Gründer Reed Hastings verlässt Netflix
Nach 29 Jahren bei Netflix verlässt Gründer Reed Hastings das Unternehmen. Er war zuletzt im Aufsichtsrat tätig.
(Bild: Shutterstock.com/Skorzewiak)
1997 gründete Reed Hastings gemeinsam mit Marc Randolph den damaligen DVD-Verleih Netflix. 29 Jahre später wird Hastings das Unternehmen verlassen, kündigte Netflix bei der Bekanntgabe seiner aktuellen Geschäftszahlen an. Der zuletzt im Aufsichtsrat tätige US-Amerikaner wolle sich verstärkt der Philanthropie widmen.
Hastings führte Netflix als CEO zum weltweiten Marktführer von Film- und Serien-Streaming, bevor er seine Position 2023 zugunsten einer neuen Doppelspitze um Ted Sarandos und Greg Peters abtrat. Dem Unternehmen blieb Hastings noch einige Jahre als Aufsichtsrat erhalten. Zur nächsten Abstimmung werde er aber nicht antreten, teilte Netflix mit.
Gutes Quartal auch dank Paramount-Zahlung
Währenddessen blickt Netflix auf ein starkes Quartal zurück: In den ersten drei Monaten des Jahres setzte Netflix laut Quartalsbericht 12,25 Milliarden US-Dollar um – eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent und laut Bloomberg leicht über den Erwartungen von Analysten.
Unterm Strich stieg der Gewinn um fast 83 Prozent auf 5,28 Milliarden US-Dollar, auch der Gewinn pro Aktie lag dabei mit 1,23 US-Dollar deutlich über den Erwartungen. Das hat Netflix einer einmaligen Zahlung von Paramount zu verdanken: Weil der Deal zwischen Netflix und Warner Bros. aufgrund eines Paramount-Angebots scheiterte, schuldete Paramount Netflix eine Breakup Fee in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar. Paramount hatte Warner zugesichert, diese Summe selbst zu zahlen.
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Die Bedeutung des fehlgeschlagenen Deals spielte Netflix in einem Brief an Aktionäre weiter herunter. Eine Übernahme von Warner hätte die eigene Strategie zwar beschleunigen können, schreibt Netflix – allerdings nur zum richtigen Preis. Es gebe viele weitere Wege, die eigenen Ziele zu erreichen. Das deckt sich mit früheren Aussagen des US-Streamers: Warner sei nur ein „nice to have“ gewesen, schrieb Netflix unmittelbar nach dem Ausstieg aus dem Wettbieten um Warner Bros.
Enttäuschende Gewinnprognose
Die Gewinnprognose von Netflix für das laufende Quartal enttäuschte die Anleger derweil: Der Streaming-Riese sagte für das laufende Quartal einen Gewinn je Aktie (EPS) von 78 US-Cent voraus, was hinter den Erwartungen von Analysten zurückbleibt. Die Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als neun Prozent.
Neue Abonnentenzahlen hat Netflix nicht mitgeteilt. Der jüngste Stand stammt von Januar 2026, als Netflix von 325 Millionen zahlenden Abonnenten sprach.
(dahe)