Freitag: heise online wird 30 Jahre, Start-up plant revolutionären KI-Prozessor

Schnitzeljagd zum Jubiläum + Nuvacore namhafter Chipentwickler + Drohnen-Abhängigkeit von Starlink + Warnung vor Digitalisierungsbremse + Datenschutz-Podcast

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Eine Hand schwebt vor einem "Raten"-Knopf, Jahreszahlen fliegen umher, auf dem Bildschirm ist ein Artikel eingeblendet; Freitag: heise-online-Jubiläum, Chip-Versprechungen, Starlink-Abhängigkeit, Gesundheitsämter-Digitalisierung & Datenschutz-Podcast

(Bild: KI / Bearbeitung heise medien)

Lesezeit: 7 Min.

Am 17. April 1996 startete der heise-Newsticker. Heute ist heise online das führende IT-Nachrichtenportal im deutschsprachigen Raum. Wir bedanken uns mit einem Blick auf 30 Jahre heise online, Erfolge ausgiebiger Recherchen und die Forenkultur sowie mit einer Schnitzeljagd durch die Geschichte der Meldungen, bei der Leser ihr Wissen testen können. Ganz neu ist hingegen, dass ehemalige Mitarbeiter von Qualcomm, Apple und Intel mit dem neuen Start-up Nuvacore „die Regeln von Silizium neu schreiben“ wollen. Bei dem geplanten Prozessorkern geht es um KI-Beschleunigung. Zwar nennt Nuvacore die zugrundeliegende Befehlssatzarchitektur bislang nicht, aber es dürfte sich um High-End-CPUs auf ARM-Basis handeln. Derweil sind nicht nur russische und ukrainische Militärs, sondern auch die der USA abhängig von Starlink. Das zeigen Probleme bei verschiedenen Manövern. Die Ukraine zieht Konsequenzen und startet eigene Satelliten, um sich unabhängiger von Starlink zu machen. Es ist ein weiter Weg zum Starlink-Ersatz, aber zwei Teststarts sollen bereits erfolgreich verlaufen sein – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Am 17. April 1996 erschien der erste Eintrag auf der Webseite, die in den folgenden Jahren als der „heise-Newsticker“ bekannt werden sollte: eine Meldung über Sicherheitsprobleme von Java und JavaScript. Drei Jahrzehnte und eine gute halbe Million Online-Beiträge später erreicht heise online monatlich über 44 Millionen Besuche und ist damit das meistgenutzte IT-Nachrichtenportal im deutschsprachigen Raum. Wer wissen will, wie gut er die vergangenen drei Jahrzehnte IT-Geschichte im Gedächtnis hat, bekommt mit unserem neuen Spiel „Guess The Year“ ab sofort eine Chance, sein Wissen zu beweisen und sich täglich in den Bestenlisten zu verewigen. Aber Vorsicht! Wer ohnehin gerne rätselt, verliert sich schnell darin: 30 Jahre heise online – wir feiern!

Drei ehemalige und für die Halbleiterentwicklung bei Apple, Intel und Qualcomm bekannte Mitarbeiter haben ein neues Start-up gegründet. Bei „Nuvacore“ wollen Gerard Williams III, John Bruno und Ram Srinivasan einen neuen Prozessorkern entwickeln, der als General-Purpose-CPU zwar alles berechnen, aber insbesondere KI-Berechnungen schnell und effizient ausführen können soll. Dazu wollen sie nichts anderes als „die Regeln von Silizium komplett neu schreiben“, wie sie versprechen. Bislang gibt es weder ein Produkt noch Spezifikationen. Nuvacore bleibt bislang vage und hat auch die Befehlssatzarchitektur des neuen CPU-Kerns nicht verraten, aber die drei Gründer haben mit Sequoia Capital einen prominenten Investor gefunden: Renommierte Chipentwickler planen revolutionäre KI-CPU mit neuer Firma Nuvacore.

Probleme bei Manövern der US-Kriegsmarine zeigen, dass auch die USA von Starlink abhängig sind. Weithin bekannt ist, dass die durch das Satellitennetz ermöglichten mobilen Datenverbindungen eine wichtige Rolle im Ukraine-Krieg spielen. Fällt die Datenverbindung aus, kann das militärische Systeme lahmlegen. So ist es auch vor der Küste Kaliforniens passiert, als sowohl schwimmende als auch fliegende Drohnen nicht mehr gesteuert werden konnten, weil sich Starlink als nicht leistungsfähig genug erwies. Das ist einer der Gründe, warum die Ukraine eine eigene Weltraumstreitmacht und eigene Satelliten plant. Dafür ist vorgesehen, die Satelliten mit Raketenstarts von Flugzeugen aus in den Orbit zu bringen, denn Raketenabschussrampen sind militärische Ziele: US-Drohnen von Starlink abhängig, Ukraine sucht eigenen Weg.

Die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor einem Stocken der Digitalisierung und vor personellen Engpässen. In den Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es schon jetzt mehr als 30 unbesetzte Stellen – vor allem bei Ärztinnen und Ärzten, in der Hygiene sowie in sozialpsychiatrischen Bereichen, wie eine Umfrage ergab. Die Folge seien etwa längere Wartezeiten, Verzögerungen bei amtsärztlichen Gutachten und Einschränkungen bei Reihenuntersuchungen in Schulen, hieß es. Ein Grund für die Sorgen ist das Auslaufen des ÖGD-Pakts Ende 2026. Das Bund-Länder-Programm zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) war als Reaktion auf die Corona-Pandemie beschlossen worden. Doch diese Mittel werden bald wegfallen: Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor Stocken der Digitalisierung.

Wenn eine Datenschutzbehörde ein Millionenbußgeld verhängt und das betroffene Unternehmen dagegen Einspruch einlegt, passiert in Deutschland etwas Merkwürdiges: Die Behörde, die den Fall über Monate ermittelt und den Verstoß festgestellt hat, wird aus dem Verfahren gedrängt. Die Staatsanwaltschaft übernimmt oft ohne tiefere Kenntnis der Materie. Im c't-Datenschutz-Podcast beleuchten wir mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen diesen eigentümlichen Verfahrensweg. Anlass ist das Millionenbußgeld gegen notebooksbilliger.de wegen Videoüberwachung, das nach Rechtsbeschwerde auf weniger als ein Zehntel reduziert wurde. Zudem diskutieren wir die grundsätzliche Frage, ob der Datenschutz hohe Bußgelder benötigt – in der Auslegungssache 157: Datenschutz vor Gericht.

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(fds)