Oppo Find X9 Ultra: Neues Kamera-Flaggschiff mit Hasselblad-Kameras

Oppo stellt das Find X9 Ultra vor. Das neue Top-Smartphone setzt auf ein umfassendes Kamera-System, Hasselblad-Optik und erscheint auch in Deutschland.

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Oppo Find X9 Ultra mit Telekonverter

Das Oppo Find X9 Ultra.

(Bild: Oppo)

Lesezeit: 7 Min.
Inhaltsverzeichnis

Der chinesische Hersteller Oppo hat sein neues Topmodell Find X9 Ultra mit Fokus auf die Kameras vorgestellt. Das Smartphone mit optionalem Tele-Kameraaufsatz erscheint auch in Deutschland – ab 1700 Euro. Beim Design des Modells mit veganem Leder will der Hersteller sich an Hasselblads X2D orientiert haben.

Gut ein Jahr nach Vorstellung des im April 2025 eingeführten Topmodells Find X8 Ultra, das nicht offiziell in Deutschland zu haben war, kommt nun das Find X9 Ultra. Ähnlich wie das 2025er Modell baut der Hersteller nahezu alles an Top-Komponenten rein, was derzeit möglich ist. So verfügt es über Qualcomms aktuellen Topchip Snapdragon 8 Elite Gen 5, der etwa im Galaxy S26 Ultra, Xiaomis 17 Ultra sowie im Vivo X300 Ultra verbaut ist. An Speicher und RAM sind je nach Variante zwischen 12 und 16 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und zwischen 512 GByte und 1 TByte UFS-4.1-Speicher an Bord.

Das Oppo Find X9 Ultra in „Tundra Umber“.

(Bild: Oppo)

Das 6,82-Zoll-LTPO-Panel mit einer Auflösung von 3168 × 1440 Pixeln und 510 ppi unterstützt eine Bildwiederholrate von einem bis 144 Hertz, wobei die höchste Bildrate nur bei einigen Spielen erreicht wird. Das ist bei anderen Geräten mit dieser Bildwiederholrate jedoch auch so. Laut Hersteller wird das Display im High-Brightness-Mode (HBM) bis zu 1800 cd/m² und im Peak punktuell bis 3600 cd/m² hell werden. Zudem soll es Inhalte bei 1 cd/m² anzeigen können. Ferner unterstützt es Dolby Vision, „HDR Vivid“ und PWM-Dimming mit 2160 Hz.

Das Find X9 Ultra in „Canyon Orange“.

(Bild: Oppo)

Lange Laufzeit deutet derweil der 7050-mAh-Silicon-Carbon-Akku an. Zum Vergleich: Samsungs Galaxy S26 Ultra hat nur einen Akku mit 5000 mAh verbaut. Ăśberdies kann das Oppo-Modell mit 100 W per Kabel und 50 W kabellos schnell wieder nachgeladen werden.

Weiter verfügt das 236 Gramm schwere Gerät über IP66-, IP68- und IP69-Zertifizierungen. Das heißt, dass es Staub, zeitweiliges Untertauchen und Hochdruck-Wasserstrahlen standhält. Oppo gibt außerdem an, dass das Gerät den Schweizer SGS-Fünf-Sterne-Test für Sturz- und Stoßfestigkeit bestanden hat. Dieses Zertifikat besitzt unter anderem auch Honors Magic 8 Pro. Was dem Smartphone fehlt, ist Qi2-Unterstützung. Das heißt, es besitzt keine magnetische Rückseite, um Akkupacks oder anderes Zubehör zu befestigen.

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Während die Grundausstattung dem entspricht, was man von einem aktuellen High-End-Smartphone erwartet, will Oppo bei den Kameras mehr bieten. Auf der Rückseite sind fünf Sensoren verbaut: Die Weitwinkel-Kamera mit 200-MP-Sensor, ein Sony LYTIA 901, hat eine Größe von 1/1.12″. Weiter verfügt es über optische Bildstabilisierung (OIS), eine f/1,5-Blende und 23 mm Brennweite. Die 14mm-Ultraweitwinkel-Kamera hat 50 MP und basiert auf Sonys LYT-600-Sensor mit einer Sensorgröße von 1/1.95". Mit f/2.0 ist die Ultraweitwinkelkamera recht lichtstark – sie soll 56 Prozent mehr Licht als die des Find X8 Ultra erfassen.

Das rĂĽckseitige FĂĽnf-Kamera-System des Find X9 Ultra.

