Thema KI sowie Fragen der digitalen Prozessoptimierung in Kliniken und Praxen.

„Mit Blick auf das Kongressprogramm haben wir wirklich viele Einreichungen Richtung Europa. Insbesondere EHDS haben wir in ganz unterschiedlichen Formaten“, sagte Sascha Raddatz in einem Pressetermin im Vorfeld der Messe. Bis 2029 müssen beim EHDS zentrale Datenkategorien angebunden sein. Die Nutzung von Gesundheitsdaten, etwa aus der elektronischen Patientenakte, für Forschung und Versorgung dürfte laut Einschätzungen noch Jahre bis Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Nach Einschätzung von Matthias Meierhofer ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen kein kurzfristiger Trend: „Ich glaube, das Gegenteil ist feststellbar. Digitalisierung hat jetzt nicht aufgehört mit einem einmaligen Boost, sondern es ist ein Thema, was uns dauerhaft und langfristig beschäftigen wird.“

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Neben technischen Entwicklungen bleibt die Finanzierung ein zentrales Thema. Zwar seien in den vergangenen Jahren wichtige Investitionen angestoßen worden, nun gehe es aber stärker um nachhaltige Betriebsmodelle. Gleichzeitig stehen strukturelle Fragen im Raum, etwa die sektorübergreifende Zusammenarbeit im Gesundheitssystem.

Politisch sorgt ein neuer Referentenentwurf für ein Gesetz zu digitalen Innovationen im Gesundheitswesen für Diskussionen. Dieser ist allerdings noch nicht offiziell ins Verfahren eingebracht. „Das muss man noch kurz einordnen. Es handelt sich um einen vorläufigen Entwurf“, sagte Raddatz.

Zur angekündigten Verlagerung der DMEA nach München ab 2027 äußerten sich die Beteiligten nicht. Weitere Gründe im Zusammenhang mit dem Streit um den Umzug wollten sie nicht nennen.

(mack)