RobCo Autonomous Alfie: lernfähiger Industrieroboter
Der Roboter Autonomous Alfie vom MĂĽnchner Hersteller RobCo soll im Betrieb lernen und sich wechselnden, industriellen Aufgaben anpassen.
Der MĂĽnchner Roboterhersteller RobCo demonstriert auf der Hannover Messe, wie zwei Roboterarme zusammenarbeiten.
(Bild: André Kramer / heise medien)
Roboter sind in der Industrie vor allem dort etabliert, wo klar definierte und wiederkehrende Abläufe vorherrschen. Auf der Hannover Messe 2026 zeigte das Münchner Unternehmen RobCo seine Arbeit am Roboter „Autonomous Alfie“, der diese Grenze überwinden soll. Der Roboter befindet sich derzeit noch in der Entwicklungsphase. Erste Einsätze bei Kunden sind noch für das Jahr 2026 geplant.
Bei Autonomous Alfie stehe Flexibilität im Vordergrund. Klassische Industrieroboter sind auf definierte Vorgänge exakt programmiert und arbeiten nur in stabilen Umgebungen zuverlässig. Autonomous Alfie soll mit unterschiedlichen Objekten, variierenden Abläufen und sich verändernden Umgebungen umgehen können. Der Hersteller setzt dabei auf Hardware und Software, die Wahrnehmung und Handlung miteinander verknüpft.
Videos by heise
Lernfähige Roboterarme
Zwei Roboterarme ermöglichen komplexe Bewegungsabläufe, etwa bei der Montage oder beim Umgang mit empfindlichen Materialien. Statt nur einzelne Bewegungen auszuführen, können die beiden Arme koordinierte Aufgaben übernehmen. So lassen sich beispielsweise Bauteile halten und gleichzeitig bearbeiten oder flexibel greifen und positionieren.
Technisch sind die Arme eng mit der Wahrnehmung und Steuerung des Systems verbunden. Sie reagieren auf Veränderungen in der Umgebung: Wenn sich ein Objekt verschiebt, anders aussieht oder an einer ungewohnten Stelle liegt, passen die Arme ihre Bewegung an.
RobCo beschreibt das System als Kombination aus Physical AI und selbstlernenden Steuerungsmechanismen, die ohne klassische, starre Programmierung auskommen. Autonomous Alfie soll aus Erfahrungen lernen und seine Abläufe anpassen können. Zu konkreten Softwaremodulen, Protokollen oder Schnittstellen machte RobCo keine Angaben.
Einsatz in der Industrie
Als mögliche Anwendungen nennt RobCo Präzisionsmontage, Materialhandhabung und interne Logistikprozesse wie Kommissionierung, Zusammenstellung von Waren und Palettierung. Besonders in diesen Bereichen bestehe großer Bedarf an flexibler Automatisierung, da die Aufgaben häufig variierten.
Mit Alfie sollen Unternehmen solche Vorgänge automatisieren können. Das könnte vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und steigenden Kosten an Bedeutung gewinnen.
Roboter als Dienstleistung
RobCo bietet seine Roboter nicht nur zum Kauf an, sondern auch zur Miete. Unternehmen sollen sie ohne große Anfangsinvestitionen nutzen können. Damit will RobCo die Hürde für die Einführung seiner Roboter senken.
Das Unternehmen wurde 2020 aus der Technischen Universität München gegründet und hat inzwischen Standorte in München, San Francisco und Austin. Eine kürzlich abgeschlossene Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar soll die Weiterentwicklung der Roboter und die internationale Expansion vorantreiben.
(akr)