Dienstag: Auflagen für Google, EU und USA vereint gegen China
EU-Kommission schlägt Maßnahmen vor + Brüssel und Washington mit Aktionsplan + Solarstrom aus dem All + Partnerschaft gelockert + Interpol warnt vor Betrug
(Bild: Asif Islam / Shutterstock.com / heise online)
In einem Ende Januar begonnenen Prüfverfahren gegen den US-Konzern Google legt die Europäische Kommission vorläufige Maßnahmen vor. Interessierte Parteien können dazu nun Stellung beziehen. Brüssel und Washington reagieren auf die zunehmende Verwundbarkeit ihrer Industrien und wollen mit einem Abkommen und einem Aktionsplan ihre Abhängigkeit bei kritischen Mineralien verringern. Damit zielen beide Seiten auf Chinas dominante Stellung. Und der Social-Media-Konzern Meta will Solarstrom aus dem All beziehen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Ende Januar dieses Jahres hat die EU-Kommission ein Prüfverfahren gegen Google begonnen und dem US-Konzern eine Frist von sechs Monaten gesetzt, um etwaige technische Hürden für KI-Assistenten der Mitbewerber auf seinem Betriebssystem Android abzubauen. Die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union prüfen, ob Google die EU-Vorgaben nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) einhält und konkurrierende KI-Software in Android fair behandelt. Auf halber Strecke hat die Kommission nun ihre vorläufigen Ergebnisse bekannt gemacht und Maßnahmen skizziert, die Google umsetzen soll, um Dritten effektiven Zugang zu den wichtigsten Funktionen von Android zu ermöglichen. Interoperabilität mit Googles Android: EU-Kommission schlägt Maßnahmen vor
In einer Zeit, in der Lithium, Kobalt oder Seltene Erden für den Bau von Windkraftanlagen, E-Autos und Halbleitern entscheidend sind, werden die Rohstoffe nicht mehr als einfache Handelsgüter definiert. Sie gelten zunehmend als strategische Vermögenswerte, die untrennbar mit der nationalen Sicherheit, der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der globalen Energiewende verknüpft sind. Vertreter der EU und der Vereinigten Staaten haben nun in Washington eine weitreichende strategische Partnerschaft besiegelt – von der Erkundung über den Abbau und die Verarbeitung und Raffinerie bis zum Recycling und der Rückgewinnung von Rohstoffen. Die Partnerschaft richtet sich vor allem gegen China. Kritische Rohstoffe: EU und USA schmieden Pakt gegen China-Dominanz
Was der Zugang zu kritischen Mineralien für Brüssel und Washington ist – ist die Deckung des Strombedarfs für die globalen Tech-Konzerne. Die KI-Infrastruktur im globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz benötigt gewaltige Mengen an Strom. Die großen Player suchen nach daher Möglichkeiten, ihren Energiebedarf zu decken. Eine Möglichkeit ist Atomenergie. Unternehmen wie das US-amerikanische Start-up Overview Energy System wiederum entwickeln Systeme, die Solarstrom im All erzeugen und dann drahtlos zur Erde übertragen sollen. Solchen Solarstrom will der Facebook-Konzern Meta künftig einsetzen und hat eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Meta sichert sich Solarstrom aus dem All
Seit 2019 hat Microsoft mehr als 13 Milliarden US-Dollar in den ChatGPT-Entwickler OpenAI investiert und profitiert von dem frühen und umfassenden Zugang zu dessen KI-Modellen. In den vergangenen Monaten aber gab es zwischen beiden Unternehmen zunehmend Spannungen. Die Geschäftsaktivitäten beider Konzerne überschnitten sich immer häufiger. Zudem kam es zu Entlassungen, um unter anderem die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur zu finanzieren. Im Februar 2026 schloss OpenAI eine milliardenschwere strategische Partnerschaft mit Amazon. Die Allianz mit Microsoft passt das Unternehmen nun an. Die Umsatzbeteiligung von Microsoft wird gedeckelt, Exklusivrechte fallen weg und OpenAI erhält mehr Freiheiten. OpenAI und Microsoft lockern ihre milliardenschwere Partnerschaft
