Angriff auf Next.js-Hersteller Vercel: Kundendaten abgegriffen

Interne Vercel-Systeme und damit auch Kundendaten wurden in einem Security-Vorfall kompromittiert. Ein externes KI-Tool diente als Einfallstor.

vorlesen Druckansicht
Man,Interacting,With,A,Holographic,Touchscreen,Interface,In,Red,Color.

(Bild: amgun / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
Inhaltsverzeichnis
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Softwareunternehmen Vercel hat bekannt gegeben, dass es derzeit einen Sicherheitsangriff untersucht. Ein Angreifer erhielt unbefugten Zugriff auf interne Systeme und Vercel-Kundendaten. Nach Angaben des Unternehmens hat der Vorfall seinen Ursprung bei einem Vercel-Mitarbeitenden, der das KI-Tool Context.ai verwendete. Durch dessen Vercel-Google-Workspace-Account erhielt der Angreifer Zugriff auf Vercel-Umgebungen.

Guillermo Rauch, CEO und Gründer von Vercel, hat auf X Neuigkeiten zu dem Angriff gepostet. Demnach handelt es sich anscheinend um eine „sehr raffinierte Angreifergruppe“, die seiner Vermutung nach künstliche Intelligenz einsetzt und „mit überraschender Geschwindigkeit und tiefgehendem Verständnis von Vercel“ vorging.

Heise-Konferenz: enterJS Integrate AI
enterJS Integrate AI

(Bild: Stone Story / stock.adobe.com)

Webanwendungen mit KI anreichern, sodass sie wirklich besser werden – statt komplizierter, unsicherer oder frustrierender? Der Online-Thementag enterJS Integrate AI am 28. April 2026 zeigt, wie das geht. Tickets sind im Online-Ticketshop verfügbar.

Next.js, Turbopack und weitere Open-Source-Projekte des Unternehmens sind nach Angaben von Rauch nicht betroffen: „Wir haben unsere Supply Chain analysiert und sichergestellt, dass Next.js, Turbopack und unsere vielen Open-Source-Projekte für die Community sicher bleiben.“

Laut dem entsprechenden Vercel-Security-Bulletin-Eintrag ist eine begrenzte Zahl an Vercel-Kundinnen und -Kunden von dem Angriff betroffen. Diese seien bereits informiert und zu einer unverzĂĽglichen Rotation ihrer Credentials aufgefordert worden.

Vercel hat zudem einen Indicator of Compromise (IOC) veröffentlicht. Ausgangspunkt des Angriffs war eine Google-Workspace-OAuth-App. Google-Workspace-Admins und Google-Account-Besitzer sollen daher unverzüglich prüfen, ob diese App verwendet wird:

  • 110671459871-30f1spbu0hptbs60cb4vsmv79i7bbvqj.apps.googleusercontent.com

Videos by heise

Wie The Hacker News berichtet, übernehmen Angreifer unter dem Namen ShinyHunters die Verantwortung für diesen Vorfall – und bieten laut Screenshots auf X offenbar gestohlene Daten für zwei Millionen US-Dollar an. Die Gruppe ShinyHunters hat bereits kürzlich Daten aus einem Cyberangriff auf Rockstar Games veröffentlicht. Ob diese für den Angriff auf Vercel tatsächlich verantwortlich ist, hat das Unternehmen bisher nicht bestätigt.

Vercel untersucht den Angriff derzeit noch aktiv und hat Incident-Response-Experten – darunter Googles Cybersicherheitstochter Mandiant – sowie die Behörden eingeschaltet. Über weitere Neuigkeiten wird das Unternehmen auf seinem Security Bulletin informieren.

(mai)