Mastodon: Förderung für Arbeit an verschlüsselten Direktnachrichten und mehr

Von der Sovereign Tech Agency bekommt das Mastodon-Team 614.000 Euro für die Arbeit an Funktionen, von denen bald das ganze Fediverse profitieren soll.

vorlesen Druckansicht
Mastodon-Schriftzug auf einem Smartphone, das Logo im Hintergrund auf einem Display

(Bild: T. Schneider/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Das Entwicklungsteam von Mastodon bekommt von der Sovereign Tech Agency der Bundesregierung 614.000 Euro, um den Kurznachrichtendienst und das Fediverse allgemein um zentrale Funktionen zu erweitern. Mit dem Geld soll die Arbeit an besseren Möglichkeiten zur Blockade unerwünschter Inhalte, an der externen Speicherung von Medien und der automatischen Inhaltserkennung und an Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Privatnachrichten finanziert werden, teilte das Team vor wenigen Tagen mit. Zudem soll die Dokumentation verbessert werden. Die Arbeiten sollen teilweise in diesem und teilweise im kommenden Jahr abgeschlossen sein, die Funktionen sollen dann auch anderen Diensten zur Verfügung gestellt werden.

Der Mitteilung zufolge fließt das Geld im Rahmen eines Service-Agreements. Entwickelt werden soll im Gegenzug eine Technik, mit der die Verantwortlichen für Instanzen von Mastodon Blocklisten teilen oder abonnieren können. Das soll die zeitaufwendige Arbeit beim Fernhalten unerwünschter Inhalte verringern. Beim externen Speicher geht es um das Problem, dass die Instanzen von Mastodon immer lokale Kopien von Medien anlegen müssen, wenn diese durchs Netzwerk fließen. Künftig soll es ermöglicht werden, diese extern vorzuhalten, was die Kosten für den Betrieb einer Instanz senken sollte. Beides soll bis Ende des Jahres implementiert werden.

Weiterhin will das Team Technik entwickeln und ebenfalls für andere Dienste bereitstellen, die es den Verantwortlichen einer Instanz ermöglichen soll, externe Werkzeuge für die Suche nach Spam oder illegalen Inhalten zu benutzen. Die Arbeit daran soll Ende des Jahres beginnen und bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Privatnachrichten auf Mastodon sollen ebenfalls ab 2027 Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden. Dafür muss die zuständige Arbeitsgruppe beim W3C ihre Arbeit an der Spezifikation erst abgeschlossen haben, schreibt das Team noch. Das verspricht zudem eine bessere Dokumentation der Technik und eine neue, offiziell unterstützte Docker-Variante von Mastodon für Admins.

Videos by heise

Mastodon wurde 2016 im thüringischen Jena als Open-Source-Projekt und Alternative zu Twitter ins Leben gerufen. Der dezentrale Kurznachrichtendienst hat danach immer von der Unzufriedenheit mit dem Vorbild profitiert. Der richtig große Wachstumsschub kam aber erst Ende 2022, nachdem Elon Musk Twitter (jetzt X) gekauft hat. In der Folge wanderten viele zu Mastodon ab und die Userzahl stieg massiv. Inzwischen gibt es mit Threads und Bluesky zwar deutlich größere Alternativen, aber Mastodon hat eine treue Nutzerschaft und ist Teil des viel größeren Fediverse. Das heißt, man kann auf Mastodon nicht nur mit anderen Usern von Mastodon, sondern auch mit solchen auf Plattformen interagieren, die völlig anders funktionieren und beispielsweise eher Facebook oder Instagram nachempfunden sind.

Siehe auch:

(mho)