Trotz Milliarden-Minus: Warum Intels Aktie um 20 Prozent hochschieĂźt
Zur Abwechslung retten nicht Massenentlassungen Intels Börsenreputation. Vielmehr ist der Ausblick bis zum Sommer rosig.
(Bild: Mark Mantel / heise medien)
Intel gibt einen Betriebsverlust von 3,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 3,7 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal 2026 bekannt. Vor einem Jahr waren es „nur“ 301 Millionen beziehungsweise 821 Millionen US-Dollar. Trotzdem schießt die Aktie im nachbörslichen Handel Donnerstagabend 20 Prozent hoch. Zum einen liegt der aktuelle Umsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar (+7 % im Jahresabstand) über Intels letztem Ausblick, zum anderen übertrifft die Prognose für das zweite Quartal die Wall-Street-Erwartungen deutlich.
Analysten haben erwartet, dass Intel rund 13,1 Milliarden US-Dollar in seinem neuen Ausblick nennt. Tatsächlich sind es aber 13,8 Milliarden bis 14,8 Milliarden US-Dollar für das zweite Quartal. Gleichzeitig prognostiziert Intel einen Nettogewinn von mehreren Millionen US-Dollar. Es wäre das erste grüne Quartal ohne milliardenschwere Einmaleffekte seit 2023.
Maßgeblich ein Posten verhagelte Intel das erste Quartal: Restrukturierungs- und sonstige Aufwendungen. Intel hat dafür fast 4,1 Milliarden US-Dollar verbucht. Typischerweise handelt es sich dabei größtenteils um Abfindungspakete für gekündigte Mitarbeiter. Von 115.000 Mitarbeitern im Herbst 2024 sind jetzt noch 78.500 übrig. Der operative Cashflow steigt um 35 Prozent auf 1,1 Milliarden US-Dollar.
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Mehr und teurere Prozessoren
Der steigende Umsatz kommt maßgeblich von Preissteigerungen bei Prozessoren und einem höheren Anteil von Xeon-Modellen für Server und (KI-)Rechenzentren. Mit dem Aufkommen von KI-Agenten rücken CPUs wieder stärker in den Fokus, die sich für deren Ausführung eignen.
Intel hat Produktionslinien von Desktop- und Notebook-Prozessoren auf Xeon umgestellt. Folglich steigt der Umsatz der Gruppe Data Center and AI im Jahresvergleich um 22 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden US-Dollar. Mit einem operativen Gewinn von gut 1,5 Milliarden US-Dollar hat die Sparte die harten Zeiten hinter sich gelassen.
Die Client Computing Group rund um alle Core-Prozessoren für Desktop-PCs und Notebooks stagniert bei 7,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Höhere Preise gleichen die geringere Produktionsmenge aus. Mit 2,5 Milliarden US-Dollar operativem Gewinn ist sie damit profitabler. Die konzernweite Marge steigt folglich im Jahresvergleich von 36,9 auf 39,4 Prozent.
Foundry weiter tief im Minus
Der Umsatz der Chipfertigungstochter Intel Foundry steigt um 16 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar. Intel selbst bleibt der einzige GroĂźkunde mit einem Umsatzanteil von 97 Prozent. Das Wachstum dĂĽrfte maĂźgeblich von der hohen CPU-Nachfrage bei KI-Rechenzentren stammen. Das Betriebsminus bleibt mit 2,4 Milliarden US-Dollar enorm.
Alle angekĂĽndigten Partnerschaften, unter anderem mit Google und Elon Musks Firmen, bleiben erst einmal Zukunftsmusik. Geld spĂĽlen sie noch nicht in die Kasse.
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(mma)