Hannover Messe

TeamViewer: Hardware für Fernzugriff auf Industrieanlagen

Neue TeamViewer-Technik für sicheren Fernzugriff über Hardware-Gateways und KI-gestützte Wartung in der Industrie soll Abläufe vereinfachen.

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Hardware-Gateway vom  TeamViewer

Statt Software-Clients direkt auf Industrieanlagen zu installieren, soll TeamViewer über ein Hardware-Gateway zugreifen.

(Bild: André Kramer / heise medien)

Lesezeit: 2 Min.

Das Softwareunternehmen TeamViewer aus Göppingen in der Schwäbischen Alb baut seine Wartungssoftware für die Industrie aus. Auf der Hannover Messe 2026 hat das Unternehmen Software für einen sicheren Fernzugriff auf Industrieanlagen erweiterte Unterstützung für Wartung und Service durch KI vorgestellt. Damit will TeamViewer Stillstandzeiten, Sicherheitsrisiken und steigende Systemkomplexität besser in den Griff bekommen.

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Mit „Agentless Access“ führt TeamViewer einen neuen Ansatz für den Zugriff auf industrielle Systeme ein. Anders als bisher muss auf den Zielgeräten keine Software mehr installiert sein, die mit der TeamViewer-Software kommuniziert. Stattdessen greifen Nutzer über ein vorgeschaltetes Hardware-Gateway auf die Anlagen zu.

Dieses Gateway hat TeamViewer gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Bechtle entwickelt. Unternehmen sollen es ohne aufwendige Einrichtung einsetzen können. Mit ihm sollen sich Industrieanlagen auch aus der Ferne verwalten, programmieren und warten lassen. Der Zugriff folgt dem Zero-Trust-Prinzip: Jede Verbindung wird einzeln geprüft und abgesichert.

Auf dem Gateway-Gerät läuft das auf Linux aufbauende Betriebssystem Kontron OS, das sicheren Datenverkehr auch im Umgang mit veralteten Systemen wie Windows XP herstellen soll, ohne dass Sicherheitsrisiken entstehen oder Änderungen am System notwendig sind. Der „TeamViewer Agentless Accesss“ ist vorkonfiguriert. Zu den Anschlüssen zählen DisplayPort, zweimal USB-A 3.2, einmal USB-C sowie zwei Buchsen für 2,5-GBit-LAN.

Außerdem erweitert TeamViewer seine Wartungssoftware „Assist AR“. Sie nutzt Augmented Reality, um Techniker bei der Arbeit zu unterstützen, etwa durch visuelle Hinweise während eines Videoanrufs.

Neu ist die Integration des KI-Agenten Tia. Er greift auf einen proprietären Datenpool zu und soll auf dessen Grundlage Vorschläge unterbreiten, wie Probleme gelöst werden können, und sich dabei an ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit orientieren. Das Wissen muss somit nicht mehr bei einzelnen Experten liegen, sondern steht während der Arbeit zur Verfügung. Fehler lassen sich im Idealfall schneller erkennen und beheben, was Ausfallzeiten reduziert.

(akr)