YouTubes kostenloses Identitäts-Tool soll Prominente vor Deepfakes schützen

YouTube stellt seine Deepfake-Erkennung breiter zur Verfügung und reagiert damit auf die zunehmende Verbreitung manipulierter Videos mit bekannten Gesichtern.

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Nahaufnahme einer Hand, die ein Mobiltelefon hält, wobei die YouTube-Anwendung angezeigt wird, vor einem hellroten Hintergrund. Fokus auf Medien und Streaming-Services. Aufgenommen am 12. Juli 2025.

Deepfakes von prominenten Gesichtern könnten auf YouTube bald seltener werden.

(Bild: Mijansk786 / Shutterstock.com)

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Bereits Ende letzten Jahres stellte YouTube ein Tool vor, das Ähnlichkeiten von Personen in hochgeladenen Videos erkennen soll. Nutzer sollten damit ihre eigene Identität vor unerlaubten KI-Nachbildungen schützen können. Nach einer anderthalbjährigen Testphase öffnete die Videoplattform das Programm erst für bekannte YouTube-Persönlichkeiten und ausgewählte Politiker. Jetzt erhalten auch Schauspieler, Musiker oder Sportler kostenlos Zugriff auf YouTubes „Likeness Detection“, um ihre digitale Identität besser schützen zu können. Ein eigener YouTube-Kanal soll dazu nicht nötig sein.

Wie YouTube gegenüber The Hollywood Reporter erklärte, richtet sich das Angebot gezielt an Personen, deren öffentliches Erscheinungsbild wirtschaftlich relevant ist. Die Videoplattform reagiert damit auf die sich schnell entwickelnden technischen Möglichkeiten generativer KI. Anfang des Jahres führte etwa ByteDances Seedance 2.0 zu einem Aufschrei in Hollywood. Das KI-Videogenerierungsmodell erzeugte urheberrechtlich geschütztes Material am Fließband, was zu Abmahnungen seitens Konzernen wie Disney und Paramount Skydance führte.

YouTubes digitaler Identitätsschutz funktioniert ähnlich wie das bekannte Content-ID-System für Urheberrechte. Wer teilnehmen will, hinterlegt Referenzmaterial des eigenen Gesichts – etwa einen Personalausweis oder den Führerschein. Anschließend durchsucht die Plattform hochgeladene Videos nach Übereinstimmungen und markiert potenziell problematische Inhalte zur Prüfung.

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Nach Angaben von YouTube können Betroffene dann entscheiden, ob sie ein Video tolerieren oder dessen Entfernung beantragen. Allerdings gilt das nicht uneingeschränkt: Parodien oder satirische Beiträge sollen online bleiben, sofern sie die Community-Richtlinien nicht verletzen. Das System zielt eher auf täuschend echte Nachbildungen von Inhalten, die wirtschaftlichen oder persönlichen Schaden anrichten können. Vorerst ist allerdings keine Funktion geplant, die es Urhebern ermöglichen würde, an generierten Einnahmen gemeldeter Inhalte mitzuverdienen.

(joe)