VirtualBox 7.2.8: Bugfixes für Linux, Wayland und Secure Boot

VirtualBox 7.2.8 bringt wichtige Bugfixes für Linux-Hosts, Wayland-Gäste und Secure Boot. Auch 7.1.x erreicht sein Support-Ende.

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Abstrakte Darstellung eines Prozessors mit binärem Code, der sich spiralförmig nach oben windet.

(Bild: heise medien)

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Von
  • Michael Plura
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

VirtualBox 7.2.8 behebt wie die vorherigen 7.2.x-Updates einige Fehler; neue Funktionen brachte zuletzt prinzipbedingt VirtualBox 7.2.0 im August vergangenen Jahres. Für GNU/Linux-Hosts ist vor allem die Anpassung an die Linux-Kernel 6.19 und 7.0 wichtig. Die Entwickler haben außerdem spezielle Fehler rund um RHEL 10.1 und 10.2 ausgeräumt und unterstützen neu die UEK-Kernel von Oracle Linux 9. Bei den Linux Guest Additions sollten Anwender vom enthaltenen Kernelmodul vboxvideo Abstand nehmen und auf VMSVGA oder das bei Distributionen mit Linux-Kernel ab 7.0 mitgelieferte vboxvideo umsteigen. Für ältere Kernel greifen Gäste weiterhin auf vboxvideo aus den Linux Guest Additions zu.

Anders als bei X11-Gästen klappte die Übernahme von Inhalten der Zwischenablage aus Wayland-Gästen auf das Host-System bislang nicht immer. Ein Bugfix soll das Problem beheben.

Ein lästiges Problem mit den Secure Boot Certificates von Windows 11, bei dem die Fehlermeldung „Get-SecureBootUEFI -Name DBX: The variable is currently not defined“ auftritt, beheben die Entwickler bei neuen VMs nun mithilfe von Dummy-Signaturen. Bestehende fehlerhafte Installationen lassen sich laut Entwickler Alexander Eichner über die Befehle

VBoxManage modifynvram vmname enrollorclpk
VBoxManage modifynvram vmname enrollmssignatures

entschärfen. Behoben ist auch ein Fehler bei NAT-Netzwerken, der auftrat, wenn der interne DNS nicht erreichbar war.

Schon der erste Fix im Changelog von VirtualBox 7.2.8 ist interessant. Er betrifft den Virtual Machine Manager (VMM), in dem es laut Beschreibung unter Windows 11 zu einer „Guru Meditation“ mit dem Fehlercode VERR_IEM_IPE_4 kommt, wenn ein Gast versucht, eine nicht passende vmmcall-Instruktion (0f 01 d9) auszuführen. Dem Einsender fiel das Problem nach eigenen Angaben beim Lesen des Quellcodes auf.

Auf einem macOS-Host führte ein Gastsystem mit der aktuellen Entwicklerversion 16 von FreeBSD in Verbindung mit einem LSI-Logic-SAS-Controller mit 13 Datenträgern beim Herunterfahren zu einem VBOX-Crash. Laut Beschreibung des Fixes auf GitHub lag es an einer falschen Anzahl virtueller Status-LEDs.

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Zeitgleich zum Update von VirtualBox 7.2 erhielt auch der 7.1-Zweig nahezu dieselben Fixes – verbunden mit dem Hinweis, dass VirtualBox 7.1 ab sofort keinen Support mehr bekommt. Nach dem Update auf VirtualBox 7.1.18 sollten Anwender daher über eine Migration auf 7.2.8 nachdenken.

VirtualBox ist eine Virtualisierungssoftware für Windows-, macOS-, GNU/Linux- und Solaris-Desktops sowie in angepasster Form auch für FreeBSD. Ursprünglich entwickelte die InnoTek Systemberatung GmbH die Software; 2008 übernahm Sun Microsystems sie, 2010 ging sie an Oracle. Alle aktuellen Fixes für VirtualBox 7.2.x listet das Changelog. Die Software steht ab sofort kostenlos auf der Projektseite für Windows-, macOS-, GNU/Linux- und Solaris-Hosts zum Download bereit. Bei Updates sollte man nicht vergessen, auch das VirtualBox Extension Pack (spezielle PUEL-Lizenz beachten!) auf Version 7.2.8 zu aktualisieren.

Siehe auch:

(fo)