Deezer: 44 Prozent neu hochgeladener Musik ist KI-generiert

44 Prozent der Songs, die täglich beim Musikstreamingdienst Deezer hochgeladen werden, sind KI-generiert. Das entspricht knapp 75.000 Tracks täglich.

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KI-Erkennung in Deezer-App

(Bild: Deezer)

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Fast die Hälfte der neu bei Deezer hochgeladenen Musik ist KI-generiert. Das teilte der Musikstreamingdienst mit. Man verzeichne knapp 75.000 KI-generierte Song-Uploads pro Tag, heißt es in einer Mitteilung. Das entspreche 44 Prozent der täglich hochgeladenen Stücke.

Mit der Mitteilung will Deezer vor allem auf seine Tools zur KI-Erkennung aufmerksam machen. Der französische Streamingdienst hat KI-Musik zum Problem erklärt und rühmt sich damit, die vermeintlich besten Tools zur KI-Erkennung in der Branche entwickelt zu haben. Externe Anbieter können diese Tools lizenzieren.

Deezer kennzeichnet erkannte KI-Musik und schlieĂźt sie von seinen Empfehlungsalgorithmen aus. Trotz der hohen Anzahl an Uploads sollen Nutzer deswegen sehr selten mit KI-generierten Tracks konfrontiert werden, schreibt Deezer. Der Anteil von KI-Musik an den Gesamtstreams liege daher nur zwischen 1 und 3 Prozent. 85 Prozent dieser Streams wĂĽrden zudem als betrĂĽgerisch eingestuft und demonetarisiert.

Die Deezer-Statistik offenbart auch: Das Problem wird größer. Schon im vergangenen Jahr informierte Deezer nämlich über den Anteil der KI-Musik an neu hochgeladenen Songs. Damals wurden pro Tag noch 20.000 KI-Tracks hochgeladen – innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl also fast vervierfacht. Hält der Trend an, dürfte schon im kommenden Jahr die Mehrheit neu hochgeladener Tracks KI-generiert sein.

„KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr“, kommentiert Deezer-CEO Alexis Lanternier die Zahlen. „Wir hoffen, dass sich die gesamte Musikbranche unseren Bemühungen anschließt, mit konkreten Schritten, um die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern zu schützen und für mehr Transparenz gegenüber Hörerinnen und Hörern zu sorgen.“

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Branchenprimus Spotify stellt keine vergleichbaren Zahlen zur Verfügung, hat aber ebenfalls Schritte gegen KI-Spam unternommen. Unter anderem sollen Musiker offenlegen, ob und in welcher Form Künstliche Intelligenz bei der Produktion zum Einsatz kommt. Filter sollen derweil dafür sorgen, dass KI-Musik echten Künstlern nicht ihre Jahreseinnahmen wegfrisst. Über ein Beschwerdeformular können sich Musiker an Spotify wenden, wenn ihre Stimme illegal von KI kopiert wurde. Im vergangenen September teilte Spotify mit, man habe 75 Millionen Spam-Tracks entfernt.

(dahe)