China und Kambodscha gehen gemeinsam gegen kambodschanische Scam-Zentren vor

Neben Myanmar zählt auch Kambodscha viele Scam-Zentren für Online-Betrug. Im Rahmen engerer Zusammenarbeit will China den Kampf dagegen unterstützen.

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Mann im Hoodie mit erhobener Pistole

(Bild: PopTika / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Bei einem Staatsbesuch des chinesischen Außenministers in Kambodscha haben beide Länder unter anderem die Zusammenarbeit im Kampf gegen lokale Scam-Zentren vereinbart. Myanmar gilt als bevorzugter Standort für diesen geschäftsmäßigen Online-Betrug, doch auch in Kambodscha sind derartige Firmen und sogar Zwangsarbeitslager verbreitet, in denen Menschen gegen ihren Willen festgehalten und gezwungen werden, Online-Nutzer um ihre Ersparnisse zu erleichtern.

Solche Scam-Zentren werden oft von einheimischen Gruppen organisierter Kriminalität betrieben, aber auch von ausländischen Kriminellen geleitet. Anfang dieses Jahres lieferte Kambodscha einen mutmaßlichen Online-Betrüger nach China aus, dem milliardenschwerer Online-Betrug vorgeworfen wurde. Dabei handelt es sich um Chen Zhi, Gründer und Vorsitzender der Prince Group.

Offiziell haben Chen Zhi und die Prince Group mit Immobilien und Finanzdienstleistungen Geld verdient. Doch bei der Organisation soll es sich um eines der größten transnationalen kriminellen Netzwerke in Asien handeln, das mit Scam-Zentren in Kambodscha riesige Gewinne erwirtschaftet haben soll. Dafür sollen hunderte Personen gegen ihren Willen eingesperrt und dazu gezwungen worden sein, Menschen in aller Welt über das Internet zu betrügen und ihnen Geld abzuknöpfen.

Diesen Machenschaften will Chinas Außenminister Wang Yi ein Ende setzen und forderte deshalb im Gespräch mit dem kambodschanischen Premierminister Hun Manet diese Woche, dass „grenzüberschreitendes Glücksspiel und Betrug Leben und Eigentum der Bevölkerung gefährden und entschieden bekämpft und vollständig ausgerottet werden müssen“, berichtet die südostasiatische Straits Times.

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Gestern nun haben sich China und Kambodscha im Rahmen ihres „2+2“ genannten strategischen Dialogs auf sechs Punkte gemeinsamer Ziele und Zusammenarbeit geeinigt, von denen einer dem Kampf gegen Scam-Zentren gewidmet ist, wie das chinesische Außenministerium schreibt. Demnach „vereinbarten beide Seiten, die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden zu stärken, wobei der Schwerpunkt auf der entschlossenen und gründlichen Bekämpfung von Online-Glücksspiel- und Telekommunikationsbetrug, dem Schutz von Leben und Eigentum der Bevölkerung und der Schaffung eines günstigen externen Umfelds für die Zusammenarbeit zwischen China und Kambodscha liegen sollte“.

Konkrete Maßnahmen im Kampf gegen Scam-Zentren wurden bislang allerdings nicht vereinbart – oder zumindest nicht öffentlich bekannt gegeben.

(fds)