Ego-Shooter: In „Metro 2039“ geht es zurück in die Moskauer U-Bahn-Tunnel

Gute-Laune-Shooter waren die „Metro“-Spiele des ukrainischen Studios 4A Games noch nie. Das neu angekündigte „Metro 2039“ soll besonders bedrückend werden.

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Screenshot aus Metro 2039

(Bild: 4A Games)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

4A Games hat einen neuen Teil der Shooter-Reihe „Metro“ angekündigt. Nachdem man in „Metro Exodus“ in die radioaktiv verseuchte Wildnis ausbrechen durfte, geht „2039“ zurück zu den Wurzeln: in die U-Bahn-Tunnel von Moskau, wo Menschen nach der nuklearen Apokalypse Zuflucht suchen. Dort wurden die bestehenden Fraktionen mittlerweile von einem „Novoreich-Regime“ unter einem „Führer“ namens Hunter abgelöst, schreibt das Studio in der Ankündigung.

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Eine positive Entwicklung ist das freilich nicht: Zwar herrsche nicht mehr Bandenkrieg, dafür werde die Bevölkerung unterworfen und mit Propaganda und Angst eingeschüchtert. Man spielt offenbar eine Außenseiter-Figur, die sich zu Beginn des Spiels in der Wildnis aufhält, sich aber aus nicht näher ausgeführten Gründen in die Metro-Systeme begeben muss.

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In einem Blog-Eintrag im Playstation Blog beschreibt Producer Jon Bloch das kommende „Metro“-Spiel als bislang düsterstes Kapitel einer ohnehin nicht gerade gutlaunigen Spielereihe. Die Geschichte der „Metro“-Spiele basiert auf den gleichnamigen Büchern von Dmitry Glukhovsky. 4A Games ist ein ursprünglich in Kiew gegründetes Spielestudio, das seinen Hauptsitz zwar mittlerweile nach Malta verlegt hat, sich aber explizit als Ukrainisch versteht.

„Als ukrainisches Studio haben wir die vergangenen Jahre damit verbracht, ‚Metro 2039‘ zu entwickeln, während viele Team-Mitglieder Schutz vor Drohnenangriffen suchen mussten und Batterien und Generatoren nutzten, um unsere Arbeit fertigzustellen“, schreibt Bloch im Playstation-Blog. „Darüber hinaus lebt der ursprüngliche Autor Dmitri Gluchowski im Exil außerhalb seines Heimatlandes Russland, nachdem er (in Abwesenheit) zu acht Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er die Invasion der Ukraine kritisiert hat.“

Der neue „Metro“-Teil werde daher aus ukrainischer Perspektive erzählt und soll die Konsequenzen des Krieges beleuchten. „Die Reihe handelte schon immer davon, Krieg zu verhindern. Doch unsere neue Realität bedeutete, dass wir einen anderen Ansatz wählen mussten.“

„Metro Exodus“, der bisher aktuellste von 4A Games entwickelte „Metro“-Titel erschien 2019, also noch vor dem großangelegten russischen Überfall auf die Ukraine. Ein 2024 erschienener VR-Ableger namens „Metro Awakening“ wurde vom niederländischen Studio Vertigo Games entwickelt.

Spielerisch scheint sich die „Metro“-Reihe treu zu bleiben: Auch „Metro 2039“ wird ein Ego-Shooter mit Horror-Elementen, bei dem Spieler mit mehr oder weniger improvisierten Waffen durch radioaktiv verseuchte Umgebungen navigieren und sich gegen nicht minder verseuchte Mutantenmonster wehren müssen.

Die „Metro“-Spiele waren schon immer bekannt für ihre herausragende Grafikpracht, das 2019 erschienene „Metro Exodus“ gehörte zu den ersten Spielen mit kompetent umgesetztem Raytracing. Auch „Metro 2039“ wird in einer hauseigenen Engine von 4A Games aufgebaut und soll die Grenzen der Videospielgrafik verschieben. „Metro 2039“ soll im Winter 2026 für PC, Xbox Series X/S und Playstation 5 erscheinen.

(dahe)