Ein „Wiesel“ lernt fliegen: Bundeswehr testet Luftlandefähigkeit mit Mini-Panzer

Die Bundeswehr hat das leichte gepanzerte Kettenfahrzeug "Wiesel" von einem Airbus A400M aus abgeworfen und erprobt damit die Luftlandefähigkeiten.

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Abwurf eines Wiesel-Panzers aus einer Transportmaschine.

Der „Wiesel“-Mini-Panzer wird von einer Airbus-A400M-Transportmaschine abgeworfen.

(Bild: Deutsches Heer / Screenshot)

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Die Luftlandetruppen des deutschen Heeres der Bundeswehr haben zusammen mit dem Amt für Heeresentwicklung und dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) das leichte gepanzerte Kettenfahrzeug „Wiesel“ erfolgreich mit dem Lufttransportflugzeug Airbus A400M abgesetzt, wie aus einem Video des Heeres auf Instagram hervorgeht. Der Mini-Panzer, der mit verschiedenen Waffensystemen wie etwa einer 20-mm-MK20-Kanone und einem MG oder Panzerabwehrraketen ausgerüstet sein kann, schwebte dabei an drei Fallschirmen zu Boden. Die Bundeswehr will damit erproben, wie die Luftlandefähigkeiten des Militärs ausgebaut werden können, um gegebenenfalls Soldaten und dieses oder ähnliche gepanzerte Waffensysteme etwa hinter feindliche Linien bringen zu können.

„Kann ein Wiesel fliegen?“, fragt das Heer auf Instagram zu dem Video des erfolgreichen Absetzens des „Wiesels“ und bejaht die Frage gleich selbst. Dabei ist der Vorgang nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Das weniger als fünf Tonnen schwere „Wiesel“ muss dazu fest in einem Käfig als eine Art Landevorrichtung verzurrt sein, damit es sicher mit den drei notwendigen Fallschirmen verbunden werden kann und beim Aufsetzen durch den Aufprall möglichst nicht beschädigt wird. Dazu sind unter dem Käfig zusätzlich Airbags angebracht, die wiederverwendet werden können und den Aufprall mindern.

Der „Wiesel“ ist in einem Transportkäfig untergebracht. An der Unterseite sind die Airbags zu sehen.

(Bild: Deutsches Heer / Screenshot)

Abgeworfen wird der „Wiesel“ aus einem Airbus A400M, dem gängigen Lufttransportflugzeug der Bundeswehr. Bis zu vier „Wiesel“ passen in den Frachtraum des Flugzeugs. Wie viele in welcher Zeit abgesetzt werden können, ist aber unklar. Ausgeladen wird über eine im Flug zu öffnende Ladeklappe am Flugzeugheck. Zusätzlich können bis zu zwei der Kettenfahrzeuge mit einem Heeres-Helikopter des Typs Sikorsky CH-53 transportiert werden.

Eine gezielte Landung soll möglichst in einem Radius von 200 m um einen vorher definierten Landepunkt stattfinden, um gepanzerte Fahrzeuge schnell an taktisch ausgewählten Punkten zum Einsatz bringen zu können. Der Absetzpunkt in der Luft muss dazu vorab exakt berechnet werden. Beim Test wurde das „Wiesel“ noch allein abgesetzt. Im Einsatz werden solche Fahrzeuge von Fallschirmjägern begleitet, die das „Wiesel“ am Boden zum Einsatz bringen.

Der „Wiesel“ war ursprünglich in den 1970er-Jahren als leichtes gepanzertes Kettenfahrzeug von Porsche entwickelt worden und wurde in der ersten Version von einem Vierzylinder Turbodiesel mit 64 kW angetrieben. Bereits damals war das Ziel, das Fahrzeug in Flugzeugen oder Helikoptern zu transportieren und im Rahmen von Luftlandeunternehmen absetzen zu können. Die maximale Geschwindigkeit des Anfang der 1990er-Jahre in Dienst gestellten „Wiesels“ im Gelände beträgt 50 km/h, maximal sind mehr als 70 km/h auf der Straße möglich. Bewaffnet ist das Fahrzeug mit einer 20-mm-Kanone und als Sekundärbewaffnung mit einem MG. Zudem wurde eine Version mit einer Panzerabwehrlenkwaffe mit optischem Leitsystem und eine Aufklärungsversion nur mit einem MG bewaffnet gebaut. Die Besatzung besteht aus zwei bis drei Soldaten.

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Anfang der 2000er-Jahre folgte dann der stärker gepanzerte „Wiesel 2“ mit einem 81-kW-Motor, an den Höchstgeschwindigkeiten änderte sich nichts. Dieses Fahrzeug wurde speziell für Führungs-, Sanitäts-, Pionieraufgaben sowie als bewegliche Befehlsstelle ausgerüstet. Auch die Bewaffnungen wurden ergänzt, etwa um eine Version mit Mörser. Gebaut wurden die Kettenfahrzeuge von Rheinmetall.

Der „Wiesel 1“ in den Standardausführungen wird seit April 2025 schrittweise ausgemustert. Neuere Systeme bleiben weiterhin im Einsatz. Abgelöst wird der „Wiesel“ von dem schweren Waffenträger Infanterie (sWATrInf), einem Kettenfahrzeug mit MK30-Bordkanone und Panzerabwehrraketenwerfer auf Basis eines GTK-Boxer-Radpanzers.

(olb)