Kriminelle setzen immer häufiger auf Künstliche Intelligenz. Dank KI könnten Täter Gesichter und Stimmen in Echtzeit klonen. Zehn Sekunden Audiomaterial aus sozialen Medien genügen oft, um eine täuschend echte Kopie eines Angehörigen zu erstellen. Die Hemmschwelle, Geld zu überweisen, sinkt rapide, wenn am Telefon scheinbar der eigene Enkel um Hilfe fleht. Aufgrund seines relativen Wohlstandes und einer alternden Gesellschaft ist Europa zu einem primären Ziel von KI-Betrügereien geworden. Davor warnt Interpol in einem neuen Report. Um die Betrugsindustrie zu stoppen, müssten Gesellschaft und Tech-Konzerne Schutzräume statt Stigmen schaffen, so die Polizeibehörde. KI-Enkeltrick und Deepfakes: Interpol warnt vor verschärfter Betrugswelle
Auch noch wichtig:
- Chinesische Elektroautos werden in Europa beliebter. Aber die EU erhebt Einfuhrzölle. Autobauer SAIC will seine E-Autos deshalb in Spanien fertigen. Chinesischer Autokonzern will Elektroautofabrik in Spanien bauen
- OpenAI-Chef Sam Altman schreibt die Grundsätze seines Unternehmens neu auf. Es geht nicht mehr nur um die Zukunft, sondern immer stärker auch um das Jetzt. OpenAI beschreibt seine Mission neu: Weniger AGI, mehr Machtfrage
- Ein Retro-Telefon für Kinder trifft den Wunsch nach weniger Smartphone und wird in den USA zum Überraschungshit. Ohne Bildschirm, Apps und Browser: „Tin Can“-Telefone sind ein Hit in den USA
- Google Cloud führt automatisierte Spend Caps und einen FinOps Explainability Agent ein, um KI-Kosten besser zu kontrollieren und zu analysieren. Google Cloud zieht bei KI-Kosten die Notbremse
- Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Kriterien für Cloud-Autonomie veröffentlicht. Sie sollen helfen, die Souveränität von Cloud-Diensten zu bewerten. BSI definiert, wann eine Cloud wirklich souverän ist
- Meta wollte angeblich zwei Milliarden US-Dollar für das chinesische KI-Start-up Manus bezahlen. Nach einer aufsehenerregenden Prüfung unterbindet China das nun. Erst Ausreiseverbot, jetzt Veto: China untersagt Meta die Übernahme von KI-Firma
- Nach dem März-Update stecken zahlreiche Pixel-Smartphones in einer Neustart-Schleife fest. Google scheint nun ein Beta-Update zur Rettung der Daten zu testen. Bootloop-Fehler bei Pixel-Geräten: Google hat offenbar eine Lösung
- US-Präsident Donald Trump hat mehrere Mitglieder des National Science Board entlassen. Das Gremium entscheidet über die Verwendung staatlicher Forschungsmittel. Trump entlässt Mitglieder des US-Wissenschaftsgremiums
- Bei der Ankaufsplattform Cleverbuy wurde aufgrund von Zahlungsproblemen Insolvenz angemeldet und der Geschäftsbetrieb eingestellt. Der Chef steht vor Gericht. Insolvenz bei Cleverbuy: Betrugsvorwürfe und Strafanzeigen
- Cisco hat einen Forschungsprototyp zur Vernetzung von Quantencomputern vorgestellt. Er soll heterogene Quanteninformationen umwandeln und übertragen. Cisco stellt Quanten-Switch für Quantencomputer vor
- Wer den neuen NVMe-SSD-Treiber in Windows 11 mit Registry-Hack genutzt hat, dürfte ohne Hinweis wieder den alten Treiber nutzen. SSD-Nachbrenner: NVMe-Treiber still und heimlich wieder umgestellt
- Die Entwickler haben den DNS-basierten Werbeblocker Pi-hole aktualisiert. Das Update schließt hochriskante Sicherheitslecks. Werbeblocker Pi-hole: Update stopft Codeschmuggel- und Rechteausweitungslücken
(akn)