„Microsoft Flight Simulator 2024“ mit Playstation VR2: Was taugt der VR-Modus?
Die PS5-Version von „Microsoft Flight Simulator 2024“ unterstützt jetzt Playstation VR2. Der VR-Modus offenbart im Praxistest Höhen und Tiefen.
Asobo Studio bringt diese Woche den versprochenen VR-Modus für „MSFS 2024“ auf PS5.
(Bild: Microsoft / Asobo Studio)
Der „Microsoft Flight Simulator 2024“ erschien im Dezember für Playstation 5 und Playstation 5 Pro. Nun hat Asobo wie angekündigt einen VR-Modus für Playstation VR2 nachgeliefert. Dieser ermöglicht es erstmals, die gesamte Simulation auch ohne leistungsstarken PC in Virtual Reality zu erleben. Dadurch wird ein deutlich günstigerer Einstieg in die VR-Version möglich, der jedoch mit technischen Abstrichen verbunden ist.
Der VR-Modus ist Teil vom Sim Update 5, das voraussichtlich im Laufe dieser Woche erscheint. Wer den Flugsimulator auf PS5 besitzt, kann schon seit Donnerstag an der Beta des Updates teilnehmen und den VR-Modus ausprobieren. Dafür müssen Spieler lediglich die Beta-Version des Spiels installieren, eine Registrierungspflicht oder Zugangsbeschränkungen gibt es nicht.
Für diesen Beitrag haben wir die Beta-Version des Sim Update 5 auf einer PS5 getestet und dabei primär technische Aspekte beleuchtet. Sollte sich nach der Veröffentlichung noch etwas Wichtiges am VR-Modus ändern, aktualisieren wir den Beitrag entsprechend.
Am Limit der PS5 (Pro)
Microsofts Flugsimulator ist bekannt für seine visuell eindrucksvolle Weltsimulation, stellt aber gerade im PC-VR-Modus sehr hohe Hardwareanforderungen. Da die Bildschirmversion des Spiels auf PS5 und PS5 Pro auf 30 Bilder pro Sekunde ausgelegt ist, darf man auch von der VR-Version keine technischen Wunder erwarten.
Für ein beschwerdefreies VR-Erlebnis sind in der Regel deutlich höhere Bildraten erforderlich, weshalb Asobo laut eigenen Angaben auf eine eigens für den VR-Modus entwickelte Bildverdopplung setzt. Bildrate und Spielgefühl bleiben dennoch nah an der Bildschirmversion und wirken nie so flüssig, wie man es sich von einem VR-Spiel wünschen würde. Bei Überflügen dicht besiedelter Gebiete und Großstädte wie New York City und Tokyo kann es zudem zu spürbaren Einbrüchen der Bildrate kommen, die das Erlebnis beeinträchtigen und bei empfindlichen Nutzern auch Motion Sickness auslösen könnten. Manche Spieler berichten zudem von Ghosting infolge der Bildverdoppelung sowie von dynamisch angepasster Auflösung je nach Systemauslastung, was uns jedoch nicht störend aufgefallen ist.
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Auch in puncto Auflösung liefert der VR-Modus erwartbare technische Kompromisse. Zwar unterstützt der Flugsimulator das Foveated Rendering der PS VR2, die Auflösung fällt aber dennoch eher niedrig aus, was sich in einem sehr weichen Landschaftsbild mit leichtem Kantenflimmern in der Ferne niederschlägt. Dem steht die Immersion des VR-Modus gegenüber: Das Cockpit wirkt dank der Nähe zum Spieler plastisch, während die vorbeiziehenden Landschaften eine beeindruckende Tiefe und Größe vermitteln. Apropos Cockpit: Die größeren Instrumente sind ablesbar, für Beschriftungen unter Knöpfen und dergleichen müssen sich Nutzer jedoch nach vorn beugen. Dafür reicht die dargestellte Auflösung schlicht nicht aus. Wir haben den Flugsimulator ausschließlich auf PS5 getestet. Laut Nutzerberichten wirkt sich die höhere Rechenleistung der PS5 Pro kaum erkennbar auf Bildqualität und Bildrate aus.
Ein Faktor, der im visuellen Kontext nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Internetgeschwindigkeit. Da der Flugsimulator Texturen und Kartendaten aus der Cloud streamt, kann bei geringer Bandbreite die Darstellungsqualität leiden. In der offiziellen FAQ nennt Microsoft für den Flight Simulator 2024 eine Bandbreite von 10 Mbit/s als Minimum, 50 Mbit/s als Empfehlung und 100 Mbit/s als Idealwert. Auf unseren Test wirkte sich die Internetverbindung nicht aus, da die Bandbreite deutlich über dem Idealwert lag.
VR-Umsetzung mit Brüchen
Die Umsetzung der Menüs und der Steuerung hinterließ gemischte Eindrücke. In den VR-Modus wechseln lässt sich unserer Erfahrung nach erst, nachdem man mithilfe des DualSense-Controllers ins Hauptmenü gelangt ist. Dieses und die meisten weiteren Menüs erscheinen auf einem virtuellen Bildschirm, der sich mit den Sense-Controllern bedienen lässt. Erst beim Fliegen aktiviert sich die immersive Ansicht, wobei die Toolbar und das HUD auch hier als (leicht angepasste) 2D-Elemente erscheinen. Drückt man die Optionstaste, wechselt das Spiel eigens dafür in den Bildschirmmodus zurück, was die visuelle Einheitlichkeit unterbricht.
Spieler können mit den Sense-Controllern sämtliche Instrumente und Schalter im Cockpit bedienen, allerdings ohne sichtbare Hände oder Handanimationen. Dass es bei Asobo dabei belässt, ist angesichts der kleinen Zielgruppe verständlich. Steuerhorn und Steuerknüppel lassen sich wahlweise per Analogstick oder durch Handbewegungen bedienen.
Alternativ kann man den VR-Modus wie gewohnt auch mit dem DualSense-Controller steuern. Laut FAQ unterstützt die PS5-Version des Flugsimulators zudem den Thrustmaster T.Flight Hotas 4. Reddit-Nutzer berichten, dass dieser auch im VR-Modus funktioniert.
Der VR-Modus der PS5 ist aufgrund der unvermeidbaren technischen Kompromisse sicher nicht die ultimative Version des „Microsoft Flight Simulator 2024“. Allerdings muss man Asobo zugutehalten, dass es den gesamten Inhalt der 2D-Version für PS VR2 erschlossen hat, was an sich schon eine technische Meisterleistung ist. Sollte PS VR2 mit der nächsten Konsolengeneration kompatibel sein, dürfte es Asobo dank dieser Vorarbeit vergleichsweise leichtfallen, Auflösung und Bildrate zu verbessern.
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(tobe)