Samsung vor langem Streik: Zehntausende protestieren fĂĽr hohe Bonuszahlungen
Dank des KI-Booms macht Samsung immense Gewinne, und die Angestellten wollen eine größere Beteiligung. Sie drohen weiterhin mit einem 18-tägigen Streik.
(Bild: Valeriya Zankovych/Shutterstock.com)
Weniger als einen Monat vor Beginn eines mehrwöchigen Streiks haben in Südkorea mehrere Zehntausend Angestellte von Samsung für deutliche Bonuszahlungen demonstriert, um die Gewinne aus dem KI-Boom zu verteilen. Das berichtet die Korea Times, die von etwa 40.000 Demonstrierenden (laut den Gewerkschaften) beziehungsweise etwa 30.000 (laut Polizei) spricht. Etwa 20 Aktionäre haben laut Medienberichten zeitgleich einen Gegenprotest abgehalten und die Forderungen kritisiert. Uneinigkeit herrscht demnach auch über die wirtschaftlichen Folgen und Kosten, sollte tatsächlich ab dem 21. Mai für 18 Tage gestreikt werden. Die Halbleiterproduktion müsste dann gestoppt werden.
Historischer Streik rückt näher
Laut der Tageszeitung fordern die Gewerkschaften, dass 15 Prozent des Jahresgewinns für Boni reserviert werden. Das wären etwa 23 Milliarden Euro und im Schnitt über 340.000 Euro pro Mitarbeiter beziehungsweise Mitarbeiterin, hat Bloomberg errechnet. Samsungs Geschäftsführung hat demnach angeboten, 10 Prozent des operativen Gewinns für Bonuszahlungen zu verwenden und die Löhne um 6,2 Prozent zu erhöhen. Das hätten die Gewerkschaften abgelehnt, und noch ist unklar, ob eine rechtzeitige Einigung den historischen Ausstand verhindern kann. Der wäre erst der zweite in der Geschichte von Samsung. Im März haben die Gewerkschaftsmitglieder für den Streik gestimmt, sollten die Verhandlungen scheitern.
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Bei dem Konflikt geht es um eine wachsende Einkommensschere zu konkurrierenden Firmen wie SK Hynix. Der Halbleiterhersteller hat im Herbst eine gewerkschaftliche Forderung nach einer Vergütungsreform akzeptiert, die unter anderem höhere Boni vorsieht. In der Folge sei die Zahl der Samsung-Angestellten, die einer Gewerkschaft angehören, sprunghaft angestiegen. Innerhalb von drei Monaten haben danach laut Medienberichten 100 Gewerkschaftsangehörige Samsung verlassen, um unter anderem bei SK Hynix anzuheuern. Samsung hat demnach jetzt vor den Folgen des angedrohten Streiks gewarnt und gleichzeitig versichert, weiterhin „aufrichtig“ mit den Angestellten sprechen zu wollen. Gleichzeitig geht der Konzern juristisch gegen die Streikpläne vor.
(mho)