Anthropic und US-Regierung wieder im Gespräch über Zusammenarbeit
Die US-Regierung nimmt Gespräche mit dem sanktionierten KI-Hersteller Anthropic auf, auch um über die Nutzung von Claude Mythos Preview zu beraten.
(Bild: ChiccoDodiFC/Shutterstock.com)
Die US-Regierung spricht wieder mit dem von ihr sanktionierten KI-Hersteller Anthropic. Dieser wurde kürzlich vom Pentagon als „Supply-Chain-Risiko“ eingestuft, weil er den Einsatz seiner Technologie für autonome US-Waffensysteme und Massenüberwachung von US-Bürgern nicht unterstützen wollte.
Das Portal Axios berichtet unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Weißen Haus über das Treffen zwischen Anthropic-Chef Dario Amodei und US-Finanzminister Scott Bessent und Stabschefin Susie Wiles. Hintergrund des Treffens sei demnach die Bereitstellung von Anthropics neuer KI Claude Mythos Preview an ausgewählte Institutionen und Behörden gewesen. Eine allgemeine Veröffentlichung von Claude Mythos Preview hält Anthropic für zu gefährlich. Die Fähigkeiten dieses neuen Modells sorgen zurzeit für massive Cybersicherheitsbedenken bei Unternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt, auch das BSI erwartet große „Umwälzungen“ im Bereich der IT-Sicherheit.
Druck auf US-Regierung offenbar zu hoch
Die US-Regierung sah sich aufgrund der Entwicklungen offenbar gezwungen, wieder Gespräche mit Anthropic aufzunehmen – trotz der Klage, die Anthropic gegen die Schritte des Pentagons erhoben hat. Diesen Streit wollten beide Seiten beim jetzigen Gespräch außer Acht lassen, er sei dabei nicht Thema gewesen. Stattdessen ging es demnach um zukünftige Themen, insbesondere wie andere Regierungsbehörden mit Claude Mythos Preview umgehen sollen.
Im Treffen betonte Wiles demnach, dass trotz laufender Gerichtsverfahren eine konstruktive Beziehung zu Anthropic wichtig sei. Es ging laut Axios um die Sicherheit des Quellcodes, die Entscheidungsprozesse des Unternehmens und den Umgang mit der Veröffentlichung neuer Modelle.
Interesse an Zusammenarbeit
Mehrere Behörden, darunter das Finanzministerium, zeigten demnach Interesse an einer Zusammenarbeit. Eigentlich würde die aktuelle Einstufung Anthropics als Sicherheitsrisiko das verbieten, doch da Anthropic dagegen geklagt hat, sind diese zunächst ausgesetzt. Einerseits fürchtet die US-Regierung – wie viele andere auch – dass fortschrittliche KI-Werkzeuge wie Mythos von Cyberkriminellen missbraucht werden könnten, um kritische Systeme anzugreifen. Andererseits könnten Unternehmen und Behörden Mythos nutzen, um ihre Cybersicherheit zu stärken, bevor Kriminelle Zugang erhalten.
Scott Bessent wollte demnach mit seiner Teilnahme am Treffen sicherstellen, „dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, und betonte in dem Gespräch, dass die Regierung trotz der Privatwirtschaft eine wichtige Rolle spiele.
Die US-Regierung bezeichnete das Treffen im Nachhinein als „produktiv und konstruktiv“. Die Gespräche jetzt folgen auf einige andere Gespräche der US-Regierung mit Tech-Unternehmen, Banken und anderen Unternehmen im Hinblick auf Anthropics neue KI Claude Mythos Preview.
(nen)