NASA-Rover Curiosity findet „Bausteine des Lebens“ auf dem Mars
Schon vor einem Jahr hat Curiosity mit einem Fund auf dem Mars für Aufsehen gesorgt. Nun kommt ein weiterer Nachweis organischer Verbindungen hinzu.
Künstlerische Darstellung eines Mars mit einem großen Ozean
(Bild: ESO / M. Kornmesser)
Der NASA-Rover Curiosity hat auf dem Mars mit einem weiteren Instrument unterschiedliche organische Moleküle entdeckt, die Überreste von einstigem Leben sein könnten. Das hat eine Forschungsgruppe jetzt öffentlich gemacht, die in der Entdeckung ein weiteres Argument sieht, endlich am Transport von Proben zur Erde zu arbeiten. Nur hier könne man definitiv sagen, ob es sich um Spuren von außerirdischem Leben handle oder nicht. Der Fund ist demnach mit dem Instrument SAM (Sample Analysis at Mars) gelungen, und zwar über eine Reaktion, die Curiosity insgesamt nur zweimal durchführen kann. Für mehr reicht das mitgebrachte Ausgangsmaterial nicht. Durchgeführt wurde das Experiment vor sechs Jahren.
Nachweisbar auch nach Milliarden Jahren
Wie die University of Florida erläutert, basierte der Versuch an dem Instrument SAM auf einer Chemikalie namens Tetramethylammoniumhydroxid (TMAH). Das sei darauf ausgelegt, größere organische Moleküle in seine Bestandteile aufzubrechen, damit sie mit SAM analysiert werden können. Weil das nur zweimal möglich sei, habe man den Versuch umfangreich planen und an der dafür günstigsten Stelle durchführen müssen. Gefunden habe man diese in einem Areal, das die NASA Glen Torridon getauft habe. Die Verantwortlichen weisen aber darauf hin, dass das Experiment nicht zwischen organischen Verbindungen unterscheiden könne, die von Leben stammen, die durch geologische Prozesse entstanden seien oder die von Meteoriten auf den Mars gebracht worden seien.
Insgesamt seien bei dem Versuch mehr als 20 interessante Stoffe gefunden worden, erklärt die Forschungsgruppe jetzt. Dazu gehört „ein stickstoffhaltiges Molekül, dessen Struktur den Vorläufern der DNA ähnelt“ und das noch nie zuvor auf dem Mars nachgewiesen wurde. Gefunden habe man zudem Benzothiophen, „eine große, doppelringförmige und schwefelhaltige Chemikalie, die häufig von Meteoriten auf Planeten gebracht wird“. Das Material, das bei uns also einen Grundbaustein des Lebens geliefert hat, sei auch auf den Mars gebracht worden. „Wir glauben, dass es sich um organisches Material handelt, das seit 3,5 Milliarden Jahren auf dem Mars erhalten geblieben ist“, fasst die Geologin und Studienleiterin Amy Williams die Einschätzung ihres Teams zusammen.
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Der jetzt im Fachmagazin Nature Communications vorgestellte Fund ist nicht zu verwechseln mit einer anderen Entdeckung von Curiosity, die vor etwa einem Jahr für Aufregung gesorgt hat. Ebenfalls mit dem Instrument SAM hat Curiosity demnach auf dem Mars die bislang längsten organischen Verbindungen nachgewiesen. Das sei ein weiterer Hinweis darauf, dass die präbiotische Chemie dort weiter fortgeschritten gewesen sei als angenommen, hieß es damals. Es handelt sich um drei verschiedene Überreste von Fettsäuren, die von Lebewesen, aber auch anorganisch produziert werden können. Laut einer Anfang dieses Jahres vorgestellten Analyse kann die Menge dieser Stoffe ohne eine biologische Quelle „nicht ohne Weiteres erklärt werden“.
(mho)