Montag: Professioneller Grafikkarten-Fake, NASA-Weltraumteleskop vor Zeitplan

GPU-Fälschung fast perfekt + Frühstart für neues NASA-Teleskop + Verhaftung nach Leak von Avatar-Film + Kommentar zur Signal-Affäre + Rückblick auf Tschernobyl

vorlesen Druckansicht
Chip mit GPU-Beschriftung auf Platine; Montag: Grafikkarten-Fälschung, Teleskop-Frühstart, Raubkopie-Verhaftung, Signal-Affäre-Kommentar & Tschernobyl-Jahrestag

(Bild: sdecoret/Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.

Einem Reparaturspezialisten kam als Auftrag eine funktionslose Grafikkarte ganz besonderer Art zu. Auf der Platine einer GeForce RTX 4090 steckte eine RTX-3000-GPU. Erst per Mikroskop konnte er feststellen, dass es sich um eine professionelle Fälschung handelt. Es ist davon auszugehen, dass diese in einer Grafikkartenfabrik angefertigt wurde. Fertiggestellt ist auch das neue NASA-Weltraumteleskop Nancy Grace Roman. Damit kann es acht Monate früher starten als geplant und bleibt unter Budget. Das Instrument ermöglicht breitere Aufnahmen als andere Teleskope, soll Exoplaneten abbilden und täglich 1,4 TByte Daten senden. Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse auch bei dunkler Materie. Derweil sieht ein Mann in Singapur einer Gefängnis- und/oder Geldstrafe entgegen, weil er „Die Legende von Aang: Der Herr der Elemente“ im Internet verbreitet haben soll. Der Animationsfilm soll exklusiv auf der Streaming-Plattform Paramount+ erscheinen, wurde aber bereits in sozialen Netzwerken verteilt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Videos by heise

Seit Jahren repariert ein als „Tony“ bekannter Mann aus den USA für seinen YouTube-Kanal vorwiegend Grafikkarten. Vor kurzem scheiterte er aber einem Auftrag, denn die ihm von einem Kunden übersandte Karte konnte schlicht nicht funktionieren. Mutmaßlich mit Betrugsabsicht hatte jemand auf die echte Platine einer Asus RTX-4090 Strix eine GPU der Serie RTX-3000 gesetzt. Die ist anders beschaltet, die Kombination sieht nur so aus wie eine betriebsbereite Grafikkarte. Selbst dem sehr erfahrenen Tony, der auch GPUs und Speicherbausteine von einer Karte auf eine andere verpflanzen kann, fiel die Fälschung nicht unmittelbar auf. Deshalb ist er sich sicher, dass dies nur in einer Fabrik für Grafikkarten in dieser Qualität erfolgen könnte: Alte GPUs auf neueren Grafikkarten als fast perfekte Fälschung.

Die Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde NASA kommen bei der Errichtung des Nancy Grace Roman Space Telescope (NGRST) schneller voran als ursprünglich vorgesehen. Deshalb könnte das neue Weltraumteleskop schon Anfang September 2026 ins All gebracht werden. Damit ist das Projekt „acht Monate vor dem geplanten Termin und unter Budget“, so NASA-Leiter Jared Isaacman. Das NGRST verfügt über ein Weitwinkel-Sichtfeld mit einem massiven Bildsystem, das Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ablichten und nach dunkler Materie suchen soll. Wissenschaftler wünschen sich breite Aufnahmen, um einen größeren Teil des Weltraums auf einmal erfassen zu können. Im Betrieb könnte das Teleskop jeden Tag 1,4 TByte Daten zur Erde schicken: Neues NASA-Weltraumteleskop Nancy Grace Roman könnte Anfang September starten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Singapur ist ein 26-jähriger Mann verhaftet worden, der den Film „Die Legende von Aang: Der Herr der Elemente“ („The Legend of Aang: The Last Airbender“) im Internet verteilt haben soll. Laut einer Tageszeitung soll der von der Polizei verhaftete Mann den Film auf Social-Media-Plattformen angeboten haben. Ursprünglich hatte Paramount geplant, den Animationsfilm im Oktober 2026 ins Kino zu bringen. Doch zuvor wurde entschieden, dass „The Last Airbender“ stattdessen exklusiv auf der Streaming-Plattform Paramount+ erscheinen solle. Gegen den festgenommenen Mann wird wegen unbefugten Zugriffs auf Computerdaten ermittelt. Darauf stehen in Singapur eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren, eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Singapur-Dollar oder beides: 26-Jähriger in Singapur wegen Avatar-Leak verhaftet.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundesbauministerin Verena Hubertz – sie alle sollen betroffen sein von einem Phishing-Angriff, der seit zwei Monaten im politischen Berlin für Unruhe sorgt. Signal selbst ist – trotz anderslautender Überschriften in Publikumsmedien – nicht gehackt worden. Die Angreifer haben sich etwas anderes zunutze gemacht: Naivität, Ignoranz und eine Besonderheit der politischen Realität. Denn neben der strukturierten IT-Organisation des Bundestags nutzen Politiker auch eigene Geräte, etwa für Absprachen innerhalb der Parteien. Solche Smartphones sind aber nach keinem BSI-Standard gesichert. Damit bleibt der Mensch als Einfallstor ein Kernproblem bei derartigen Phishing-Attacken, so unser Kommentar: Kein Hack, nur Ignoranz.

Am Sonnabend, 26. April 1986, ist die Welt noch in Ordnung. In der Zentrale von Block 4 des Kraftwerkes Tschernobyl in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik bereitet die Nachtschicht einen Test vor. Er soll zeigen, dass der Reaktor auch nach einem Stromausfall sicher ist. Bei dem Test sollte ein externer Stromausfall simuliert werden. Damit wollte die Kraftwerkmannschaft überprüfen, ob in so einem Fall die nachlaufende Turbine noch genug Energie für die Notkühlung des Reaktors liefern würde, bis die Notstromgeneratoren starten. Eine Minute galt es zu überbrücken – sonst bestünde die Gefahr einer Kernschmelze. Drei Minuten später explodiert der Reaktor. Es ist der schlimmste Atomunfall in der Geschichte, nachgezeichnet im Missing Link: 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.

Auch noch wichtig:

(fds)