Hannover Messe

Agile Robots: lernfähige Robotik für Forschung und Industrie

Agile Robots zeigt auf der Hannover Messe Roboter für die Industrie. Agile One soll selbstständig arbeiten und sich an wechselnde Bedingungen anpassen können.

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Agile One sieht, greift und verpackt auf dem Messestand von Agile Robots.

(Bild: André Kramer / heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Münchner Robotikunternehmen Agile Robots hat auf der Hannover Messe den Entwicklungsstand seiner humanoiden Roboter vorgestellt. Dazu gehört der lebensgroße Agile One, der seine Umgebung wahrnimmt und über künstliche Intelligenz Bewegungsabläufe plant. So soll er bei variierenden Abläufen flexibel reagieren können, etwa in der Montage oder im Umgang mit empfindlichen Objekten.

Seit 2023 gehört Franka Robotics zu Agile Robots. Ein Schwerpunkt von Franka liegt in „Physical AI“, also der Verbindung von KI mit realen Maschinen. Franka-Roboter kommen sowohl in der Forschung als auch in der Industrie zum Einsatz, um Robotern Fähigkeiten zu geben, die bisher vor allem Menschen vorbehalten waren: feinfühliges Greifen, Lernen durch Erfahrung und sicheres Arbeiten in komplexen Umgebungen.

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Franka Robotics zeigt an einem Beispiel auf der Messe, wie Roboter über künstliche Intelligenz Bewegungen erlernen, Objekte greifen und mit Menschen zusammenarbeiten. Eine Plattform mit zwei Roboterarmen samt Greifhänden soll Werkzeug aufsammeln und in einen Behälter legen. Das brauchte auf der Messe einige Anläufe, führte aber letztlich zum Erfolg.

Der Franka-Roboter nimmt seine Umgebung wahr und entscheidet über Bewegungen. So sortiert er hier das Werkzeug in eine Kiste.

(Bild: André Kramer / heise medien)

Den Befehl erhält der Roboter per Chat in Google Gemini. Über herkömmliche Kameras nimmt der Roboter die Tischoberfläche wahr und entscheidet selbstständig, was er wo aufnimmt. Der Franka-Roboter kann dabei die angewandte Kraft messen. Er spürt, wie stark er drückt oder zieht. So kann er empfindliche Aufgaben übernehmen, etwa Bauteile einsetzen oder zerbrechliche Materialien transportieren.

Google DeepMind, Meta und das Toyota Research Institute sowie die Universitäten Stanford und das MIT nutzen Franka-Roboter im Zusammenhang mit Forschungsprojekten, so der Hersteller.

Der Arbeitsplatz für die Roboter liegt ansonsten in der Industrie. Roboter von Agile Robots können Maschinen be- und entladen, mit kontrollierter Kraft elektronische Bauteile montieren oder Leiterplatten testen und Produkte verpacken. Besonders wichtig ist dabei die Fähigkeit, mit empfindlichen oder variierenden Teilen umzugehen. Durch die integrierte Kraftsensorik können die Roboter auch ohne exakte Vorpositionierung arbeiten.

Und weil die Roboter ihre Umgebung kontinuierlich erfassen und ihre Bewegungen entsprechend anpassen, sollen sie sicher neben Menschen arbeiten können. Der Verzicht auf Schutzkäfige oder ähnliche Vorrichtungen erleichtert den Einsatz in bestehenden Produktionsumgebungen.

(akr)