(Bild: Oppo)

Begleitet werden die beiden von zwei Telefoto-Kameras. Eine hat einen 200-MP-Sensor und f/2.2 (OmniVision OV52A, 1/1.28"), die eine dreifache Vergrößerung und 70 mm unterstützt. Laut Oppo handelt es sich dabei um den „größten Tele-Sensor, den es je in einem Smartphone gab“. Er soll 890 Prozent mehr Licht als die dreifache Kamera des Galaxy S26 Ultra aufnehmen. Die zweite Telefoto-Kamera mit 50-MP-Sensor (Samsung JNL, 1/2.75") und f/3.5 bietet einen 10-fachen optischen Zoom bis 230 mm und Sensor-Shift-OIS. Dabei handelt es sich um eine Bildstabilisierungstechnik, bei der der komplette Bildsensor und nicht wie meist üblich die Linse aufgehängt ist, um leichte Bewegungen auszugleichen. Der Hersteller sagt, dass er bei 20x-Vergrößerung noch optische Zoomqualität bieten soll. Der fünfte Sensor im Bunde ist ein Spektralsensor für den Weißabgleich. Die Frontkamera hat einen 50-MP-Sensor und eine f/2.4-Blende.

Videos kann das Find X9 Ultra mit bis zu 8K-Auflösung mit bis zu 30 fps und 4K mit 60 fps aufnehmen. Zudem unterstützt es O-Log2. Dieses Profil ist laut Oppo darauf ausgelegt, „mehr Details in dunklen Bildbereichen zu erhalten, Bildschlieren zu reduzieren und den Spielraum für das Color Grading zu erweitern“. Zudem bietet das Gerät Unterstützung für 3D-LUTs von Drittanbietern, „die direkt auf das Gerät geladen und dort in Echtzeit zur Vorschau individueller Farblooks genutzt werden können“, heißt es. Zudem hat Oppo mit Meta eine optimierte Videoweitergabe für Instagram integriert, „um Qualitätsverluste zwischen Aufnahme und Upload weiter zu reduzieren“.

Zusammen mit Hasselblad hat der Hersteller einen sogenannten Master Mode integriert, mit dem sich Aufnahmen „mit einer dezenteren Bildverarbeitung erstellen“ lassen. Ziel dabei sei eine „natürliche und detailreiche Wiedergabe mit einer weniger starken automatischen Abstimmung von Helligkeit und Kontrast“. Unterstützt werden 50MP JPEG MAX und 50MP RAW MAX für die sechs Brennweiten 14 mm, 23 mm, 47 mm, 70 mm, 139 mm und 230 mm. Außerdem lassen sich von Analogfilm inspirierte Bildstile nutzen.

Das Find X9 Ultra mit Hasselblad-Earth-Explorer-Kit.

Optionale Hardware für die Kamera ist das Find X9 Ultra Hasselblad Earth Explorer Kit. Dazu gehören ein Explorer Case mit zweistufiger Auslösetaste für Fokus und Auslöser sowie ein Drehrad zur stufenlosen Zoomsteuerung, erklärt das Unternehmen. Teil des Pakets ist ein 300-mm-Telekonverter, der an die 3x-Telekamera montiert wird. Der Telekonverter ist nur mit dem Find X9 Ultra kompatibel.

Ab Werk ist ColorOS 16 installiert, das auf Android 16 basiert. An Bord des Systems ist ein KI-Paket, das Oppo AI Mind Space nennt. Es soll unter anderem auf mehrere KI-Modelle zugreifen können. Zudem bietet das OS Support für den Datenaustausch mit Apple-Geräten (via AirDrop) und zwischen Android-Geräten (via Quick Share).

Für Reisen ist etwa das Tool „Menu Translation“ an Bord: Die KI soll nicht einfach Text einer Speisekarte übersetzen können, sondern die Inhalte um visuelle Darstellungen und zusätzliche Informationen zu Gerichten ergänzen. Außerdem führt Oppo mit Live Space eine neue Benachrichtigungsdarstellung ein. In dieser sollen Informationen „in einer kompakten, interaktiven Ansicht gebündelt“ werden und sich per Tippen oder Wischgeste erweitern lassen.

Bei der Software-Langlebigkeit ist noch Luft nach oben: Oppo bietet 5 Jahre Android-Updates und 6 Jahre Sicherheitspatches. Samsung und Google sowie Honor (bei Topmodellen) bieten bis zu 7 Jahre.

Das Find X9 Ultra ist ab sofort in den Farben „Tundra Umber“ und „Canyon Orange“ bestellbar: Es kostet ab 1700 Euro. Der Preis ist nicht sonderlich gering; jedoch verkauft Mitbewerber Vivo sein X300 Ultra für 300 Euro mehr. Das Xiaomi 17 Ultra gibt es „schon“ ab 1500 Euro, auf dem freien Markt bereits ab unter 1300 Euro.

Zusätzlich zum Find X9 Ultra hat Oppo das Tablet Pad 5 zum Preis von 529 Euro, offene Clip-On-Kopfhörer Enco Clip2 für 179 Euro und die Wear-OS-Smartwatch Watch X3 zum Preis von 429 Euro.

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