Boeing fĂĽhrt ersten Testflug mit autonomer Luftbetankungsdrohne MQ-25A durch

Die Luftbetankungsdrohne MQ-25A Stingray von Boeing hat ihren Erstflug absolviert. Die Drohne startete, flog eine Route und landete dabei vollständig autonom.

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MQ25A-Luftbetangungsfdrohen in der Luft

Die Luftbetankungsdrohne MQ-25A Stingray absolviert ihren ersten autonomen Testflug.

(Bild: Boeing)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Oliver BĂĽnte
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Luftfahrtkonzern Boeing hat zusammen mit der U.S. Navy einen ersten Test mit der autonomen Luftbetankungsdrohne MQ-25A Stingray durchgeführt. Der Prototyp absolvierte dabei einen zweistündigen Testflug. Dieser Drohnentyp soll später eingesetzt werden, um die Reichweite von Aufklärungs- und Kampfflugzeugen bei militärischen Einsätzen von Flugzeugträgern aus zu verlängern, ohne dass dabei bemannte Flugzeuge zur Betankung eingesetzt werden müssen.

Boeing und die U.S. Navy führten die Flugtests der MQ-25A Stingray am 25. April vom MidAmerica St- Louis Airport im US-Bundesstaat Illinois aus durch. Getestet wurden zunächst die autonomen Flugfähigkeiten. Dazu rollte die Drohne selbstständig zum Startpunkt auf der Startbahn, startete, flog eine vorprogrammierte Route und landete dann wieder sicher auf dem Flughafen. Eine Steuerung durch einen externen Piloten erfolgte dabei nicht. Der Flug wurde lediglich von Operatoren der Unmanned Carrier Misson Control System MD-5 Bodenkontrollstation überwacht, die auf Lockheed Martins MDCX-System zur Steuerung und Überwachung unbemannter Drohnen basiert.

Die MQ-25A Stingra flog bei dem zweistündigen Testflug eine vorab geplante Route. Bei dem Test der Drohne validierten die Ingenieure die Flugsteuerung, die Navigationssysteme und die Befehlsübermittlung. Eine autonome Betankung wurde auf dem Flug nicht durchgeführt. Zum Erfolg der Mission und eventuell aufgetretenen Probleme machten Boeing und die U.S. Navy keine Angaben. Die positiven Rückmeldungen von Dan Gillian, Vizepräsident und Genral Manager von Boeing Air Dominance und Rear Admerial Tony Rossi deuten jedoch auf einen Erfolg der Mission hin.

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Die U.S. Navy verfolgt die Absicht, autonome Systeme stärker in operative militärische Einsätze zu integrieren. Das soll zum einen die Kampfkraft erhöhen und zum anderen Betankungsflugzeuge auf Flugzeugträgern überflüssig machen. Konkret wird die MQ-25A Stingray Luftbetankungen übernehmen, die derzeit von F/A-18 Super Hornets durchgeführt werden. Diese Flugzeuge können dann zusammen mit ihren Piloten für andere militärische Aufgaben eingesetzt werden.

Die Roadmap des MQ-25A-Programms sieht vor, die Betankungsdrohne nach weiteren Tests in Illinois zur Naval Air Station Patuxent River zu verlegen. Dort soll die MQ-25A-Drohne auf ihren Einsatz auf Flugzeugträgern vorbereitet werden.

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Bei der MQ-25A Stringray handelt es sich um eine 15,5 m lange Luftbetankungsdrohne mit einer Spannweite von 22,9 m (eingeklappt 9,5 m), die von einem Rolls-Royce AE-3007N-Triebwerk angetrieben wird und für den Einsatz auf Flugzeugträgern angelegt ist. Sie kann auch Aufklärungsmissionen durchführen. Die Entwicklung wurde 2018 mit einem Vertrag über 805 Millionen US-Dollar begonnen. Die MQ-25A Stingray ist der erste von insgesamt vier Prototypen, die im Rahmen dieses Vertrags erstellt werden sollen. Später sollen insgesamt 72 weitere Luftbetankungsdrohnen von der U.S. Navy angeschafft werden.

(olb)