Nobody's perfect: Billy Wilders „Manche mögen’s heiß“ im 4K-Heimkinotest

Tony Curtis und Jack Lemmon unterlaufen etablierte Geschlechterrollen. Die neue 4K-Restauration zeigt, wie aktuell die rasante Komödie noch immer ist.

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Manche mögen's heiß

(Bild: MGM)

Lesezeit: 14 Min.
Von
  • Timo Wolters
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Wenn heute über Geschlechterrollen, Identität und „toxische Männlichkeit“ gestritten wird, wirkt das gern wie ein Phänomen der Gegenwart. Hollywoods Mainstream-Kino verhandelte solche Fragen jedoch bereits vor 70 Jahren: Billy Wilders „Manche mögen’s heiß“ (Some Like It Hot) unterlief 1959 konservative Rollenbilder – nicht mit einem theoretischen Diskurs, sondern in einer turbulenten Komödie mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Tony Curtis.

Filme im c’t-Heimkinotest
Film-Rezensionen

Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.

Als rasante Gangsterkomödie unterwanderte der Film die moralischen Leitplanken des in Hollywood geltenden Hays Code und zwang seine männlichen Hauptfiguren in weibliche Rollen. Was als Flucht vor der Mafia beginnt, kippt in ein permanentes Spiel mit Erwartungen und Verhaltenscodes. Geschlecht erscheint dabei als erlernte und dargestellte Rolle – ein Gedanke, den Simone de Beauvoir bereits zehn Jahre zuvor formuliert hatte und den Judith Butler Jahrzehnte später theoretisch zuspitzte.

Der Schwarzweiß-Klassiker erscheint nun am 30. April erstmals in einer aufwendig restaurierten Fassung auf Ultra HD Blu-ray (UHD). Wir haben das Luxus-Set mit drei Discs für 40 Euro von Capelight vorab testen können und vergleichen ab Seite 4 die Bild- und Tonqualität der neuen Ausgabe mit der bisherigen Blu-ray Disc und der Streaming-Version auf AppleTV/iTunes. Zuvor versetzen wir uns zurück in die 1950er Jahre und beleuchten, wie subversiv der heute kanonische Film zu seiner Zeit war – und mit welchen Kniffen Billy Wilder Moral- und Sittenwächter ausmanövrierte.

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